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Schule, Schule, Schule … Nehmt doch mal den Druck raus!

Schule, Erwartungen, Druck, Erfolg

Ehrgeizige Eltern, hohe Erwartungshaltungen und der Druck, der schon auf ganz kleinen Kindern lastet – ein Thema, über das ich immer und immer wieder schreiben kann. Weil es mich furchtbar ärgert und mir in (nicht so) schöner Regelmäßigkeit begegnet.

Wir wollen alle nur das Beste für unsere Kinder, daran besteht wohl kein Zweifel. Wie es aussieht, dieses Beste, da gehen die Meinungen allerdings weit auseinander.

Hochmotivierte Eltern

Es begann schon bei der Informations-Veranstaltung zur Grundschule meiner Tochter. Da saßen sie, all diese Menschen, die erfolgreiche junge Leute großziehen möchten. Mit aller Gewalt.

Welche Schwerpunkte würden im Unterricht gesetzt, wie könnte man Sorge dafür tragen, dass der gewünschte Studiengang auch erreicht würde?

What? Ja, kein Scheiß. Ehrgeiz soweit das Auge reicht.

Weiter ging es auf diversen Elternabenden. Hochmotivierte Mütter wollten exakt wissen, was die Kinder im Unterricht alles tun, welche Aufgaben zu erledigen wären. Ich konnte es kaum glauben, als eine Lehrerin erklärte: „Wir geben die Arbeitshefte nicht mehr mit nach Hause, weil leider immer wieder die Eltern die Aufgaben erledigt haben …“

Euer Ernst, Leute?

Wenn eine 2 zum Problem wird …

Beim Elterngespräch in der vierten Klasse meiner Tochter, unterhielt ich mich mit der Lehrerin darüber, dass wir ja wenig Kontakt hätten. Ich erklärte ihr, dass alles gut lief und somit meistens kein Gesprächsbedarf sei. Sie würde sich ja bei mir melden, wenn Probleme auftauchten. Daraufhin nickte sie, erzählte dann aber: „Sie haben ja keine Ahnung davon wie andere das sehen. Es gibt Familien, da ist es schon ein Problem, wenn das Kind keine 1 schreibt …“

Hilfe! Wie muss sich eine solche Erwartungshaltung für die Kinder anfühlen?

Ich könnte noch viele weitere Geschichten in dieser Art erzählen. Von Eltern, die jeden Tag die Hausaufgaben bis ins letzte Detail begleiten, korrigieren und vermutlich mehr zu den Inhalten wissen als manch ein Lehrer …

Muss es denn wirklich immer Abitur sein?

Seit Jahren schon scheint das Abitur für viele Menschen der einzig akzeptable Schulabschluss zu sein. Und so quälen sich viele Kinder durch das Arbeitspensum der Gymnasien, müssen auch am Nachmittag lernen, Nachhilfe in Anspruch nehmen.

Zeit zum Durchatmen und Erfolgserlebnisse sind unter solchen Voraussetzungen leider selten. Kein Wunder, dass viele Kids Kopfschmerzen haben oder schlecht schlafen.

Ich finde nicht, dass jeder Abitur braucht. Schon gar nicht, um ein glückliches Leben zu führen. Was ist falsch daran, Handwerker zu werden? Oder einen anderen Beruf zu ergreifen, der kein Abitur voraussetzt? Gar nichts!

Was ist Erfolg?

Schon mal darüber nachgedacht? Erfolg ist für mich, etwas zu tun, das ich liebe, gut darin zu sein. Ob ich Menschen am offenen Herzen operiere, Häuser baue oder in der Altenpflege tätig bin, ist völlig egal. Meinen

Platz im Leben zu finden, den Beruf auszuüben, der zu mir passt, damit glücklich zu sein. Das empfinde ich als Erfolg. Nicht, möglichst viel Geld zu scheffeln oder von vielen Menschen bewundert zu werden.

In diesen Tagen gibt es wieder Zeugnisse. Überall in Deutschland bangen Kids aller Altersklassen, ob sie auch gut genug abschneiden. Gut genug, vor allem für die Erwartungen ihrer Eltern.

Glückliche Kinder brauchen nicht nur Einsen

Wir sprechen regelmäßig über das Thema. Auch meine Tochter möchte gute Zensuren, manchmal sorgt sie sich darum für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr. Und so erkläre ich ihr immer wieder, dass ich sie liebe, egal, wie ihre Zensuren ausfallen.

Natürlich verstehe ich, dass sie eine gute Schülerin sein möchte. Aber ob nun eine 1, eine 2 oder eine 4 im Zeugnis steht, ist doch zweitrangig. Sie lernt gern, sie ist ein kluges Mädchen.

Ich wünsche mir für sie, dass sie ihre Wissbegier nicht verliert, dass sie Freude daran hat, Neues zu lernen. Und dass sie ihr Wissen nutzen kann, für ihr Leben und später einmal den Beruf, den sie für sich wählt.

So sieht es aus und es wäre schön, wenn es da draußen noch ein paar Menschen gäbe, die meine Meinung teilen :-)

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