Das erste Jahr, mal ehrlich …!
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Baby? Nein, danke! Warum ich große Kinder so sehr liebe!

babyfrage

Es ist viele Jahre her, da schockte mich eine Kollegin, die bereits etwas größere Kinder hatte, mit der Aussage: „Babys sind nicht so mein Ding, das ist mir irgendwie zu viel Pflegeanteil. Ich mag lieber größere Kinder.“ Nun war ich gerade schwanger und spontan entsetzt: Wie konnte sie so etwas nur sagen? War das nicht total frevelhaft? Muss man Babys nicht einfach lieben?

Nö, muss man nicht. Das weiß ich heute. Und ich verstehe inzwischen total, was die Kollegin damals meinte. Und deshalb erzähle ich euch einfach mal, warum ich große Kinder so sehr liebe 🙂

Der Baby-Schock

Es hatte mich irgendwie schon immer irritiert, wenn erwachsene Menschen sich quietschend auf Säuglinge stürzten, um sie mit viel Duzi-Duzi und seltsamen Geräuschen vermeintlich zu bespaßen. Als Teenager fragte ich mich sogar, ob es den Babys vielleicht unangenehm sein könnte, derart belästigt zu werden? Ich halte das auch bis heute nicht für ausgeschlossen 😉

Irgendwann war es dann soweit: Ich erwartete selbst das erste Kind. Und wollte natürlich alles richtig machen. Es lieben, behüten, pflegen und meinetwegen auch mit dem einen oder andern Duzi-Duzi erfreuen, falls sich herausstellen würde, dass es ein Duzi-Duzi-Typ wäre.

Die gute Nachricht: Ich liebte das kleine Ding vom ersten Tag an. Ebenso ging es mir mit dem zweiten Kind.

Und doch: Der Baby-Schock ließ sich nicht leugnen.

Hunger, Windel, Schlafen

Diese drei zentralen Themen beherrschen den Alltag mit einem Baby in den ersten Monaten dermaßen, dass sich das Leben schon ein bisschen einseitig anfühlen kann. Blöd auch, dass Babys oft nachts hungrig sind, junge Eltern also häufig übermüdet umherlaufen. Und dazu kommt – egal, was die anderen behaupten – dass viele Babys (wenn nicht sogar alle) sehr regelmäßig und teilweise auch ausdauernd schreien.

Das Problem: Man weiß manchmal leider nicht so genau, warum sie schreien, kann also auch nicht unbedingt spontan helfen. Hunger? Windel voll? Müde? Kann sein, muss aber nicht. Manchmal ist ja auch einfach das Leben noch ein bisschen viel. Zu laut, zu viel Licht, zu viele neue Eindrücke (zu viel Duzi-Duzi?) – Schreien hilft, ein bisschen Druck abzulassen.

Wenn auch nicht zwingend für die verunsicherten Erwachsenen der Familie. Es ist also unvermeidbar, dass man das Schreien manchmal einfach aushalten muss. Und jeder Mensch weiß, wie sehr es an den Nerven zerrt, wenn ein Baby schreit. Das hat die Natur clever eingerichtet. Baby schreit – Stress beim Erwachsenen – Erwachsener will, dass Baby ruhig ist und hilft – Baby überlebt … so die sehr vereinfachte Zusammenfassung des Baby-schreit-Erwachsener-hilft-Prinzips.

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Endlich feste Nahrung, endlich Kommunikation!

Nun dauert diese Phase natürlich nicht ewig. Sie ändert auch nichts daran, dass Menschen ihre kleinen Würmchen lieben. Ja, auch ich habe sie immer geliebt, egal, wie laut sie gekräht haben. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Aber der Reihe nach. Es zogen ein paar Monate ins Land, dann ein paar Jahre. Es wurde einfacher. Welch großartiger Moment, wenn das Baby unterwegs Hunger hat und man ihm einfach eine Banane oder eine Brötchen in die Hand drücken kann. Noch viel toller dieser Moment, wenn man endlich nicht mehr das halbe Monatsgehalt in Windeln investieren muss.




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Ok, anfangs ist es sehr aufregend, mit einem Kleinkind einkaufen zu gehen, das gerade erst die Windeln abgelegt hat. Auch später müssen Kinder immer zum unpassenden Moment und halten es für völlig überflüssig, VOR dem Verlassen des Hauses noch einmal zur Toilette zu gehen.

Aber, es wird einfacher. Viel einfacher. Nicht zu vergessen der Spracherwerb. Welch Wohltat, wenn der Zwerg einfach sagen kann, was ihm quer liegt, statt es herausbrüllen zu müssen!

Coole, junge Leute

Inzwischen sind meine Nachkommen in einem Alter, wo sie nicht nur formulieren können, dass sie etwas zu essen haben möchten. Nein, sie können es sich sogar schon selbst zubereiten. Wenn ich Glück habe, bekomme ich sogar etwas ab.

Zudem sind sie in der Lage, wirklich unterhaltsame Gespräche zu führen und überraschen mich immer wieder mit sehr klugen Gedankengängen. Wenn sie mal Pipi müssen, gehen sie zur Toilette. Es ist sensationell, sie gehen sogar selbständig ins Bett (meistens) und brüllen auch nicht, wenn ich das Licht ausmache oder den Raum verlasse.

Ich kann wirklich guten Gewissens behaupten, sehr viel Freude am Zusammenleben mit den jungen Leuten zu haben. Natürlich gibt es auch mal Auseinandersetzungen und die Fähigkeit oder der Wille, das eigene Zimmer aufzuräumen, lässt auch noch auf sich warten.

Schwamm drüber, irgendwas ist immer.

Baby oder nicht – welcher Typ seid ihr?

Ich bin mir heute ziemlich sicher, einfach nicht so der Baby-Typ zu sein. Ab- und zu kommt es vor, dass ich mich spontan in so ein zahn- und haarloses Ding verliebe und es direkt knutschen könnte. Ansonsten mag ich die etwas ältere Variante und (mehr oder weniger) konstruktive Gespräche – zur Not auch über Plüschtiere und Bauchnabel 😉

Eine nützliche Erkenntnis und irgendwie auch gar nicht schlimm, wie ich heute finde.

Nun wüsste ich allerdings gern noch, wie es sich bei euch verhält! Könnt ihr gar nicht genug bekommen von den kleinen Windelpaketen? Oder steht ihr auch auf größere Kinder und die Möglichkeiten, die sich eröffnen, wenn sie laufen, sprechen, Brote schmieren können? Oder aber ist es euch völlig egal, gehört ihr vielleicht zum Typ: Ich liebe jedes Alter!

Lasst es mich gern wissen. Mit einem Kommentar hier auf dem Blog, bei facebook oder aber – und das fände ich am Coolesten – mit einem eigenen Blogbeitrag zum Stichwort #babyfrage – Machen wir doch einfach eine Blogparade daraus. Ihr schreibt einen Beitrag, lasst es mich mit einer Verlinkung wissen und ich fasse am Ende alle eingereichten Beiträge noch einmal zusammen und verlinke natürlich auf eure Blogs. Die Parade läuft ab heute bis zum 30. Juni 2016 und ich freue mich sehr auf eure Beiträge!

Blogparade zum Stichwort #babyfrage - bis zum 30. Juni mitmachen! Klick um zu Tweeten

Foto: HTeam / shutterstock.com

90 Kommentare

  1. Pingback: Tierische Schale aus Pappmaché – etwas für die Grossen – Fantasiewerk

  2. Ich finde für mich folgenden Satz treffend
    „Mutter eines Kindes bist für ein Leben lang.Mutter eines Babys nur 1 Jahr“.Ich genieße (fast) jeden Augenblick mit unserer 7 Monate alten Tochter. Klar gibt es anstrengende Momente und Phasen.Aber dennoch würde ich mir nie wünschen das die Zeit endlich ein ist.Wieso auch? Ich glaube nicht das mit zunehmenden Alter des Kindes irgend etwas leichter oder einfacher wird. Es wird neue Herausforderungen geben und da ist auch für so.Wenn man nur „große“ Kinder mag kann man sich ja gerne als Pflegefamilie anbieten.Würde doch dann gut passen

  3. Pingback: Warum ich eine BabyKind-Mama bin #babyfrage - Phinabelle

  4. Super Blog. Ich möchte einen großen Lob aussprechen! 🙂
    Weiter so, wir wollen mehr! 😉
    PS: Ich weiß jetzt, dass ich aufjeden Fall kein Baby Typ bin.

  5. Ich kann den von dir in deinem Blog verfassten Beitrag ohne Wenn und Aber absolut zustimmen. Ich habe selber einen Sohn und meiner Frau ging es in den ersten Wochen nach der Geburt ähnlich wie dir. Bei einem sind wir uns aber jetzt nach 2 Jahren und 4 Monaten absolut sicher, dass wir uns das kein zweites Mal antun werden. Sorry, aber das ist nun mal unsere Meinung. Trotz allem beste Grüße!

  6. Hallo Nicole,

    Dein Text hat mich sehr interessiert und mich dazu gebracht, wieder zu schreiben. Ich habe mir nun auch Gedanken um das Thema gemacht und sie bei facebook aufgeschrieben.

    Danke für die Inspiration!
    Bepunkt

  7. Blogparade? Blogparodie, eher. Ich möchte nicht polemisieren, aber in der Schule würde es wohl heißen, Fragestellung verfehlt. Vielleicht wurde das an anderer Stelle hier schon aufgenommen, ich konnte da jetzt nicht alles lesen, aber. Der Antagonismus zwischen kleinem und großen Kind ist doch arg künstlich. Geborgen wachsen, heißt doch ein Top-Familienblog. Ja, ich finde nichts schöner, als mit dem eigenen Baby, dem eigenen Kleinkind, dem eigenen Vorschulkind, dem eigenen Grundschulkind mit zu wachsen. Und wenn es einigermaßen geborgen geht, umso schöner.

    • Lieber Herr Clevert, wir freuen uns über sehr viele, sehr konstruktive Beiträge zu unserer Fragestellung und danken auch Ihnen ganz herzlich, dass Sie uns Ihre Meinung verraten haben. Einen sonnigen Tag und freundliche Grüße! Nicole Stroschein

    • Liebe Andrea, vielen Dank für diesen berührenden Beitrag zu unserer Blogparade. Ich habe dir auf deinem Blog eine ausführliche Antwort hinterlassen. Liebe Grüße Nicole

  8. Pingback: #Blogparade zur #babyfrage – Es ist eine ganz besondere Zeit… | motherbirthblog

    • Hey Jana, du weißt zwar nicht wie, aber dein Pingback ist trotzdem angekommen 😉 Abgesehen davon: Ganz lieben Dank für deinen Beitrag, ich schau ihn mir sofort mal an 🙂 Lieben Gruß Nicole

  9. Pingback: Babymama oder große Kinder? #babyfrage – Prinzessin Püppinelda

  10. Pingback: Das Leben mit größeren Kindern ist .... - Vereinbarkeitsblog

  11. Pingback: Die Babyfrage: Was ist besser, Säugling oder Kleinkind? - Heute ist Musik

  12. Pingback: Welches Alter ist das schönste Mini-Alter? - Jules & Pi

  13. Pingback: Bist Du ein Baby-Typ? | Connys Weblog - Blog einer Zwillingsmama

  14. Pingback: Bin ich eine Babymama? – Alles unter einen Hut

  15. Pingback: Warum ich eine BabyKind-Mama bin #babyfrage

  16. Pingback: Sie werden so schnell groß | MommyCircle

  17. Pingback: Bin ich eine Babymama? #babyfrage – Marmeladenschuh

    • Und nochmal ich. Ich bin technisch zu blöd, auf deinem Blog einen Kommentar zu hinterlassen …
      Das hier wollte ich dir aber gern sagen:

      Liebe Steffi,

      wie liebevoll du die Momente mit deiner Kleinen beschreibst. Mir ist ganz warm ums Herz geworden. Meine Große war damals auch sehr, sehr klein, sie wog sogar nur 1700 g. Gestern ist sie 12 geworden. Die Zeit rast. Also genießen wir am Besten jeden Moment, so wie du es ja auch schilderst!

      Lieben Gruß

      Nicole

  18. Pingback: Wieso sind Kinder ungewollte Menschen? ~ Glucke und So

  19. Pingback: Baby? Nein, danke! Warum ich große Kinder so sehr liebe! (Blogparade) | Blogparade-Blogstöckchen

    • Hallo Tigermama,
      vielen Dank für deinen Beitrag zu unserer Blogparade 🙂

      Wie schön, dass Du Dich kritisch mit der Ausgangsfrage auseinandersetzt – das bringt einen ganz neuen Farbton in die Beiträge!

      Auch ich liebe meine Nichte in jedem Alter – wobei ich sie fast jeden Tag ein bisschen mehr liebe, was aber nicht an ihrem Alter liegt, sonder daran, dass ich sie jeden Tag ein bisschen besser kennenlerne 🙂

      Lieben Gruß
      Heike

    • Liebe J.,

      vielen Dank für deinen Beitrag zu diesem Thema. Wir freuen uns sehr darüber, wenn das Thema – oder auch der Ansatz – von allen nur denkbaren Seiten konstruktiv beleuchtet wird.

      Herzliche Grüße

      Nicole

  20. Pingback: Warum ich keine Typen brauche [Blogparade] – tigermama

    • Vielen Dank, liebe Eva-Maria … du hast deine Erinnerungen an das erste Jahr wunderbar beschrieben, ich habe ziemlich gelacht und doch steckt Liebe in jedem Wort – wunderbar! Liebe Grüße Nicole

  21. Pingback: Die Babyfrage: Bin ich eine Babymama? – LenAnni

    • Liebe Andrea,

      wow! Was für ein toller Beitrag. Man spürt die Liebe zum Leben in jedem Wort. Nach dem Lesen könnte selbst ich sofort noch einmal mit einem Baby ganz von vorn anfangen 🙂

      Liebe Grüße

      Nicole

  22. Pingback: Ich mag doch Kinder, oder? - Kinderalltag.de

  23. Pingback: Die Liebe für das große Kind

  24. Pingback: Blogparade: Baby? Nein, danke! Warum ich große Kinder so sehr liebe! » Blogtotal

  25. Vielen Dank für den Beitrag, liebe Jana. Er gefällt mir sehr gut! Wenn meine Tochter in vier Jahren 16 ist, würde es mich sehr beglücken, ein ähnliches Verhältnis zu ihr zu haben, wie du es beschreibst. Ich glaube, da geht was 🙂
    Lieben Gruß
    Nicole

    • Jana sagt

      Ich wünsch dir viel Glück dabei. Bei diesem Punkt bin ich der Meinung, dass die Vorarbeit ziemlich wichtig ist. Wenn vor der Pubertät ein vertrauensvolles Verhältnis da ist, dann ist in der schwierigen Phase alles viel leichter.

  26. Juli sagt

    Haha, oh, diese Frage… Herrlich. Ich bin definitiv kein Baby-Typ. Außer Tier-Babies, die gehen erstaunlicher weise ziemlich gut. Aber da hab ich auch viel Erfahrung. Bei Menschen-Babies bin ich schon beim Anblick überfordert. Mein Kinderwunsch scheitert daran, dass ich mich im Leben nicht gewachsen fühle, so lange Zeit auf ein so babyisches Baby Acht zu geben. Ich würde gerne ein Kind bekommen, aber dann soll es bitte schon so… 7 sein. Das wär fein. Ich seh es bei meiner Nichte… Jetzt gerade knapp über ein Jahr. Ich weiß mit ihr nichts anzufangen. Als sie frisch geschlüpft war, war es noch schlimmer. Sie wurde mir in die Hand gedrückt und ich dachte, ich hätte ein rohes Tauben-Ei in der Hand. Ich war ganz vorsichtig und hab mich nicht getraut, mich zu bewegen. Inzwischen sieht sie nicht mehr so zerbrechlich aus und ich darf (oder soll) ihr bald schon Skateboarden beibringen.
    Das mit der Nichten- und Neffen-Produktion läuft aber ganz gut. Vielleicht leihe ich mir die Fremd-Sprösslinge einfach mal aus, wenn ich den Bedarf spüre, jemandem was tolles beizubringen und auf den Lebensweg mitzugeben…

    Ich wollte übrigens immer aller aller spätestens mit 22 das erste Kind. Tja, da bin ich schon lange dran vorbei. Das mit dem „spätestens 22“ ist übrigens immer noch in meinem Kopf. So alt wie ich jetzt bin, will ich ehrlich gesagt kein Kind mehr bekommen. Wir sind eine Risikofamilie und eine Risikoschwangerschaft würde meine Seele nicht mitmachen, glaub ich ^^

    Alles Liebe,
    Julia

    • Hahaha, hey Juli! Ich sehe schon: Du verstehst exakt, was ich meine 😉 Eins sollte ich vielleicht aber noch sagen: Du kannst es auch, also ein Baby auf dem Weg zum größeren Kind begleiten! Wir wachsen an unseren Aufgaben. Und es ist jede Mühe wert. Also: Trau dich ruhig 🙂 Lieben Gruß Nicole

  27. Pingback: Baby? Nein, danke! Warum ich große Kinder so sehr liebe! (Blogparade) | Heikes Projekte

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