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50 Dinge, für die Ihr Kind Ihnen einmal dankbar sein wird

50 Dinge, für die Ihr Kind Ihnen einmal dankbar sein wird

„Dafür wirst du mir später einmal dankbar sein.“

Schon klar, keiner von uns hat diesen Satz früher gern gehört. Denn als wir noch klein waren – „klein“ im Sinne von nicht volljährig und zu alleinigen Entscheidungen befugt – bedeutete er für uns meist irgendein Verbot oder dass wir von unseren Eltern zu einer Pflicht verdonnert wurden, die uns gerade überhaupt nicht in den Kram passte (Ich sag nur: LATEINVOKABELN!).

Kurz: Dieser Satz bedeutete JEDES MAL einfach nur Schluss mit lustig. Und trotzdem: Jetzt, da wir selbst Eltern sind, erwischen wir uns dabei, wie wir ihn auch zu unseren Kindern sagen. Oder ihn zumindest denken. Weil wir für unseren Nachwuchs schließlich nur das Beste wollen. 

Nützliche Tipps und Anregungen

Die Münchener Autorin und Journalistin Iris Röll hat für ihr Buch „50 Dinge, für die Ihr Kind Ihnen einmal dankbar sein wird“ (Kösel Verlag) mit Kinderärzten, Therapeuten und anderen Experten, aber auch mit „Otto Normalverbrauchern“ gesprochen. Das Ergebnis ist eine Sammlung nützlicher Tipps und Anregungen, die informieren und gleichzeitig auch ungemein beruhigen. Denn nach der Lektüre des kleinen Büchleins – ich selbst hatte es binnen einer Stunde durch – fühlt man sich nicht nur besser gewappnet für das Leben mit einem Dreikäsehoch, sondern hat auch noch das gute Gefühl, mit seinen Ansichten nicht völlig daneben zu liegen.

Datenschutz für Babys

Neben ein paar Ratschlägen, die für die meisten Eltern wohl selbstverständlich sind (z. B. regelmäßige Zahnpflege beim Kind oder Medienkonsum wie TV und Internet nur dosiert erlauben), finden sich in Iris Rölls Buch auch jede Menge Anregungen, auf die man vielleicht nicht unbedingt sofort kommt. So fand ich vor allem den Punkt „Datenschutz für Babys hilfreich und überdenkenswert.

Denn natürlich würde ich persönlich am liebsten den ganzen Tag süße Fotos meiner Tochter auf Facebook posten. Aber tue ich meinem Kind damit einen Gefallen? Wohl eher nicht. So ganz genau weiß ich schließlich nicht, was mit ihren Fotos im WorldWideWeb passiert – und außerdem hat auch ein Kind ein Recht am eigenen Bild und sollte selbst darüber entscheiden können, was veröffentlicht wird und was nicht. So lange es das noch nicht kann oder darf, heißt das auch für uns Eltern: Finger still halten! Ich jedenfalls habe nach diesem Tipp sofort alle Schnappschüsse, die es von ihr im Netz noch gab, gelöscht. Schweren Herzens, denn sie ist wirklich niedlich …

Musik, Sport, Rituale

Weiter geht’s mit echten Klassikern wie „Musikinstrument lernen“, „Sport treiben„ oder „Rituale pflegen“, darüber hinaus erklärt die Autorin aber auch, warum solche Dinge für ein Kind später so wichtig sind, weil sie z. B. Vertrauen und Halt geben oder schlicht den Horizont erweitern. Immer mal wieder lässt Iris Röll neben ausgewiesenen Experten auch „normale Menschen“ zu Wort kommen, die erzählen, welche früh vermittelten Werte sie bis ins Erwachsenenleben hilfreich begleiten und welche Erinnerungen bei ihnen auch heute noch dieses ganz bestimmte warme Gefühl von Geborgenheit wecken.

Jeder von uns kennt so etwas, wenn wir sagen: „Früher haben wir am Weihnachtsabend immer zusammen Kniffel gespielt“ oder „Sonntags haben Mama und Papa mit mir im Bett getobt“. So etwas vergessen wir nicht, auch, wenn wir schon seit Jahrzehnten nicht mehr zu Hause leben.

Tippen, Schwimmen, Feilschen

Dann gibt es noch ganz praktische Anregungen, so zum Beispiel, dass jeder Jugendliche heutzutage lernen sollte, mit zehn Fingern zu tippen (Ja, dafür wäre ich meinen Eltern ECHT dankbar gewesen!) oder dass ein Schwimmkurs vor einem bestimmten Alter vielleicht Spaß macht, fürs Schwimmen allerdings überhaupt nichts bringt. Die Autorin erläutert, weshalb gemeinsames Feilschen auf dem Flohmarkt nicht nur lustig ist, sondern das Kind auch in Verhandlungsstrategien schult.

Sie weist darauf hin, wie wichtig es ist, dass Eltern für ihren Nachwuchs einstehen und ihm das Gefühl vermitteln, immer für ihn da zu sein – ohne ihm damit allerdings alles durchgehen zu lassen oder stets seine Partei zu ergreifen. Im Gegenteil, gerade in der Pubertät braucht ein junger Mensch Eltern, die mit ihren Ansichten auch mal „nerven“ oder in Opposition gehen, denn Reibung und Konflikte gehören zum Leben einfach dazu. Mama und Papa, die zu allem  „Ja und Amen“ sagen, helfen ihren Kindern nicht dabei, ihren eigenen Weg zu finden.

Zum Abschluss gibt Iris Röll übrigens noch drei Tipps, für die ELTERN durchaus dankbar sein können:

  1. Nachsicht üben und gelassen sein, wenn zu Hause mal wieder das Chaos tobt. Die Jahre mit einem Kind gehen so schnell vorbei – da muss man sich nicht jedes Mal über die Schultasche aufregen, die einfach in den Flur gepfeffert wird. Vielleicht reicht auch jedes zweite Mal.
  2. Zeit für sich selbst und den Partner reservieren. Denn, ja, wir lieben unsere Kleinen – aber wir haben auch immer noch ein eigenes Leben, in dem ein Kinoabend oder ein Wochenende zu zweit weiterhin möglich sein müssen.
  3. Auch mal wegschauen oder weghören. Jeder braucht hin und wieder eine „Erziehungspause“, und wenn wir müde und schlapp von der Arbeit sind, ist es auch  mal erlaubt, ein kleines Schimpfwort schlicht zu überhören oder nicht sofort den fehlenden Schokoriegel aus der Süßigkeitenschublade zu thematisieren. Leben und leben lassen – das gilt an manchen Tagen auch für uns Eltern.
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Daumen hoch!Fazit:  Mich hat das Buch wirklich begeistert! Eine kleine, aber feine Lektüre, die uns Eltern ein paar wirklich nützliche Anregungen an die Hand gibt, wie wir unsere Mini-Menschen dabei unterstützen können, mit sicheren Schritten durchs Leben zu gehen. Zehn Euro, die sich absolut lohnen!

Allgemeine Infos zum Buch

50 Dinge, für die Ihr Kind Ihnen einmal dankbar sein wird (*Amazon Partner Link)

50 Dinge, für die Ihr Kind Ihnen einmal dankbar sein wird*

Titel: 50 Dinge, für die Ihr Kind Ihnen einmal dankbar sein wird*

Autorin: Iris Röll

Gebundene Ausgabe: 96 Seiten

Verlag: Kösel-Verlag (6. Oktober 2014)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3466310245

ISBN-13: 978-3466310241

Gebundene Ausgabe: 10,00 EUR & Kindle-Edition: 8,99 EUR

Foto: Kösel-Verlag

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3 Kommentare

  1. Hi Wiebke! Das klingt nach einem spannenden Buch. Und ich finde auch den Bereich „Datenschutz fürs Baby“ wichtig. Im ersten Moment klingt es vielleicht lustig, aber wir alle wissen, dass es sehr schwer ist, Fotos, die mal im Internet sind, wieder weg zu bekommen. Entsprechend sollte man sich dreimal überlegen, ob man die Nackedei-Fotos vom Töchterchen beim Plantschen wirklich in Facebook posten möchte… Ich halte mich da sehr zurück. Und ich hoffe, meine Kinder danken es mir. ;o)
    LG! Jens

    • Hi Jens,
      da sind wir ganz deiner Meinung – das Recht am eigenen Bild sollte auch für kleinere Menschen gelten 🙂

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