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Tabuthema Postpartale Depression – wenn die Liebe fehlt

postpartale Depression

Liebe ohne Ende und das ganz große Glück – so sieht das Bild aus, das die meisten Menschen von jungen Müttern nach der Geburt haben.

Doch nicht immer gleicht die erste Zeit mit dem Baby dieser romantischen Vorstellung. Baby Blues, Wochenbettdepression oder sogar eine postpartale Depression – viele Frauen haben nach einer Geburt große Probleme, sich in ihre neue Rolle einzufinden.

Auch prominente wie Sängerin Adele, die Hollywood-Stars Hayden Panettiere und Gwyneth Paltrow und auch Victoria Beckham sprechen inzwischen offen darüber, wie sie statt Glücksgefühlen nur Dunkelheit und Verzweiflung empfanden, als sie Mütter wurden.

Baby-Blues oder postpartale Depression?

Etwa 20 bis 25 % der jungen Mütter leiden unter dem sogenannten Baby Blues. Diese depressive Verstimmung tritt meistens zwischen dem 3. und 5. Tag nach der Geburt auf und verschwindet innerhalb weniger Tage von selbst.

Anders sieht es aus, wenn Stimmungsschwankungen, Erschöpfungszustände, tiefe Traurigkeit und Schlaflosigkeit über einen längeren Zeitraum anhalten. Manchmal kommt auch hinzu, dass die jungen Mütter keine Beziehung zu ihrem Baby aufbauen können, panische Angst davor haben, keine gute Mutter zu sein oder, dass ihrem Kind etwas zustoßen könnte. In diesem Fall spricht man von einer postpartalen Depression, die Frauen benötigen professionelle Hilfe.

Nicht immer zeigt sich eine postpartale Depression direkt nach der Entbindung. Etwa 6 Prozent der jungen Mütter entwickeln sie in den ersten 12 Wochen nach der Geburt, weitere 5 bis 10 Prozent entwickeln das Krankheitsbild im Laufe des ersten Jahres.

Buchtipp: Nur die Liebe fehlt

Obwohl postpartale Depressionen verhältnismäßig häufig vorkommen, sind sie für viele Menschen ein Tabuthema. Nach außen versuchen deshalb auch viele junge Mütter, das Bild des perfekten Glücks aufrecht zu erhalten, während es ihnen in Wahrheit immer schlechter geht.

In ihrem Buch Nur die Liebe fehlt – Von Depressionen nach der Geburt und Müttern, die ihr Glück erst finden mussten*“, erzählt die Journalistin Petra Wiegers die Geschichten von vier Frauen, die an einer postpartalen Depression litten.

Da ist Mavi, die perfekte Hausfrau, die nach der Geburt ihres dritten Kindes von ihren eigenen Ansprüchen überfordert ist und so in die Depression rutscht. Karrierefrau Isabel, die schnell spürt, dass sie sich mit der klassischen Mutterrolle überhaupt nicht anfreunden kann. Sarah versucht, sich ihren Mädchentraum von der perfekten Familie zu schaffen und geht fast daran zugrunde. Und die erfolgreiche Chirurgin Charlotte leidet nach der Geburt von Zwillingen an Angst- und Panikattacken.

Mit viel Einfühlungsvermögen schildert Petra Wiegers die Geschichten der vier unterschiedlichen Frauen und wie es ihnen schließlich gelingt, ihr Leben wieder lebenswert zu gestalten, auch wenn dies ein schwerer Weg war.

Hilfe bei postpartaler Depression

Ergänzend zu den Geschichten, beleuchtet die Ärztin und Psychotherapeutin Dr. Susanne Simen, die Entwicklung der vier Frauen und die Ursachen für ihre Erkrankung. Sie erläutert, wie wichtig eine möglichst schnelle psychotherapeutische Behandlung der Mütter ist, unterstützt wird diese häufig auch durch Medikamente. Parallel dazu wird die Beziehung von Mutter und Kind behutsam gefördert und oft ist es auch nötig, dass Familienmitglieder wie der Partner, die Kinder und evt. auch Eltern oder Schwiegereltern Hilfe bekommen.

Weitere Informationen zum Thema postpartale Depression gibt es u. a. beim Verein Licht und Schatten. In dringenden Fällen hilft die Notfallseelsorge auch telefonisch weiter.

Info: Oft wird statt der Formulierung postpartale Depression auch der Begriff postnatale Depression verwendet. Dieser beschreibt die gleiche Erkrankung, ist allerdings sprachlich nicht ganz korrekt. Postpartal (lat. partus Geburt, Entbindung) bezeichnet den Zustand nach einer Geburt. Postnatal bezieht sich auf das Neugeborene (lat. natus geboren), die Depression tritt aber natürlich bei der Mutter auf.




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Die Autorin

Petra Wiegers Petra Wiegers ist Journalistin, Autorin, Filmemacherin und Moderatorin. Sie arbeitet für Arte und den Bayerischen Rundfunk.

Zum Thema postpartale Depression hat sie auch einen Dokumentarfilm gedreht, der in der ARD und in den dritten Programmen ausgestrahlt wurde. Sein Titel: „Mein fremdes Kind – Wenn Müttern die Liebe fehlt“.

Allgemeine Infos zum Buch

Nur die Liebe fehlt – Von Depressionen nach der Geburt und Müttern, die ihr Glück erst finden mussten

Nur die Liebe fehlt*

Titel: Nur die Liebe fehlt – Von Depressionen nach der Geburt und Müttern, die ihr Glück erst finden mussten*

Inhalt: Ein Baby zu bekommen, ist das größte Glück. So die Erwartung. Doch zehn bis zwanzig Prozent aller Mütter geraten nach der Geburt in eine schwere Krise, die sogenannte postpartale Depression. Liebevolle Gefühle für ihr Kind bleiben aus, Traurigkeit, Ängste, Aggressionen und Schuldgefühle bestimmen den Tag. Hinzu kommt oft das Unverständnis von Familie und Freunden. In diesem Buch erzählt die Journalistin Petra Wiegers die bewegenden Geschichten von vier Frauen, die nach einem – zum Teil sehr schweren – Leidensweg durch die Depression wieder Lebensmut und Liebe für ihr Kind gefunden haben. Die Psychiaterin Susanne Simen ordnet die Geschichten in einen therapeutischen Kontext ein. Ein Buch, das aufklärt, berührt und Mut macht.

Taschenbuch: 180 Seiten

Verlag: Patmos Verlag; Auflage: 1 (19. September 2016)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3843606986

ISBN-13: 978-3843606981

Preis: 16,99 EUR

Foto: Patmos Verlag

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