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Brei oder nicht? Baby-led Weaning und was dahinter steckt

Baby-led Weaning

„Ein Löffelchen für Mama, ein Löffelchen für Papa …“ so oder ähnlich lautete jahrzehntelang das Motto bei der Umstellung von reiner Milchnahrung auf Brei und später feste Kost. Etwa ab einem halben Jahr bekamen Babys ihren ersten Brei, meistens einem festen Schema folgend: Karotte, Kartoffel, Fleisch …

Heute sieht das in immer mehr Familien anders aus. Breifrei oder auch Baby-led Weaning, kurz BLW, sind die Stichworte. Doch was verbirgt sich dahinter genau?

Baby-led Weaning – wenn Baby selbst entscheiden darf!

Jeder, der schon mal ein Baby gefüttert hat kennt diesen Moment, in dem der kleine Mensch sich weigert, das angebotene Gemisch zu essen. Meistens kommt der Brei dann genauso schnell wieder aus dem Mund, wie er hereingefunden hat. Falls der Breiverweigerer den Mund überhaupt geöffnet hat.

Nun kann sowas mal von der Tagesform abhängen oder von einer Vorliebe, es gibt aber auch Kinder, die schlichtweg keinen Brei mögen. Und so entstand vor etwa 10 Jahren der Trend, auch Babys einfach selbst ausprobieren zu lassen.

Weichgekochtes Gemüse, Kartoffeln, alles, was es verträgt und mit den eigenen Händen greifen, sowie zum Mund führen kann. Inzwischen gibt es sehr viele junge Eltern, die ihre Kinder so an feste Nahrung heranführen und auf Brei ganz verzichten.

BLW – was gibt es dabei zu beachten?

In den ersten sechs Monaten benötigen Babys nichts außer Muttermilch oder Babymilch. Vorher ist es nicht nötig, andere Lebensmittel zu füttern, es kann sogar schädlich sein. Bevor Babys selbst zugreifen dürfen, sollten sie außerdem aufrecht sitzen können und vor allem Interesse an fester Nahrung zeigen.

Baby-led Weaning

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Sind diese Voraussetzungen gegeben, spricht nichts dagegen, Baby-led Weaning einfach mal auszuprobieren. Am besten bei gemeinsamen Mahlzeiten – schließlich ist allein essen langweilig. Biete deinem Kind einfach mal weichgekochtes Gemüse oder Kartoffeln an und schau, was es damit anstellt.

Ausprobieren und ein bisschen rummatschen ist dabei ausdrücklich erlaubt. Das Ganze soll Spaß bringen und die Freude am Essen fördern, nicht andersrum.

Folgende Lebensmittel eignen sich zum Testen besonders gut: Gedämpftes oder blanchiertes Gemüse wie Karotte, Brokkoli, Kartoffeln, aber auch mildes Obst. Achte anfangs darauf, dass die Stücke nicht zu klein geschnitten sind, Babys greifen zunächst noch mit der ganzen Hand.

Wichtig: Salz und Gewürze sollten nicht an Babys Essen und lass dein Kind niemals beim Essen allein. Es könnte sich verschlucken und deine Hilfe brauchen.

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Was ist nicht erlaubt und was sagen die Kritiker?

Grundsätzlich ist erlaubt, was Baby gefällt, allerdings gibt es eine Reihe von Lebensmitteln, die vor dem 1. Geburtstag Tabu sind:

  • Honig
  • Nüsse
  • nicht homogenisierte und pasteurisierte Milchprodukte
  • rohes Ei
  • fetten Fisch
  • Zucker und Salz sind ebenfalls nicht nötig sondern eher schädlich

Kritiker bemängeln außerdem, dass Kinder, die selbst entscheiden dürfen, nicht mit allen Nährstoffen versorgt werden könnten, die sie brauchen.

Hierbei gilt zu beachten: Milch bleibt zunächst die Hauptnahrung, sodass es völlig ok ist, wenn dein Kind am Anfang nur wenig selbst ist. Später ist es natürlich sinnvoll im Auge zu behalten, ob der kleine Anfänger sich eventuell einseitig ernährt, aber dieses Problem kennen ja auch die Eltern von Breiessern …

Probiert es doch einfach mal aus, auch eine Mischung von Brei und fester Nahrung ist ja völlig in Ordnung. Bei Unsicherheit oder Allergiegefährdung sprecht mit dem Kinderarzt oder der Hebamme.

Weitere Informationen und Erfahrungsberichte zu Baby-led Weaning gibt es auf der Website zum Thema.

Lasst es euch schmecken!

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