(Vor-)Schulkind, Weiterführende Schule
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Cäsar, die BILD-Zeitung und Isabel Allende

Lernlust

Wie war das eigentlich damals, als ich selbst noch zur Schule gegangen bin? Eine Frage, die Bob Blume mir mit seiner Blogparade zum Thema „Lernlust“ vor die Füße geworfen hat. An einer Antwort auf diese Frage grüble ich jetzt seit mindestens zwei Wochen herum. Wie der Titel schon vermuten lässt, ist Bob auf der Suche nach positiven Erinnerungen an die eigene Schulzeit. Tolle Lehrer, spannende Projekte oder besonders interessante Methoden? Äähhh …

Keine leichte Aufgabe

Wer mich ein bisschen kennt, weiß, dass ich ein durchweg positiv veranlagter Mensch bin. Ich mag es einfach, Freude am Leben zu haben. Und dabei ist es hilfreich, sich immer die schönen Seiten der verschiedenen Lebensbereiche vor Augen zu führen.

Trotzdem ist mir selten etwas so schwer gefallen, wie die geistige Vorbereitung auf diesen Blog-Beitrag.

Mal so ganz unter uns: Ich erinnere mich nicht wirklich an Dinge, die mich in meiner Schulzeit so richtig vom Hocker gerissen hätten. Es war zwar auch nicht das große Elend, es war ok. Aber so richtig Spaß am Lernen? Lernlust? Nun, da musste ich schon sehr, sehr genau und intensiv nachdenken. Das Gymnasium, an dem ich die Allgemeine Hochschulreife erwarb, war so ein traditionsbewusster Laden, der einen recht elitären Touch hatte (und immer noch hat). Fleiß und Strebsamkeit wurden hier sehr gern gesehen.

Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss

Ich allerdings fand schon immer: „Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss.“ Stundenlanges Vokabeln-Pauken war nicht so meins. Es ging und geht mir wie so vielen Menschen: Sobald die Dinge greifbar sind, man sie mit Leben erfüllt, fällt es mir sehr leicht, Neues zu lernen und ich habe auch viel Spaß daran. Je staubiger und theoretischer etwas daher kommt, desto schnarch.

Nun aber endlich zu den positiven Erinnerungen, die ich hervorgekramt habe und euch nicht vorenthalten möchte.

1. Herr Fürsen

Herr Fürsen war schon im Jahr 1980 gefühlte 120 Jahre alt. Er unterrichtete Mathe und Latein. Und ich muss sagen: Herr Fürsen war niemand, den Schüler auf den ersten Blick liebten – viel zu streng, Augen überall. So richtig einer vom alten Schlag. Doch: Er war genial, total korrekt und einzigartig in seiner Art. Und überraschenderweise lernte ich viel bei Herrn Fürsen. Das zeigt sich an den ordentlichen Latein-Noten, die ich bei seinen Nachfolgern erzielte. Einer seiner Lieblingssätze „Cäsar liest sich doch wie die BILD-Zeitung …“

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Der Mann meinte das ernst! Es ist fast ein bisschen seltsam. Aber dieser knorrige Lehrer aus einer längst vergangenen Zeit, ist mir bis heute sehr positiv in Erinnerung. Vermutlich, weil er das, was er tat, wirklich lebte und liebte. Danke dafür! Besser spät als nie.

2. Endlich mal eine eigene Idee

Auf den letzten Schulmetern, im Geschichts-Kurs kurz vor dem Abitur schlug meine große Stunde. Endlich fand ich eine Möglichkeit, eine Aufgabe so auszulegen, dass ich Spaß an ihr hatte und mich richtig reinhängte.

Ich hatte damals die Romane von Isabel Allende für mich entdeckt und las einen nach dem anderen. Bücher wie „Das Geisterhaus*“ zogen mich so in ihren Bann, dass ich begann, mich darüber hinaus mit der Geschichte und der politischen Lage in Chile auseinanderzusetzen. Und schließlich legte ich sogar die mündliche Abiturprüfung zu genau diesem Thema ab. Dank eines Kunstgriffes (3. Reich > Diktatur > Vergleich andere Diktatur > Chile > zack), wurde diesem Wunsch stattgegeben und ich habe die Phase der Vorbereitung als total spannend in Erinnerung.

Ein bisschen so, wie es heute ist, wenn mich eine Geschichte sehr interessiert und ich voll Begeisterung dazu recherchiere. Danke dafür!

Gymnasium

Foto: Nicole Stroschein

3. Nie wieder Samstag …

Kaum vorstellbar, aber zu Beginn meiner Zeit auf dem Gymnasium mussten wir noch jeden Samstag zum Unterricht antreten. Irgendwann aber wurde der Wochenend-Unterricht nur noch an jedem zweiten Samstag abgehalten, dann war es nur noch ein Samstag im Monat und schließlich hatte sich die Sache ganz erledigt. Was für eine Freude – ich kann sie immer noch ganz deutlich fühlen – Danke auch dafür!

Fotos: Nicole Stroschein

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