mal ehrlich …!
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Warum nennt ihr das Kind nicht beim Namen?

Kind beim Namen nennen

Es gibt da ein Phänomen, das sich mir nicht so ganz erschließen will.

Als Autorin dieses kleinen aber feinen Fachmagazins lese ich sehr regelmäßig auch andere Blogs, die sich mit dem Thema Familie beschäftigen. Es gibt ja inzwischen unglaublich viele und viele davon sind noch dazu unglaublich gut geschrieben, sie greifen Themen auf, die die Menschen berühren und sind dadurch eine wunderbare Ergänzung zu klassischen Medien. Oft sitze ich und staune oder lache oder grüble über all die Geschichten die die anderen Blogger da draußen mit der Welt teilen. Mein Kompliment also mal vorweg.

Je mehr Elternblogs ich lese, desto stärker drängt sich allerdings eine Frage auf:

Warum nennt ihr das Kind nicht beim Namen?

Damit meine ich nicht die Blogs. Nein, es geht um die Kinder der Menschen, die die Blogs befüllen.

Ich gehe mal davon aus, dass all diese Blogger die Namen ihrer Kinder bewusst und mit viel Liebe ausgewählt haben. Genau so, wie man das halt tut, wenn man Kinder in die Welt setzt.

Sobald allerdings der Nachwuchs im Netz erwähnt wird, sind die echten Namen offensichtlich tabu. Dann schlägt die Kreativität zu. Dann heißen Kinder plötzlich nicht mehr Mia, Ben, Emma oder Paul. Stattdessen … also ich habe da mal eine kleine Auswahl zusammengetragen:

* Der kleine Mann * Das Kind * Quengelqueen * Maus * Mäuserich * Minimaus * Lavendelmädchen * Motti * Schnulli * Wawi * Babymädchen * Lieblingsmädchen * Kind 1.0 bis X.0 * Julimädchen * Mini * Oktoberbaby * Terrorpüppi * Lady Gaga * Copperfield * Löwenjunge * Winterkind * Murmelkind * Hexe * Der Sohn/Die Tochter * Schnecki *

Geht es um die Persönlichkeitsrechte?

Warum nur? Ich verstehe das nicht so ganz!

Nun werden vielleicht einige kluge Menschen sagen, es geht um den Schutz der Persönlichkeitsrechte. Ein eher dünnes Argument, wie ich finde. Glaubt ihr wirklich, es ist weniger persönlich, zu erzählen, wie mein Kind einen Tobsuchtsanfall im Supermarkt bekommen hat, wenn ich es dann mit einem Fantasie-Namen versehe? Soll Kind 2.0 das sein, was früher der schwarze Balken über den Augen oder – noch besser – die Schattenwand im TV war, hinter der man unerkannt das große Geständnis ablegen konnte?




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Wenn das der Ansatz ist, muss ich euch enttäuschen: So funktioniert das nicht!

(Fast) Jeder Blog hat eine Impressums-Pflicht, da gehören auch ein Name und eine Adresse rein. So richtig anonym ist die Sache also nicht, egal, wie ich meine Kinder nenne. Mit anderen Worten: Es ist ein Trugschluss zu glauben, man könne jedes noch so private Detail aus dem Familienleben aufschreiben, ins Netz stellen, die Namen der Beteiligten ändern und so bleibt alles ganz anonym.

Privatsphäre und Netz … genau, das ist eine schwierige Angelegenheit. Klick um zu Tweeten

Wer anonym Geschichten aus seinem bewegten Leben erzählen möchte, sollte sie vielleicht lieber einem Tagebuch anvertrauen. So einem klassischen Ding mit Schloss dran, das man in einer Schublade hinter den Socken verstecken kann. Sowas könnte privat bleiben. Beim Bloggen sieht das anders aus.

Weniger ist mehr

Doch es gibt noch einen anderen Aspekt an der Sache, der mich irritiert. Ich habe nämlich das Gefühl, es geht manchmal einfach darum, möglichst originell sein zu wollen. Und das finde ich generell schwierig.

Weniger ist mehr, sag ich mal.

Schon im Volontariat, also der journalistischen Ausbildung, lernte ich ein paar wichtige Dinge in Hinblick auf Texte. Eine der goldenen Regeln, die ich damals vermittelt bekommen habe war: Nie auf Krampf originell sein! Sprich: Seltsame Umschreibungen einer Sache, die verhindern sollen, dass man Worte mehrfach verwendet, führen eher dazu, dass man sich als Texter lächerlich macht, als dass der Text genießbarer würde. Beispiel: Lieber zweimal das Wort Auto nutzen, als in geballter Form Varianten wie fahrbarer Untersatz, Rostlaube oder Vehikel zu bemühen!

Mit anderen Worten:
Nennt das Kind doch einfach beim Namen! Ich würde mich sehr darüber freuen!

PS.: Natürlich gibt es auch Ausnahmen, sehr wohltuende! Danke dafür 🙂

Die ist unser Beitrag zum Webmasterfriday vom 02.06.2016.

Foto: Zurijeta / shutterstock.com

45 Kommentare

  1. Als Mama vom oben genannten „Löwenjunge“ und dem „Winterkind“ möchte ich natürlich auch kurz noch was sagen. Die Namen meiner Kinder nicht öffentlich zu machen, war ein ganz automatische Entscheidung, als ich damals zu schreiben begann. Da habe ich gar nicht groß darüber nachgedacht. Die Namen und die Gesichter und viele Dinge, die vielleicht mal peinlich werden könnten, gehören für mich nicht auf meinen Blog. Klar, wer unbedingt den Namen rausbekommen möchte, der schafft das auch. Aber trotzdem bleibt es erst mal anonym.
    Ich lese sehr viele andere Blogs, mich persönlich hat es noch nie gestört, wenn die Kinder andere Namen haben. Manche finde ich zwar auch etwas lustig oder seltsam, aber so geht es anderen vielleicht mit Löwenjunge und Winterkind.
    Und wenn sich daran einer stört, dass meine Kinder nicht Hans und Petee heißen, sondern Löwenjunge und Winterkind- der wird ja nicht gezwungen, weiter bei mir zu lesen. Ich bestimme, was ich von unserem Familienleben preisgebe und was ich lieber für mich behalte.
    Letztens habe ich zufällig jemanden getroffen und kennengelernt und sie meinte total begeistert: „Das ist also das Winterkind!“
    Sehr viele Blogger-Kolleginnen kennen die Namen meiner Kinder. Sie würden aber nicht auf die Idee kommen, das Kind im Netz durch Kommentare o.ä. auszuplaudern. Auch meine Freunde, die mich, meine Kinder und meinen Blog kennen, haben mich bis jetzt noch nie gefragt, warum ich die echten Namen nicht nenne. Du warst heute tatsächlich die Erste, die mal fragt. 🙂
    Ich finde aber, das sollte jeder für sich entscheiden dürfen.

    Lieben Gruß
    Tanja

  2. jst sagt

    Das ist ein schöner Eskalationsartikel. Er spaltet die Meinungen und sorgt für Aufreger. Super gemacht. So bringt Stimmung in die Blogosphäre, ohne echten Mehrwert bieten zu müssen.

    Doch wenn es um meine Kids geht, dann kann ich doch selbst entscheiden, ob und wie ich sie öffentlich benenne. Aus meiner Sicht ist es einfach falsch, die vollen Namen der Kinder ins Netz zu schreiben. Sie sind nicht unser Eigentum und deshalb sollen unsere Kids eines Tages selbst entscheiden, ob und wie sie im Netz zu sehen und zu finden sein wollen.

  3. Schade, dass dieser Text so belehrend daher kommt, das wäre sicher schöner gegangen. Dabei bin ich bei ein paar Punkten der Meinung der Autorin: Ja, viele Blog-Spitznamen sind mir auch viel zu „originell“. Gleichzeitig widerspreche ich beim Punkt Persönlichkeitsrechte vehement, weil es eben doch ein sehr, sehr großer Unterschied ist, ob mein Kind beim gewöhnlichen Googeln gefunden wird oder nicht. Da unterschreibe ich völlig Bellas Kommentar!

    Mir sind Blogs eher suspekt, wenn Kindernamen frei genannt werden und ich persönlich finde es z.B. auch nicht gut, Kinderfotos zu posten, auf denen die Kinder komplett zu erkennen sind. Und das Argument, dass die Kinder/Teenager um Erlaubnis gefragt werden, ist ja extrem dünn. Wer von uns kann schon behaupten, als Kind oder Teenager immer richtige Entscheidungen getroffen zu haben? Ich bin z.B. froh, dass es noch kein Facebook gab, als ich ein Teenie war. Unsere Kinder werden sich früher oder später schon freiwillig genug entblößen, das müssen wir nicht noch durch unser Engagement anschieben, finde ich.

    Was meinen Blog angeht, trägt mein Sohn übrigens denselben Spitznamen dort wie in der Realität. Das funktioniert für mich perfekt und ich glaube nicht, dass irgendeine Leserin das stört. Insgesamt finde ich also das ganze Thema etwas weit hergeholt und es klingt für mich arg nach Mama-Blog-Bashing. Wie man es macht, macht man es eben falsch: Bloß nix zu privates schreiben, aber das dann doch bitte mit den vollen Namen, weil ist ja sonst auch albern. Hm. Alles ein bisschen widersprüchlich, oder?

    Die Kunst fast aller erfolgreichen Blogs liegt ja übrigens vor allem darin, eine Nähe zu suggerieren, die eigentlich gar nicht existiert. Vielleicht hat die Autorin das noch nicht richtig verstanden und kennt nicht genügend Blogs und Bloggerinnen persönlich, um das nachvollziehen zu können?

  4. Hallo,

    ich persönlich habe den Namen unseres Sohnes „öffentlich“ gemacht. Allerdings kann ich Blogger verstehen die das nicht tun. Nehmen wir mal an, das Kind ist entweder allein draußen oder abseits auf dem Spielplatz. Jemand fremdes mit bösen Absichten erkennt es und weiß genau, mit welchem Namen er es ansprechen muss. Ein Kind das von einem fremden mit seinem Namen angesprochen wird hat doch automatisch etwas mehr Vertrauen in diese Person und würde vielleicht,auch wenn die Eltern immer gepredigt haben, dass es das nicht tun soll, mitgehen.

    LG
    Jasmin

  5. Oh, da scheine ich mit meiner „Fahrweise“ eine echte Ausnahme zu sein;-) Mein Kind heißt Theo und ich mache auch auf dem Blog kein Geheimnis daraus. Mir fehlt’s wahrscheinlich schlicht und einfach an Kreativität;-))

    • Hi Jennifer,
      Theo finde ich prima. Mein Großvater hieß Theo und muss ein echt spannender Typ gewesen sein – ich habe ihn leider nicht mehr kennengelernt…

      Liebe Grüße
      Heike

  6. Ich sehe das wie Bella. Es geht um das Persönlichkeitsrecht. Daher nenne ich nicht die Namen, sondern nur den Spitznamen. Und so einfach werden dann spätere Klassenkameraden oder Arbeitgeber irgendwelche Stories finden. Da müssen sie erstmal meinen Namen kennen.

    Außerdem zeige ich auch keine Gesichter meiner Kinder. Denn der zweite Grund: Ich möchte nicht, dass mein Kinder auf der Straße erkannt und angequatscht werden.

    Grund drei: Was macht es für einen Unterschied, ob ein Blogger über Kind 1.0, Motte, Winterkind oder eben Tim, Marla oder Ben schreibt? Für den Leser ist es doch eigentlich schnurz und tut der Story keinen Abbruch.

    Liebe Grüße Marsha

    Liebe

  7. Hallo Nicole,

    also ich habe keinen der 50.000 Eltern sondern einen der 1 Mio Testblogs. Daher sind meine Kinder nicht so präsent wie vielleicht bei den anderen. Anfangs habe ich immer noch die realen Namen verwendet, mittlerweile bin ich auf das Tochterkind und den Sohnemann umgestiegen, wenn ich dann doch mal was über sie schreibe. Natürlich sind sie in einigen Tests mehr involviert als in anderen und wenn ich dann Bilder mache dann frage ich sie immer ob sie darauf zu erkennen sein möchten oder nicht. Ich denke mit 10 und 8 Jahren sind sie in einem Alter wo sie das selbst entscheiden können.
    Die Entscheidungen fallen da sehr „tagesformabhängig“ aus, so das es sowohl Bilder mit als auch ohne Gesichter der Kinder auf dem Blog gibt.

    Warum ich irgendwann von den realen Namen auf die „Bezeichnungen“ umgestiegen bin, kann ich gar nicht genau sagen. Das hat sich irgendwie so entwickelt, man kann die Namen aber wenn man sucht noch finden, da ich sie nicht ausgetauscht habe in den älteren Berichten.

    Generell lese ich viele Mama Blogs auf den meisten gibt es die Spitznamen. Mich persönlich stört es nicht, eine „persönlichere“ Note haben natürlich reale Namen evtl sogar in Verbindung mit Gesichtsbildern. Da finde ich kann man als Leser schneller eine Beziehung zu den Schreibenden aufbauen.

    Liebe grüße
    Michelle

  8. Ein sehr interessanter Artikel! Schon oft habe ich mir Gedanken darüber gemacht, weshalb ich manche Blogs gerne und regelmäßig lese und andere eher nicht. Obwohl meine Kinder in meinem Blog ihre realen Namen tragen (weil ich sie wunderschön finde und keiner ihrer vielen Kosenamen dem richtigen gerecht wird), habe ich Verständnis für Blogger, die ihren Kindern online Spitznamen verpassen. Allerdings habe ich beim „echten“ Namen eher das Gefühl, das Kind hinter den Artikel „kennenzulernen“ als wenn es Kind 1 heißt. Der Name zeichnet auch ohne weitere Beschreibung schon ein Stück mehr Persönlichkeit als ein Pseudonym. Wer aber nun Kosenamen nutzt, muss es mit journalistischem Talent schaffen, die Charaktere hinter dem Spitznamen so zu zeichnen, dass ich mir eine Vorstellung von dem Kind machen kann auch ohne dessen Namen zu kennen. Das gelingt allerdings nicht vielen Bloggern. Ein positives Beispiel dafür ist für mich BerlinMitteMom mit ihrem Lieblingsbub, dem Herzensmädchen und dem Goldkind. Die schafft es auch ohne Klarnamen ein Bild dieser 3 wundervollen Persönlichkeiten beim Leser entstehen zu lassen, natürlich nicht zuletzt auch durch die Fotos mit Gesichtern, aber hauptsächlich durch ihre Art und Weise, von den Kindern zu erzählen.
    „Einmalige“ und außergewöhnliche Spitznamen lese ich dann jedenfalls wesentlich lieber als Maus, Prinz, Motte und Häschen.
    Toll, dass du dich so offen positionierst zu diesem Thema! Liebe Grüße, Vivi

  9. Ich sehe es wie Bella: ein Name in Verbindung mit den notwendigen Angaben im Impressum kann sehr viel schneller ergoogelt werden, als ein Spitzname.

    Unabhängig davon: Ich sehe absolut keinen Mehrwert darin, wenn Real- statt Fantasienamen verwendet werden. Auch weil für mich der Wunsch des Schreibenden nach größtmöglicher Anonymität vollkommen nachvollziehbar ist. Ich käme gar nicht auf den Gedanken, dass jemand das nur tut, um super-duper kreativ sein zu wollen. Und selbst wenn: Dann ist das ja u. U. gar nicht so dumm – der Quitschbeu und das Löwenmäulchen bspw. bleiben bei mir deutlich besser hängen, als Realnamen… und stehen beim Googeln vermutlich deutlich höher, als der „Blog von der mit dem Kind Paula“.

    Kurzum: Ich kann Deine Kritik nicht nachvollziehen, da absolut niemand einen Schaden hat ;-).

    Viele Grüße!
    Danielle

  10. Markus van Appeldorn sagt

    Ladies, jetzt mal ganz ehrlich: Wenn ihr nicht wollt, dass eure Schratzen eines Tages im Netz über ihre kindlichen Tobsuchtsanfälle lesen oder darüber identifiziert werden: warum schreibt ihr über diesen Quatsch? Die sind doch allein über euch schon identifizierbar. Wie wärs, wenn ihr den „Kleinen Mann“, die „Mausimaus“ oder sonst wen einfach mal in die Wut-Ecke von der Saalfrank setzt, ohne da jedes mal so ein Palaver draus zu machen?

  11. Ich bin da voll bei Bella und lese bei dir eher heraus ob man überhaupt diese Geschichten erzählen sollte und das ist eine ganz andere Grundsatzdiskussion die am reinen Nennen oder eben Nicht-Nennen des Namens vorbei geht.

    Ich lebe es das ich mein Kind in den Kindergarten bringe und auf Artikel angesprochen werde. Das Dotfleben zeigt mit ganz real das ich uns nicht anonymisierte kann und das ist auch nicht der Grund für unsere Entscheidung den Namen und auch das Gesicht aus dem Internet heraus zu halten und das mache ich bei der kleinen (4) genau wo wie beim Großen (16) der ja schon viel mehr mit entscheiden könnte. Aber es gibt eben Entscheidungen die treffen wir als Eltern.

    Liebsten Grüße die Mama der Motte und des großen Jungen 😄
    JesSi Ca

  12. Hallo,
    ich hab zwar keinen Mami-Blog aber hin und wieder kommen meine Kinder auch in meinem Blog vor. Ich nenne sie auch nicht beim Namen und auch wenn Du glaubst, man könne so die Privatsphäre nicht schützen, dann denke ich schon, dass ich es damit tue. Ich erzähl zwar keine peinlichen Geschichten über meine Kinder und es gibt auch keine peinlichen Bilder von ihnen in meinem Blog, trotzdem denke ich, dass es ihnen peinlich wäre, von Klassenkameraden gegoogled zu werden. Und das funktioniert nunmal um einiges besser mit dem richtigen Vornamen in Verbindung mit dem Impressum. Eltern sollten sich manchmal wirklich Gedanken darüber machen, was sie über ihre Kinder alles ins Netz stellen und ob diese das später wirklich irgendwann mal lesen wollen. Natürlich muss ich dadurch, dass ich nicht alles über meine Kinder erzähle auch auf manches Anökdötchen verzichten. Aber das mache ich gerne. Ebenso gerne verzichte ich zum Schutz der Kinder auf die Namensnennung. Es reicht ja bereits, dass die Mama im Netz öffentlich den Namen nennen muss.
    Liebe Grüße aus der Pfalz!
    Susanne

    • Liebe Susanne, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde deine Haltung zu dem Thema sehr nachvollziehbar. Peinlichkeiten weglassen, ist mit Abstand die sicherste Methode, um Kinder vor ungewolltem Spott oder schlimmerem zu schützen. Liebe Grüße in die Pfalz von Nicole

  13. Hallo Nicole,
    erstmal vielen Dank für den Artikel inklusive Denkanstoß. Als ich den Beginn las, war mein erster Gedanke: „Blöde Frage.“ Dann habe ich weitergelesen und verstanden, worauf du hinaus willst.
    Ich habe einen der 5.000 Elternblogs in Deutschland und nenne keine Namen. Ich finde das nicht schlimm. Wie eine Vorrednerin schon schrieb: Woher willst du als Leser wissen, welcher Name erfunden ist und welcher der Wahrheit entspricht? Was bringt er dir?
    Der (ja, ja, wunderschöne) Name meines Sohnes bringt absolut keinen Mehrwert für den Leser.
    Ich verwende auch keine Fotos, auf denen Freunde oder Familie erkennbar wären. Ich übermale sie (schau gerne mal vorbei, um das zu sehen). Damit ernte ich natürlich auch Kritik. An dieser Stelle kommt das Argument „Identifikation mit dem Blogger“ ins Spiel, aber darauf muss ich dann eben verzichten.

    Worin ich dir vollkommen zustimme: Was nicht jeder wissen und finden soll, und zwar noch in zehn oder 20 Jahren, das gehört nicht ins Netz. Daran halte ich mich. Auch wenn ich es amüsant genug finde, drehbuchreife Geschehnisse bei anderen Blogs nachzulesen.

    • Vielen Dank liebe Andrea!

      Ich freue mich sehr, dass du nicht nur die Provokation siehst, die natürlich in meinem Beitrag steckt, sondern auch die Gedanken dahinter! Natürlich muss immer jeder für sich entscheiden, wie er die Dinge handhabt. Aber wenn wir für unsere Kinder mitentscheiden, ist es immer besser, ein zweites Mal nachzudenken. Und vielleicht auch mal auf eine lustige Anekdote zu verzichten, weil es eben auch mit geänderten Namen leicht mal anders kommen kann, als erwünscht. Ich schau sicher bald mal auf deinem Blog vorbei

      Herzliche Grüße

      Nicole

  14. Ich nutze auch von kleiner Mann , Schatz oder frechdachs. Aber such oft Spitznamen und den echten Namen. Aber Bilder werden ab jetzt verpixelt. Da have ich gerade nicht so tolle Erfahrungen gemacht. Namen finde ich bei meinem Testblog egal. Sagt auch mein großer mit 12. Fotos nicht mehr aber Namen ist ok.

  15. Huhu 🙂
    Ich habe zwar keinen Eltern blog in dem Sinne erzähle aber auch von meinen Kindern, auch ohne ihrr richtigen Namen zu nennen. Ich nenne sie so, wie ich wie zuhause meist auch nenne. Bei ihrem von mir noch in der Schwangerschaft gegebenen Kosenamen, Prinz und Schneeflocke. Wieso ich nicht einfach den richtigen Namen schreibe ist ganz einfach, da ich finde dass die. Kosenmen in den Texten einfach besser passen, als wenn ich die richtigen Namen verwenden würde. Zumindest in meinen Augen. Aber wenn es jemand wissen möchte verrate ich ihm auch gerne die Namen meiner Kinder, damit hätte ich auch kein Problem 🙂

    Liebe Grüße Tashi
    herzverueckt.wordpress.com

  16. Hallo!
    In deiner Auflistung steht MiniMaus, so nenne ich meine jüngste.
    Meine beiden Mädels werden mit ihrem Kosenamen im Blog betitelt. Ich nutze diese im Netz um natürlich ein wenig Anonymität rein zu bringen. Genau so wie ich keine klaren Front Aufnahmen anderer Personen veröffentliche. Ich kann die Kinder noch nicht fragen, ob ich Dow mit vollem Namen und mit ihrer Erlaubnis auch voll auf Bildern zeigen kann. Sie sind noch zu jung.
    Mein Mann, den ich als haute Couture, betitelt (das passt einfach wie die Faust aufs Auge , er ist einfach was bedonderes, einzigartiges in seinen Ansichten , sonder Einstellung, einfach in allem) möchte nicht, dad ich die Identität der Kinder und ihm Preis gebe. Und das akzeptiere. Vielleicht werde ich es irgendwann mal ändern.
    Aber noch nicht. Und da es die Kosenamen der Kinder sind und, die jenigen,die uns im real live kennen wissen das die Kinder auf GroßeMaus und MiniMaus genauso hören wie auf ihre richtigen Namen. Also nutze ich schon irgendwie ihre richtigen Namen.

    Liebe Grüße

  17. Juchu, meine Söhne 1.0 und 2.0 wurden von dir aufgezählt!
    Ich nenne nicht ihre Namen, damit sich nicht direkt mit meinem Blog in Verbindung stehen.
    Sie dürfen entscheiden, was sie von sich veröffentlichen wollen. Was Bella sagt: Persönlichkeitsrecht.

    Ich möchte auch nicht, dass jeder weiß, wie sie heißen. Wozu soll das gut sein?

    • Liebe Sarah, ich habe deine Söhne nicht aufgezählt, denn ich lese deinen Blog gar nicht. Die 1.0 bis 4.0-Variante ist sehr weit verbreitet 🙂

      Grundsätzlich möchte ich mit diesem Post zum Nachdenken anregen und ich denke, das ist mir ganz gut gelungen. Herzliche Grüße Nicole

  18. Hallo,

    hm, also ich muss sagen, ich habe mich noch nie daran gestört. Ich kann es sogar sehr gut verstehen, mache ich es doch genau so. Ich möchte einfach nicht, dass man mein Kind googlen kann und dann auf dem Blog landet. So einfach ist das. Ich möchte nicht, dass sie irgendwann in der Schule von ihren Freunden so gefunden wird. Klar könnte ich vorher mit ihr darüber reden etwas von ihr zu veröffentlichen aber mal ehrlich: Das wäre so ne Art Pseudo-Erlaubnis von ihr. Erstens war sie noch viel zu klein als ich anfing dieses Blog zu schreiben (ist sie immer noch) um das überhaupt zu verstehen. Und zweitens hat sie noch diese tolle „Mama kann alles und weiß alles und macht alles richtig“ Einstellung. Die würde gar nicht drüber nachdenken und mir grünes Licht geben. Also das wäre eher so eine scheinheilige Sache.

    Die Perle war übrigens schon „die Perle“ bevor sie geboren wurde…so wird sie nämlich auch im echten Leben von Freunden und mir genannt. Also so abwegig ist der Name eigentlich gar nicht.
    Ich kann nicht so ganz nachvollziehen was daran störend ist, aber nunja, jedem seine Meinung.

    • Sehr viele Kinder, deren Leben in allen Facetten im Netz geschildert wird, sind sehr klein.
      Dass sie aufgrund geänderter Namen nicht zugeordnet werden können, halte ich aber, wie beschrieben,
      für unrealistisch.

      Es ist eben an den Eltern, abzuwägen, welche Geschichten an die Öffentlichkeit gelangen sollten und
      welche besser nicht, egal ob mit Klar- oder verändertem Namen.
      Herzliche Grüße

      Nicole

  19. Sabine sagt

    Hallo Nicole,

    deine Ansicht ist interessant zu lesen. Teilen will ich sie in keinstem Falle. Denn ich habe nicht das Recht, die Namen meiner Kinder zu nennen! Es ist ihre persönliche Entscheidung, ob ich das darf oder nicht. Wenn sie noch so klein sind, dass sie dies nicht entscheiden können, oder sich der Folgen dieser Entscheidung nicht bewusst sind, bzw. darüber noch kein Wissen haben, da sie oft selbst zu blauäugig mit ihren Daten umgehen, dann übernehme ich die einzig richtige Entscheidung und lasse deren Namen weg.

    Wenn du deine Kinder in dieser Art uns Weise zur Schau stellst, ist das deine persönliche Einstellung, die ich nicht verstehen muss – nur akzeptieren. Das tue ich auch.
    Was Deine Kinder zu einem späteren Zeitpunkt darüber äußern werden, ob sie es toll finden, oder Dich dafür verurteilen, ihr Leben öffentlich zur Schau gestellt zu haben, das wird sich sicher irgendwann zeigen. MEINE Kinder hätten so etwas nie und nimmer gewollt im Übrigen auch nicht mein Mann, der immer noch ein Mitspracherecht darüber haben sollte, wie die Namen seiner Kinder verwendet werden!

    Aber mir ist es auch völlig egal, ob da echte Namen stehen oder „Phantasienamen“. Wer weiß denn auch ob „Heidi“ stimmt, wenn Du „Heidi schreibst?

    Beste Grüße

    Sabine

    • Hi Sabine,
      nur ganz kurz (Nicole ist gerade unterwegs & kann nicht selbst antworten): sie hat immer, wenn ihre Kinder genannt oder gezeigt werden, VORHER mit ihnen darüber gesprochen. Das ist doch selbstverständlich!

      Viele Grüße
      Heike

      • Sabine sagt

        Vielen Dank für die Rückmeldung. Diese Aussage war im Text nicht zu finden. Schön, dass sie ihre Kinder gefragt hat, ob diese die Folgen ihrer Zustimmung realisieren, ist eine andere Frage.

        Meine Tochter sagt heute selbst, wie doof sie doch war, als sie im Teenageralter Bilder von sich und Freunden beim Discobesuch etc. gepostet hat. Vor allem auch deshalb, weil in ihrer heutigen beruflichen Position niemand von „Tobsuchtsanfällen im Supermarkt“ wissen muss. Wenn sie das erzählen mag, weil es Teil ihrer Vergangenheit ist, dann darf sie das selber entscheiden!

        Wenn Nicole meint, es ist das Beste für ihre Kinder, sie namentlich zu nennen, dann ist das ihre Entscheidung.

        LG Sabine

      • Liebe Sabine,

        es geht nicht allein darum, ob ich mit meinen Kindern vorher spreche oder nicht.
        Es gibt für mich einfach Themen, die haben im Netz nichts verloren, völlig egal,
        wie ich das Kind dann nenne. Es gilt hier wie immer die Regel: Wenn ich es nicht auf
        dem Titel meiner Tageszeitung lesen möchte, hat es auch im Netz nichts verloren.

        Herzliche Grüße

        Nicole

  20. Juhu, ganz meine Gedanken! Ich befinde mich zwar inzwischen jenseits der Zielgruppe der sog. Elternblogs, lese aber den ein oder anderen da ich die Autoren persönlich kenne! Schon lange frage ich mich: WARUM? Den Kids Balken Übersicht Gesicht zu photoshoppen verstehe ich ja, aber warum dieses Dickicht der hoch originellen Internet Namensgebung? Von Möven über die gesamte Brehms- Tierwelt über verniedlichte Formen des Blognamens wird alles genutzt, gaaaanz originell! Aber auch hier gilt: mein Blog meine Regeln. Ich verstehe es nicht, aber ich akzeptiere es!

    Liebe Grüße

    Rita und ihr Hund Frodo ( oder Hund 3.0, oder Herzenshund, Lieblingstier, Mr.X, Minidog, Fellnase usw.)

    • Hallo Rita,
      das gilt natürlich sowieso: jeder darf in seinem Blog entscheiden, wer was wann und wie genannt wird 🙂

      Liebe Grüße (auch an den Hund)
      Heike

  21. Ich nenne mein Kind nicht beim Namen- bewusst. Und das deiner Meinung nach dünne Argument „Persönlichkeitsrechte“ ist der Grund dafür. Denn ich kann frei entscheiden, was von mir im Internet kursiert. Wenn man mich sucht, findet man nicht nur meinen Blog und berufliche Dinge sondern auch Bilder aus dem Studium, alte Profile auf alten Plattformen usw. Wenn man mein Kind sucht findet man -noch- nichts. Denn ja, ich schreibe über ihre Tobsuchtsanfälle, ihren Schlaf und auch über andere Dinge. Wenn man sie dann in 10-20 Jahren googlet, muss das nicht das erste sein, was man findet. Möchte sie dann irgendwann damit in Verbindung gebracht werden, kann ich das gern ändern. Doch so lange entscheide ich es zu ihren Gunsten, denn das Internet vergisst ja leider selten.

    Übrigens konnte ich nahezu all deine Beispiele zuordnen- also hat das „Auf Krampf originell sein“ der Blogs auf jeden Fall funktioniert.

    LG Bella

    • Nur, weil dein Kind nicht mit seinem Namen über google gefunden werden kann, heißt das nicht, dass seine Klassenkameraden nicht all diese schönen Texte über frühkindliche Geschichten finden und dann evt. auf ihre Art auslegen. Darum geht es mir. Und das verhinderst du nicht, indem du den Namen änderst. Ich wünsche dir einen schönen Tag und alles Gute!

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