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Der Elternhandbuch-Ratgeber: Impfen (Teil 2)

Impfen

Ohne Zweifel gehören Impfungen zu den wichtigsten Errungenschaften der modernen Medizin. Dank ihrer sind die Pocken heute komplett ausgerottet, sie forderten noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Hunderttausende Todesopfer. Auch Krankheiten wie Kinderlähmung, Cholera, Pest, Typhus, Diphterie und die Masern gibt es heute viel seltener als früher.

Damit das so bleibt, ist es natürlich wichtig, dass möglichst viele Menschen geimpft werden. Je weniger Krankheitsfälle es gibt, desto größer ist auch der Schutz für all die Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Impfung bekommen können.

Hier ein Überblick über die wichtigsten Impfungen, die die Ständige Impfkommission der Bundesrepublik Deutschland (STIKO) empfiehlt.

Heute: Teil 2 – Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Pneumokokken, Rotavieren, Meningokokken und HPV

Masern

Masern sind eine hochansteckende Virusinfektion mit folgenden Symptomen: Erkrankung der oberen Atemwege, Bindehautentzündung, Lichtempfindlichkeit, hohes Fieber und ein rötlicher Hautausschlag, der auch blutig sein kann und sich von den Ohren aus über den ganzen Körper ausbreitet.

Gefährlich sind vor allem die Komplikationen, die mit der Krankheit oft einhergehen. Dazu gehören Lungenentzündung oder eine akute Entzündung des Gehirns, die für 10 bis 20 % der Betroffenen tödlich endet.

Selten kommt es auch als Spätfolge zu SSPE, einer Entzündung des Gehirns und des Nervensystems, die immer tödlich endet.

Masern sind weltweit verbreitet. In Deutschland ist die Krankheit meldepflichtig. Eine Schutzimpfung wird strengstens empfohlen. Nur so können auch Babys, die noch nicht geimpft werden dürfen und andere immunschwache Personen verlässlich geschützt werden.

Mumps

Die Virusinfektion Mumps zählt zu den klassischen Kinderkrankheiten. Ohne Impfung erkranken rund 90 Prozent aller Kinder bis zum 15. Lebensjahr daran. Typische Symptome sind Abgeschlagenheit, Fieber und eine Entzündung der Ohrspeicheldrüsen, wodurch die typischen „Hamsterbacken“ entstehen.

Während die Krankheit für Kinder meistens relativ harmlos verläuft, können Jungen und Männer nach der Pubertät durch die Mumps-Erkrankung eine Hodenentzündung bekommen und unfruchtbar werden.

Röteln

Röteln sind eine Virusinfektion, die manchmal ganz ohne Symptome verläuft, oft aber zunächst einer Erkältung ähnelt. Später dann schwellen die Lymphknoten hinter den Ohren und im Nacken an und der typische, fleckige Ausschlag tritt auf. Bei erwachsenen Patienten können Gelenk- und Herzmuskelentzündungen auftreten.

Gefährlich sind Röteln vor allem für Schwangere in den ersten 8 Wochen der Schwangerschaft, weil mit hoher Wahrscheinlichkeit der Embryo geschädigt wird. Deshalb ist eine Impfung  vor allem für Mädchen und Frauen wichtig, aber auch für Jungen empfohlen.

Termine der MMR-Immunisierung (Masern-Mumps-Röteln): Eine Immunisierung gegen Masern-Mumps-Röteln wird empfohlen. Sie erfolgt in zwei Schritten. Die erste Impfung sollte zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat vorgenommen werden, die zweite zwischen dem 15. und 23. Monat.

Notiz: Natürlich sind die Impfungen der kombinierten MMR-Immunisierung (Masern-Mumps-Röteln) auch unabhängig voneinander möglich, falls gewünscht oder erforderlich.

Zeitgleich mit der der MMR-Immunisierung wird meist gegen Windpocken geimpft.

Windpocken




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Die Windpocken sind eine hochansteckende Virusinfektion. Symptome: stark juckender, roter Hautausschlag, der sich zu kleinen Bläschen entwickelt, die mit einer extrem-ansteckenden Flüssigkeit gefüllt sind und nach einiger Zeit aufplatzen. Zudem können Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.

Bei Kindern meist harmlos, kommt es bei Erwachsenen ab 16 Jahren manchmal zu Hirnhaut- oder Lungenentzündungen. Ähnlich wie Röteln, sind Windpocken besonders gefährlich in der Schwangerschaft.

Termine: s. MMR-Immunisierung.

Pneumokokken

Pneumokokken sind die häufigsten Erreger, schwer verlaufender bakterieller Infektionen. Besonders für Menschen mit schwachem Immunsystem, Säuglinge und Kleinkinder sind sie gefährlich. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass jedes Jahr zwei Millionen Menschen an einer Pneumokokken-Infektion sterben.

Die Erreger verursachen eitrige Hirnhautentzündungen, Lungenentzündungen, Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen. Als Komplikation kommt manchmal eine gefährliche Blutvergiftung hinzu.

Termine: In Deutschland ist die Impfung gegen Pneumokokken seit 2006 für alle Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat empfohlen, weitere drei Impftermine werden parallel zur Sechsfachimpfung empfohlen. Das heißt im 3. und 4. Lebensmonat sowie Ende des 1. Lebensjahres.

Rotaviren

Rotaviren verursachen schwere Magen-Darm-Erkrankungen, die vor allem für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich werden können. Seit Juli 2013 wird deshalb eine Schluckimpfung ab der vollendeten 6. Lebenswoche empfohlen.

Termine: erste Impfung ab der 6. Lebenswoche, je nach Impfstoff gibt es noch einen, bzw. zwei weitere Impftermine.

Meningokokken

Meningokokken sind Bakterien, die eine Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung auslösen können, sie kommen weltweit vor. Kinder unter fünf Jahren und Jugendliche zählen zu den besonderen Risikogruppen.

Zu den möglichen Folgen und Komplikationen gehören Entwicklungsstörungen, Lähmungen, Hirn-Nervenlähmungen. Krampfanfälle und Schäden des Innenohres bis hin zur Taubheit sind möglich. Rund 7 Prozent der Erkrankten sterben.

Seit 2006 ist eine Impfung zu folgenden Terminen empfohlen: Einmalig zu Beginn des 2. Lebensjahres. Die Impfung schützt allerdings nur gegen Typ C. Gegen andere Varianten werden Impfstoffe entwickelt.

HPV

Humane Papilloviren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen und können Zellveränderungen nach sich ziehen, die zu Gebärmutterhals-Krebs führen können. Deshalb ist seit August 2014 eine Impfung für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Eine Auffrischung erfolgt 6 Monate nach der ersten Immunisierung. Erfolgt die Impfung nach dem 14. Lebensjahr, wird in drei Schritten geimpft.

Wichtig: Grundsätzlich sollten Sie sich immer ausführlich beim Kinderarzt Ihres Vertrauens zum Thema Impfungen informieren. Jedes Kind ist anders und nicht jede Impfung kann bei jedem Menschen durchgeführt werden.

Lesen Sie auch den ersten Teil unseres Ratgebers zur sogenannten Sechsfachimpfung.

Foto: Yuganov Konstantin / shutterstock.com

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