Geld & Gesetze
Schreibe einen Kommentar

Taschengeld – Die Neuverhandlungen

Taschengeld

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich hier im Elternhandbuch über den Umgang mit Taschengeld schrieb. Grundsätzlich hat sich daran nicht viel geändert. Allerdings sind die Empfehlungen des Jugendamtes heute etwas höher als damals. Also habe ich die Tabelle in unserem Ursprungs-Beitrag angepasst, die aktuellen Zahlen findet ihr dort.

Außerdem habe ich mit meinen Kindern eine neue Vorgehensweise bei der Auszahlung des Taschengelds beschlossen. Deshalb also heute ein paar Infos zu den Neuverhandlungen :-)

Taschengeld – so lief es bisher

Vor einiger Zeit, genaugenommen vor etwa 3 Jahren, entschied ich, das Taschengeld der Kinder auf ihr sogenanntes Mäusekonto bei unserer Bank zu überweisen. Dafür hat jedes Kind eine Karte und kann damit jeden Monat einen festgelegten Betrag abheben.

Da ich die Auszahlung vorher oft vergessen hatte, erschien dies ein sinnvoller Weg zu sein. Zumal die jungen Leute so ja lernen, wie das mit den Bankgeschäften läuft.

Meiner Tochter (13) überwies ich zuletzt 20 Euro im Monat, davon durfte sie 15 Euro abheben. Ihr Bruder (11) bekam 15 überwiesen und durfte 10 Euro im Monat abheben.

Reichtum durch cleveres Taschengeld-Management

Während die junge Dame sich schon seit einiger Zeit recht frei in unserem kleinen Städtchen bewegt und so auch regelmäßig bei der Bank vorbeischaut, ist ihr Bruder da etwas bequemer. Er hat nur äußerst selten etwas von seinem Konto abgehoben und wenn, eher größere Beträge, für die er meine Erlaubnis brauchte.

Not leiden musste er natürlich trotzdem nicht, er hat einfach mich gefragt, wenn er etwas brauchte ;-)

So kam es, dass er inzwischen eine stolze Summe auf seinem Konto vorweisen kann, während seine Schwester weniger Erspartes hat, da sie ja häufiger etwas abhob.

Im Trend: Barauszahlungen

Nun aber verändert sich auch sein Leben allmählich. Wir sind ja kürzlich umgezogen und wohnen jetzt etwas zentraler. Seitdem zieht er immer mal mit Freunden los, um sich z. B. Süßigkeiten im Supermarkt um die Ecke zu gönnen. Da er ja kein Bares im Haus hat, fragte er also mich, ob ich es auslegen kann …

Nach dem zweiten Mal Anpumpen hatte er allerdings selbst die zündende Idee: „Mama, kann ich nicht einen Teil meines Taschengeldes von dir direkt bekommen, damit ich auch immer was auf Tasche habe?“ Genau das war der Wortlaut.

Eine gute Idee, die auf Dauer sicher meine Finanzen schont. Denn letztlich holte ich mir das Gepumpte ja doch nicht wieder (was er aber nicht weiß). Also beschloss ich, mit beiden Kindern darüber zu sprechen, wie wir es ab sofort handhaben wollen.

Die Neuverhandlungen

Zunächst also der Blick auf die aktuellen Empfehlungen des Jugendamtes. Potzblitz. Für 13-jährige werden da aktuell 25 Euro im Monat empfohlen, 11-jährige sollen 18 Euro erhalten. Jubel im Lager der Taschengeld-Empfänger!

Ich erklärte mich bereit, diesen Empfehlungen zu folgen und künftig eben einen Teil bar auszuzahlen. Im Detail bedeutet das:

  • Luzie bekommt ab sofort 15 Euro ausgezahlt, 10 Euro fließen auf ihr Konto. Diese 10 Euro darf sie aber auch abheben, wenn sie möchte. Ich zwinge sie also nicht zum Sparen. Das kann sie selbst entscheiden.
  • Lenny bekommt 10 von seinen 18 Euro bar ausgezahlt, weitere 8 Euro überweise ich. Auch er kann sich diese 8 Euro von der Bank holen, wenn er möchte.

Was muss vom Taschengeld bezahlt werden?

Das ist tatsächlich der Punkt, den wir vielleicht noch etwas genauer klären könnten. Letztlich können die Kinder frei entscheiden, was sie von ihrem Geld kaufen wollen.

Kleidung und Schulzubehör bezahle sowieso ich. Und natürlich haben wir auch immer mal Süßigkeiten im Haus. Wünschen die beiden sich Eiscreme, bringe ich diese vom Einkaufen mit, ähnlich läuft es mit Knabberkram, zumindest in einem gewissen Rahmen. Geburtstagsgeschenke für Freunde bezahle ich ebenfalls.  Letztlich könnten sie also ziemlich viel sparen, wenn sie denn möchten.

Luzie hat aber inzwischen ein recht beeindruckendes Sozialleben. Sie trifft sich mit Freundinnen, um ins Kino zu gehen oder ein Eis zu essen. Kürzlich gönnten ein paar Kids aus ihrer Klasse sich eine Pizza in einer Freistunde …

Alles kein günstiges Vergnügen. Allein ein Kino-Besuch kostet meistens knapp 10 Euro, dazu kommen dann vielleicht noch etwas Popcorn und ein Getränk – und zack ist das Taschengeld für einen Monat weg … Also rücke ich manchmal auch noch etwas Extra-Geld raus, wenn ein Kino-Besuch ansteht.

WERBUNG

Wie handhabt ihr das Thema Taschengeld?

Müsste das vielleicht konsequenter geregelt sein? Ich weiß es nicht und werde Extra-Ausgaben wohl auch weiterhin nach Gefühl und finanzieller Allgemeinlage genehmigen.

Eines ist mir wichtig: Die Kinder sollen ein realistisches Verhältnis zu Geld und dem Umgang damit bekommen. Sie wissen, dass ich ziemlich fleißig sein muss, damit auch immer genug Geld da ist. Und sie nehmen es nicht als selbstverständlich hin, wenn sie mal ein paar Euro extra bekommen. Auch für neue Kleidung bedanken sie sich immer, nehmen also auch diese Anschaffung nicht als selbstverständlich hin.

Will sagen: Ich bin grundsätzlich zufrieden damit, wie beide Kinder ihre Ansprüche und das vorhandene Geld in Relation zueinander setzen :-)

Nun wüsste ich gern noch: Wie läuft die Sache mit dem Taschengeld bei euch? Zahlt ihr in bar oder per Überweisung? Wöchentlich oder einmal im Monat? Und was müssen die Kids tatsächlich vom Taschengeld bezahlen?

Schreibt mir gern einen Kommentar oder eine Mail. Oder schickt mir Links zu Blogbeiträgen, die ihr dazu verfasst habt. Ich freu mich drauf :-)

WERBUNG
Kategorie: Geld & Gesetze

von

Nicole Stroschein

Ist freie Journalistin in Hamburg und arbeitet für verschiedene Zeitschriften großer Verlagshäuser wie z.B. HÖRZU. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. Auf ihrem Blog NicMag.de gibt sie diesen Geschichten virtuell Raum.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Wenn Du wissen möchtest, welche Daten wir beim Hinterlassen eines Kommentars speichern, schau bitte in unsere Datenschutzerklärung.