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Autokindersitz – Wie finde ich den richtigen?

Autokindersitz

Ich werde ihn vermutlich nie vergessen – den Tag, an dem wir unsere Tochter endlich mit nach Hause nehmen durften. Fünf Wochen hatten wir nach ihrer plötzlichen Frühgeburt darauf gewartet. Und mindestens ebenso lange habe ich mich mit der Auswahl des richtigen Kindersitzes für das Auto beschäftigt, bzw. der Auswahl der besten Babyschale, wie die Dinger am Anfang noch heißen. Selten hatte ich mich in ein Thema so akribisch reingearbeitet. Unser rohes Ei sollte doch auf jeden Fall sicher reisen.

Von der Tragetasche zum High-Tech-Sitz

Es gab tatsächlich Zeiten, da hielt die frischgebackene Mutter ihr Baby einfach auf dem Arm. Später legte man es in einer Tragetasche auf den Sitz.

Iso-Fix, Fünf-Punkt-Gurt, Seitenaufprallschutz? Nö. So gesehen bin ich mir sicher, dass meine so aufwändige Kaufvorbereitung von vor – ähem – bald 12 Jahren, heute zu ganz anderen Ergebnissen führen würde. Schauen wir doch mal …

Autositz – Die Gruppen

Kindersitze werden in Gruppen eingeteilt, im Wesentlichen geht es dabei um Größe und Gewicht des Kindes, immer angelehnt an das Alter. Wichtig ist natürlich, dass größtmögliche Sicherheit gewährleistet ist.

Eltern wissen aber, dass auch ein gewisses Maß an Bequemlichkeit nicht zu verachten ist. Nichts nervt beim Autofahren mehr als ein quengelndes Kind und natürlich sollte auch der Rücken der Kleinsten schon pfleglich behandelt werden.

Gruppe 0: Die erste, bereits erwähnte Babyschale kommt ab Tag 1 zum Einsatz. Weniger ein Sitz eben, als eine Schale. Die Kinder liegen darin immer entgegen der Fahrtrichtung. (Wichtig: Steht die Schale auf dem Beifahrersitz, muss er Airbag deaktiviert sein!)

Sie hat außerdem einen Griff, damit man sie auch bequem ins Haus tragen kann (so bequem es eben sein kann, 10 kg Lebendgewicht plus sitz in einer Hand und die Einkäufe in der anderen Hand zu tragen 🙂 ).

Man nutzt die Babyschale etwa bis zu einem Gewicht von 13 Kilogramm und vor allem sollten die Kinder auch allein aufrecht sitzen können, bevor sie in den nächsten Sitz wechseln.

Gruppe 1: Dieser Sitz ist grob von 9 Monaten bis 3,5 Jahren und ein Gewicht von 9 bis 18 Kilogramm vorgesehen. Er ist meistens auch noch so verstellbar, dass Kinder im Schlaf gemütlich nach hinten sinken können. Oft gibt es auch mitwachsende Modelle, bei denen Breite, Sitzhöhe und die Gurte angepasst werden können.

Neu sind sogenannte i-Size-Sitze. Sie berücksichtigen nicht das Gewicht des Kindes, sondern ausschließlich die Körpergröße. Kinder bis 15 Monate sitzen rück­wärts gerichtet. Für den Schutz beim Seiten­aufprall sind die Vorschriften schärfer. I-Size-Sitze gibt es aktuell etwa der Gruppe 1 entsprechend.




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Gruppe 2/3: Reine Sitze der Gruppe 2 sind selten. Meistens lässt sich die Rücklehne des Sitzes abnehmen, so dass man diese Sitze auch für größere Kinder noch nutzen kann. Kinder ab ca. 3,5 Jahre und 15 Kilogramm können in Gruppe 2 wechseln.

Die Sitze haben eine Rückenlehne und eine Kopfstütze, meistens wird das Kind aber dann schon mit dem regulären Gurt angeschnallt.

Ab etwa 7 Jahre, 25 Kilogramm und 1,25 m kann man die Rückenlehne weglassen und nur noch die Sitzerhöhung (Gruppe 3) nutzen.

Was ist Isofix?

Früher wurden Kindersitze einfach auf den Sitz gestellt und mit dem Gurt fixiert. Die Isofix-Vorrichtung sind fest im Auto eingebaute Bügel, in die der Sitz eingehakt und verankert wird. Isofix-Sitze sind zwar teurer, aber dafür auch sicherer.

Wichtig: Überprüfen Sie zunächst die Gegebenheiten Ihres Autos, bevor Sie sich für einen Sitz entscheiden. Weitere Details hierzu gibt es bei der Stiftung Warentest.

Wie kann ich sparen?

Autokindersitze können schon mal mehrere hundert Euro kosten. Eine große Investition, die nicht jeder problemlos bewältigen kann. Trotzdem Vorsicht bei gebrauchten Sitzen! Nur, wenn Sie wissen, dass der Sitz garantiert unfallfrei ist, ist dies eine Option. Auf keinen Fall sollte man gebrauchte Kindersitze auf dem Flohmarkt kaufen. Achten Sie lieber auf Sonderangebote, die dank Vergleichsportalen im Netz ja leicht zu finden sind. Wer lieber persönliche Beratung möchte, kauft seinen Sitz im Babymarkt vor Ort.

Wann brauchen wir keinen Autokindersitz mehr?

Die Straßenverkehrsordnung sagt Folgendes: „Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, die kleiner als 150 cm sind, dürfen in Kraftfahrzeugen auf Sitzen, für die Sicherheitsgurte vorgeschrieben sind, nur mitgenommen werden, wenn Rückhalteeinrichtungen für Kinder benutzt werden, die für das Kind geeignet sind (geeignet sind nur Systeme, die den Kriterien der ECE 44-03 oder ECE 44-04 entsprechen). Dies gilt nicht in Kraftomnibussen mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 t.

Anmerkung: Die gesetzliche Verpflichtung zur Benutzung eines Autokindersitzes endet mit 12 Jahren oder wenn das Kind 150 cm groß ist. Eines der beiden Kriterien muss also erfüllt sein. Das 12. Lebensjahr wird mit dem 12. Geburtstag vollendet.

Mit anderen Worten: Ein Kindersitz ist bis zum Erreichen der Körpergröße von 1,50 m (oder dem 12. Geburtstag) in einem privaten PKW immer Vorschrift.

Foto: antoniodiaz / shutterstock.com

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