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Mein Kind ist ein Schussel – was tun bei Vergesslichkeit?

Vergesslichkeit

Das Handy ist im Bus liegen geblieben, die Fahrkarte in der Schule. Hausaufgaben? Oh ja, da waren ja noch Vokabeln zu lernen, blöd, dass es schon 21.30 Uhr ist. Turnschuhe? Braucht man die wirklich beim Handball-Training? Das Fahrrad hat ein Schloss – nie gehört…

Viele Eltern können ein Lied davon singen, dass ihr Nachwuchs Dinge vergisst, verliert oder verschusselt. Bis zu einem gewissen Maß ist das sogar völlig normal.

Die kleinsten Vergesslichen

Kinder im Kindergartenalter haben zum Beispiel noch überhaupt kein Bewusstsein dafür, dass Dinge, auf die sie nicht aufpassen, tatsächlich komplett verschwinden können. Je jünger Kinder sind, desto schneller lassen sie sich ablenken und richten ihren Fokus komplett auf das, was sie gerade interessiert. Dabei fallen natürlich andere Sachen hintenüber und – schwupps – ist der Roller oder das Spielzeug, das sie im Auge behalten sollten, vergessen.

Und in gewissem Maße bleibt diese leichte Ablenkbarkeit natürlich auch bei größeren Kindern erhalten.

Eine Frage des Charakters

Abgesehen davon gibt es natürlich auch bei Kindern unterschiedliche Charaktere. Eine gewisse Zerstreutheit ist genauso genetisch beding, wie die Schuhgröße oder die Haarfarbe. Es gibt also von Haus aus genau so viele schusselige Kinder, wie im Erwachsenen-Alter.

Für solche Kinder sind klare Strukturen und Regeln umso wichtiger. Da sie von Haus aus mehr dazu tendieren, Dinge zu verlieren oder zu verlegen.

Übeltäter Pubertät

Ihr Kind ist 8, sehr vergesslich und Sie glauben, es könnte nicht mehr schlimmer werden? Kann es sehr wohl.




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In der Pubertät entsteht im Gehirn nämlich eine Art Großbaustelle, die dazu führt, dass die Kids gar nicht so funktionieren können, wie wir uns das wünschen würden. Hier hilft – wie im Übrigen auch in allen anderen Altersklassen – eigentlich nur eine Riesen-Geduld.

Denn: Kein kleiner oder auch schon etwas größerer Schussel, hat Freude daran, dass er so viel verliert und vergisst. Zusätzlicher Druck erleichtert die Sache also ganz sicher nicht.

Konsequenz statt Strafe

Stubenarrest oder andere Strafmaßnahmen helfen übrigens überhaupt nicht, das eigentliche Problem zu lösen. Die Konsequenz aus ihrem Handeln sollten Kinder aber schon spüren.

Wer etwas verloren hat, kann auch helfen, danach zu suchen und z. B. den Hausmeister der Schule in den Fundkeller begleiten. Wer feststellt, dass die Wiederbeschaffung verlorener Gegenstände sehr aufwändig ist, wird in Zukunft eventuell doch etwas besser aufpassen. Wer seine Jacke vergisst und auf dem Weg nach Hause friert, wird sicher auch etwas daraus lernen …

Vergesslichkeit hat auch ihr Gutes

Grundsätzlich vergessen wir (und unsere Kinder natürlich auch) viele Dinge, damit das Gehirn und unser zentrales Nervensystem nicht überlastet werden. Wir lernen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und Prioritäten zu setzen. Klar, dass dieser Lernprozess etwas braucht, bis das Gehirn optimal funktioniert.

Geduld und Verständnis helfen also viel mehr als Druck und Strafe. Trotzdem gibt es einige Möglichkeiten, kleinen Schusseln bei der Organisation ihres Alltags zu helfen. Die 8 besten  Tipps haben wir in einem Extra-Beitrag zusammengestellt: 8 Tipps gegen Schusseligkeit.

Foto: Katya Shut / shutterstock.com

4 Kommentare

  1. Markus van Appeldorn sagt

    Richtig angeleitet führt Schusseligkeit zum Impuls-Antrieb. Leiten wir unsere Kinder an! Der Weltraum – Unendliche Weiten. Und für den Blick nach oben gibt es keine Grenze.

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