Gesundheit & Entwicklung
Kommentare 1

Warum Kurnachsorge so wichtig ist – und welche Angebote es gibt

Kurnachsorge (Mutter & Kind machen zusammen Yoga)
Gastbeitrag von Annika Johannes & Julia Otterbein

Eine Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Kur ist für viele Familien ein wichtiger Schritt, um wieder Kraft zu schöpfen, gesundheitliche Belastungen zu lindern und neue Perspektiven für den Familienalltag zu gewinnen. Drei Wochen Auszeit, therapeutische Begleitung, Entlastung vom Alltag – all das kann spürbar helfen.

Und doch zeigt sich häufig: Die eigentliche Herausforderung beginnt erst nach der Rückkehr nach Hause.

Der Übergang vom geschützten Kurrahmen zurück in den Alltag hat seine Tücken. Alte Muster, Zeitdruck, Erschöpfung oder ungelöste Konflikte sind nach drei Wochen nicht einfach „weg“. Genau hier setzt Kurnachsorge an.

Zurück im Alltag – und dann?

Während der Kur erleben viele Eltern, wie wohltuend Struktur, Entlastung, Bewegung, Austausch und professionelle Begleitung sind. Sie lernen z.B. neue Strategien im Umgang mit Stress, bekommen Impulse für ihre Gesundheit, ihre Rolle als Eltern oder auch für die Paar- oder Familiendynamik.

Zurück im Alltag fehlt jedoch häufig:

  • die Zeit für regelmäßige Reflexion,
  • ein geschützter Raum für Fragen und Unsicherheiten,
  • jemand, der hilft, das Gelernte in kleinen Schritten umzusetzen.

Ohne Unterstützung versanden gute Vorsätze schnell. Die eigenen Bedürfnisse rücken wieder in den Hintergrund. Nicht, weil Eltern „zu schwach“ sind, sondern weil nachhaltige Veränderung häufig Begleitung braucht. Kurnachsorge schließt genau diese Lücke.

Was wir unter Kurnachsorge verstehen

Kurnachsorge umfasst Angebote, die nach einer Mutter-/Vater-Kind-Kur unterstützen, die positiven Effekte langfristig zu sichern. Ein Nachsorgeangebot kann dabei helfen,

  • Kurinhalte in den Alltag zu übertragen,
  • Rückfälle in alte Belastungsmuster zu verstehen und abzufedern,
  • Selbstfürsorge zu lernen und zu leben
  • emotionale und körperliche Stabilität aufzubauen (z.B. Resilienz-Training, Entspannungstechniken, Yoga oder ähnliches)

Dabei geht es nicht um „noch mehr To-dos“, sondern um alltagstaugliche, realistische Schritte – angepasst an die jeweilige Familiensituation.

Welche Angebote gibt es in der Kurnachsorge?

Kurnachsorge ist vielfältig und kann ganz unterschiedlich aussehen. Typische Angebote sind zum Beispiel:

  1. Einzelgespräche
    In individuellen Coaching- oder Beratungsgesprächen können Eltern persönliche Themen vertiefen, die während der Kur angestoßen wurden: Erschöpfung, Abgrenzung, Schuldgefühle, Rollenfindung oder der Umgang mit herausfordernden Familiensituationen.
  2. Gruppenangebote
    Austausch mit anderen Eltern, die Ähnliches erlebt haben, wirkt entlastend und stärkend. Gruppentreffen – online oder vor Ort – bieten Raum für gegenseitige Unterstützung, neue Perspektiven und gemeinsames Lernen.
  3. Körperorientierte Angebote
    Viele Belastungen sitzen nicht nur im Kopf, sondern auch im Körper. Angebote zur Selbstregulation, Achtsamkeit, Entspannung oder Nervensystemarbeit helfen, auch im Alltag besser mit sich verbunden zu bleiben.
  4. Thematische Kurse und Workshops
    Zum Beispiel zu Stressmanagement, Eltern-Selbstfürsorge, friedvoller Elternschaft, mentaler Gesundheit oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Nicht jedes Angebot passt zu jeder Familie – und genau deshalb ist Orientierung so wichtig.

Orientierung finden: Im Netzwerk Kurnachsorge

Viele Eltern wissen gar nicht, dass es Kurnachsorgeangebote gibt und mussten bisher mühsam danach suchen. Das möchte das Netzwerk Kurnachsorge ändern. Es bündelt qualifizierte Anbieter:innen aus den Bereichen Coaching, Beratung und Begleitung nach Mutter-/Vater-Kind-Kuren. Ziel ist es, Eltern den Zugang zu passenden Angeboten zu erleichtern – übersichtlich, transparent und passend zu ihren Bedürfnissen.

Auf der Webseite des Netzwerks können sich Eltern informieren über:

  • lokale, regionale und digitale Angebote,
  • unterschiedliche Formate der Kurnachsorge,
  • fachliche Schwerpunkte der Anbieter:innen.

So wird es einfacher, genau die Unterstützung zu finden, die zur eigenen Situation passt – sei es ein Einzelcoaching, eine Gruppe oder ein spezielles Nachsorgeangebot.

Weitere Informationen finden Interessierte direkt auf der Webseite des Netzwerks Kurnachsorge: https://netzwerk-kurnachsorge.de/

Veränderung entsteht im Alltag – mit der richtigen Begleitung

Eine Kur kann viel in Bewegung bringen – doch echte Veränderung entsteht im Alltag. Kurnachsorge hilft dabei, das Erlebte nicht nur als kurze Atempause zu verbuchen, sondern als Startpunkt für nachhaltige Entlastung und Entwicklung.

Eltern dürfen sich Unterstützung holen. Nicht, weil sie versagt haben, sondern weil sie Verantwortung für sich und ihre Familie übernehmen. Angebote der Kurnachsorge – und insbesondere die Orientierung über das Netzwerk Kurnachsorge – können dabei ein entscheidender Baustein sein.

Die Autorinnen

Annika JohannesAnnika Johannes: Als Systemischer Coach unterstützt Annika Mütter und Väter dabei, den positiven Effekt einer Kur nachhaltig in den Alltag zu übertragen. Ihre Angebote – sowohl für Eltern als auch für Kurkliniken – basieren auf den Ergebnissen ihrer Umfrage und sind genau auf die Bedürfnisse und Wünsche von Eltern nach einer Mutter-/Vater-Kind-Kur abgestimmt.

Julia OtterbeinJulia Otterbein begleitet als FREL®-Coach Eltern auf dem Weg zu einer friedvolleren Elternschaft. Ein Spezialgebiet ihres Angebots dreht sich um die Mutter-Kind-Kuren. Sie begleitet Mütter schon vor der Entscheidung, in der Kurvorbereitung, hat ein großartiges Kurtagebuch entwickelt und bietet hilfreiche kostenlose Angebote für die verschiedenen Phasen vor und nach der Kur an.

Kurnachsorge

Pin it!

1 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wenn Du wissen möchtest, welche Daten wir beim Hinterlassen eines Kommentars speichern, schau bitte in unsere Datenschutzerklärung.