Kinderwunsch
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Künstliche Befruchtung per Intrazytoplasmatische Injektion – Risiken und Möglichkeiten

Intrazytoplasmatische Injektion

Im Jahre 1978 kam das erste „Retortenbaby“ Louise Joy Brown in England zur Welt. Die Geburt des kleinen Mädchens war der Startschuss für die rasante Entwicklung der modernen Reproduktionsmedizin.

Seitdem entwickelten Wissenschaftler viele verschiedene Verfahren, weltweit kamen 5 Millionen Kinder dank künstlicher Befruchtung zur Welt. Allein in Deutschland werden täglich im Schnitt mehr als 35 Kinder geboren, die im Reagenzglas gezeugt wurden.

Verschiedene Verfahren der künstlichen Befruchtung.

Es gibt mittlerweile jede Menge verschiedene Möglichkeiten für die künstliche Befruchtung. Am häufigsten kommt die ICSI (Intrazytoplasmatische Injektion) zur Anwendung. Mit Hilfe dieser Methode, haben auch Männer mit Fruchtbarkeitsstörungen, die Möglichkeit sich Ihren Kinderwunsch doch noch zu erfüllen.

Wie funktioniert die ICSI?

Bei fast 75 % aller künstlichen Befruchtungen 2014 in Deutschland, wurde dieses Verfahren angewendet. Es ist eine Weiterentwicklung der In-Vitro-Fertilisation (IVF). Hierbei werden der Frau Eizellen entnommen, die dann mit den Samenzellen in Verbindung gebracht werden, um diese zu befruchten.

Bei der ICSI wird jedoch nur eine einzige Samenzelle benötigt, da sie direkt in die Eizelle indiziert wird. Diese Methode kommt oft nach einer erfolglosen IVF zur Anwendung oder nach fehlgeschlagenen Inseminationen, da bei Ihr nicht viele funktionsfähige Spermien von Nöten sind.

Die Samen können beispielsweise bei Samenleiterstörungen und –Verstopfungen operativ entnommen werden, wenn nicht genug Spermien in der Samenflüssigkeit vorhanden sind, auch direkt aus dem Hoden (TESE) oder dem Nebenhoden (MESA).

Bessere Chancen für die Befruchtung

Durch das direkte injizieren der Samenzelle, ist die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung höher, als wenn die Spermien und Eizellen selbst zu einander finden müssen, wie dies bei der herkömmlichen  IVF der Fall ist.

Eine Garantie der Weiterentwicklung der Eizelle, ist jedoch nicht gegeben, und hängt unter anderem auch von der Fruchtbarkeit der Frau ab. Deswegen müssen sich die Frauen im Vorfeld, fast immer einer Hormontherapie unterziehen.




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Entwickelt sich die befruchtete Eizelle weiter, wird sie nach zwei bis sechs Tagen in die Gebärmutter eingesetzt.

Chancen und Risiken einer ICSI

Pro Behandlungszyklus liegt die Geburtenrate offiziell zwischen 15 und 20 Prozent, sodass die Frauen sich meistens mehrmals einer Behandlung unterziehen müssen, bis sie ein Kind zur Welt bringen. Unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen Krankenkassen die Behandlungskosten.

Es gibt jedoch auch einige Kliniken wie IVI, die auf Grund zahlreicher verschiedener Techniken, sehr hohe Erfolgsquoten haben. Hier werden 9 von 10 Frauen die sich einer Behandlung unterziehen, auch tatsächlich schwanger.

Wer sich für eine künstliche Befruchtung entscheidet, sollte dabei immer auch den Risiken berücksichtigen, die dieses Verfahren birgt. Da das Risiko von Fehlbildungen leicht erhöht ist, muss der Hormonspiegel und das geregelte Wachstum des Embryos häufiger kontrolliert werden als bei einer natürlich-entstandenen Schwangerschaft. Deshalb sind viele Arztbesuche nötig.

Die hormonelle Stimulation der Frau, kann sowohl körperlich, als auch seelisch sehr belastend sein.

Ein, zwei oder mehrere Babys?

Bei künstlichen Befruchtungen ist zudem die Wahrscheinlichkeit für Mehrlingsschwangerschaften erhöht, da immer mehrere Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt werden. Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaften sind nicht nur eine größere Belastung für den Körper, sondern haben natürlich auch enorme Auswirkungen auf die Zukunft einer Familie.

Um das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften möglichst gering zu halten, dürfen maximal drei Embryonen pro Behandlungszyklus, eingesetzt werden.

Viele Paare lassen trotzdem nichts unversucht, um sich Ihren Kinderwunsch doch noch zu erfüllen. Einige reisen sogar ins Ausland, um sich Behandlungen wie einer Eizellenspende zu unterziehen. Diese ist  in Deutschland per Embryonenschutzgesetz verboten.

Foto: 3907349 / pixabay.com

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