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Fußball-Eltern – Eine Spezies für sich

Fußball-Eltern

„Wer den Schiedsrichter oder die Schiedsrichterin beschimpft oder beleidigt, muss mit der Verweisung von der Sportanlage rechnen.“ (Der Vorstand) – Dieser Satz hängt deutlich sichtbar am Vereinshäuschen auf dem Fußballplatz, auf dem mein Sohn zweimal in der Woche trainiert und regelmäßig Punktspiele austrägt.

Nun könnte man meinen, er gilt allein Spielern und Trainern, die ja schon mal recht hitzig werden können, wenn es zur Sache geht. Ich fürchte allerdings, er richtet sich auch an die Eltern von Nachwuchs-Kickern.

Fußball-Eltern sind ja eine Spezies für sich …

Wenn der Ehrgeiz mit den Eltern durchgeht …

Es gab ihn immer schon, diesen Typ Mensch, dem es irgendwie nicht vergönnt war, seine eigenen Träume zu verwirklichen und der diese deshalb auf seinen Nachwuchs projiziert. Eltern, die ihre Kinder bei Casting-Agenturen anmelden, weil es mit der eigenen Schauspiel-Karriere nicht so recht klappen wollte, andere zwingen ihre Kids, ein Instrument zu erlernen, das sie selbst nie haben konnten und dann gibt es da eben die Fußball-Eltern.

Solche, die sicher Nationalspieler hätten werden können, wäre da nicht diese unglückliche Knie-Verletzung in der D-Jugend gewesen oder war es vielleicht doch der Mangel an Talent? Wer weiß das schon so genau 😉

Andere haben zwar selbst noch nie gegen einen Ball getreten, halten ihre Kids aber für maximal-talentiert und sind deshalb ehrgeizig, sehr, sehr ehrgeizig …

Pushen, Pimpen, Pöbeln

Die etwas harmloseren Vertreter dieser Fußball-Eltern feuern ihre Kinder einfach nur an, sehr engagiert, sehr laut, evtl. im passenden Fan-Outfit. Kein Scherz, ich habe schon Mütter-Trupps gesehen, die in bedruckten Sweat-Shirts am Spielfeld-Rand standen. Die Sweat-Shirts zierten dann zum Beispiel der Vereinsname des Dorf-Clubs, der Vorname des Kindes und noch irgendeine vermeintlich launige Ergänzung wie Spieler Mutti Deluxe.

Noch anstrengender als die harmlosen Enthusiasten sind die Eltern, die ständig versuchen, dem Trainer reinzuquatschen, damit er ihr Kind öfter zum Einsatz bringt oder vielleicht auf einer anderen Position spielen lässt.

Der Gipfel des Elends sind allerdings die Mütter und Väter, die sich bei Spielen nicht beherrschen können und permanent vom Spielfeldrand Anweisungen brüllen, Kinder der gegnerischen Mannschaft schlecht machen oder eben den Schiedsrichter beschimpfen. Selbst wenn dieser erst 13 ist, was durchaus vorkommen kann.

Das Buch zum Thema

Nun spielt mein Sohn ebenfalls seit einigen Jahren Fußball und ich habe jeden der beschriebenen Eltern-Typen schon persönlich erlebt. Leider! Sei es in den eigenen Reihen oder bei gegnerischen Teams. Schön war beides nicht.

Zum Glück gibt es auch unter Fußball-Eltern sehr viele nette Menschen, die dieses Hobby mit viel Gelassenheit und Realismus begleiten, auch das sollte an dieser Stelle erwähnt werden.

Nun fiel mir kürzlich ein Buch in die Hände, das den vielversprechenden Titel „Fußballmütter“ trägt. Ein kleiner, leichter Roman, den ich im Urlaub las.

Hauptdarstellerin ist Carolin, frisch-geschiedene Mutter eines Achtjährigen, der unbedingt Fußball spielen möchte. Ein Wunsch, den Carolin ihrem Jungen natürlich erfüllt und schon ist sie mittendrin in der Welt der Fußball-Eltern …




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Nebenbei geht es auch noch ein bisschen um die Beziehung zu ihrem Ex-Mann und natürlich auch um einen potentiellen Nachfolger. Wie gesagt, leichte Kost soweit, dabei aber recht humorvoll, gut zu lesen und – in Hinblick auf die Fußball-Eltern – durchaus treffend beobachtet.

Mit anderen Worten: Falls ihr auch schon eure Erfahrungen mit diesem Typ Mensch gesammelt habt, könnte das Buch auch etwas für euch sein. Ich habe im Urlaub teilweise laut daraus vorgelesen und meine Kinder haben sich bestens amüsiert.

Deshalb hier noch ein paar Fakten zum Buch:

Fußballmütter

Fußballmütter*

Titel: Fußballmütter*
Autorin: Hanna Dietz
Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Wunderlich; Auflage: 1 (19. Mai 2017)
ISBN-13: 978-3805203289
Preis: 14,99 Euro

Die Autorin

Hanna Dietz, geboren 1969 in Bonn, arbeitet als freie Journalistin für Fernsehen und Hörfunk. Mit «Männerkrankheiten» und «Weiberwahnsinn» schaffte sie es jeweils auf die Spiegel Bestsellerliste. Bei Wunderlich erschien bereits «Wie Buddha in der Sonne».

Foto: Nicole Stroschein

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