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Kinder und Facebook – Die 9 wichtigsten Fragen

Kinder und Facebook

Facebook, Twitter, Instagram … Soziale Netzwerke gehören heute für die meisten von uns zum Alltag. Wir bleiben darüber mit Freunden, Verwandten und auch beruflichen Kontakten in Verbindung.

Klar, dass sich auch unsere Kinder ab einem bestimmten Alter für Facebook & Co. interessieren. Und nach wie vor ist Facebook mit weltweit 1,39 Mrd. Nutzern der absolute Gigant.

Doch wie sicher ist das Netzwerk? Kann ich meinem Kind die Anmeldung bedenkenlos erlauben und was gibt es sonst noch zu beachten?

Alle wichtigen Fragen gibt es im Elternhandbuch-Wegweiser zu Facebook.

Ab wann darf mein Kind sich bei Facebook anmelden?

Mindestalter Facebook

Screenshot: Mindestalter Facebook

Kinder, die jünger sind als 13 Jahre, dürfen kein Facebook-Profil haben. Die Verantwortung dafür übernehmen natürlich die Eltern. Facebook überprüft diese selbst gewählte Altersgrenze nämlich nicht.

Nach dem 13. Geburtstag wird es schwierig, den Kindern Facebook oder andere soziale Netzwerke zu verbieten. Schließlich haben die meisten Freunde schon ein Facebook-Profil. Dadurch wächst der Druck und Teenager fühlen sich schnell als Außenseiter, wenn sie keinen Zugriff auf Neuigkeiten aus dem Freundeskreis haben, weil sie als einzige nicht zu Facebook dürfen.

Zumal soziale Netzwerke ja auch gute Seiten haben und es sinnvoll ist, begleitet hineinwachsen zu können. Verbote sorgen erfahrungsgemäß häufig dazu, dass Kinder heimlich ihre ersten Gehversuche im Netz unternehmen und eher unangenehme Erfahrungen sammeln.

Wie verhält es sich mit dem Datenschutz?

Gerade Facebook gerät immer wieder wegen seines mangelhaften Datenschutzes in die Kritik. Generell gilt: Jeder Nutzer sollte selbst darauf achten, was er veröffentlicht und für wen er die Daten zugänglich macht. Grundregel hier ist:

Was ich nicht in der Zeitung über mich lesen möchte, gehört auch nicht auf Facebook. Klick um zu Tweeten

Bei aller Begeisterung darüber, wie einfach es ist, mit Freunden und Bekannten in Verbindung zu bleiben, ist es wichtig, vorsichtig zu sein: Eine ganze Reihe der Daten sind für jedermann frei zugänglich. Manch ein Teenager fand schon sein (leichtbekleidetes) Foto auf Seiten wieder, mit denen er lieber nicht in Zusammenhang gebracht werden wollte …

Wichtig: Profil- und Titelbilder sind immer öffentlich und sollten dementsprechend sorgfältig ausgewählt werden.

Was muss mein Kind wissen?

Wichtigste Regel: Alle Aktivitäten auf Facebook und anderen Webseiten hinterlassen digitale Spuren. Was einmal online steht, bleibt im Netz – egal ob Fotos, Texte oder Videos. Es ist ein gewaltiger Aufwand – und manchmal nahezu unmöglich – Bilder und andere Inhalte, die in falsche Hände geraten sind, wieder zu löschen.

Deshalb sollten Sie, das Facebook-Profil auf jeden Fall gemeinsam mit ihrem Kind anlegen und die Privatsphäre-Einstellungen gemeinsam durchgehen. Einen kindgerechten Leitfaden dafür finden Sie bei schau hin! Wer gar keine Ahnung von sozialen Netzwerken hat, findet vielleicht jemandem im Bekanntenkreis, der helfen kann.

Wie melde ich mein Kind an und was muss ich beachten?

Facebook

Screenshot Facebook-Startseite

Die Anmeldung erfolgt auf http://www.facebook.com. Bei der Registrierung geben Sie folgende Daten an:

  • Name
  • Vorname
  • E- Mail Adresse
  • Geschlecht
  • Geburtsdatum

Tipp: Für Facebook und andere Soziale Netzwerke ist es sinnvoll, eine zweite E-Mail-Adresse anzulegen. So verhindert man z. B., dass die Haupt-Adresse mit unerwünschten SPAM-Mails vollgemüllt wird.

Im nächsten Schritt bietet Facebook an, nach Freunden zu suchen, die schon ein Profil haben, um sich ganz einfach mit ihnen zu vernetzen. Finger weg von diesem vermeintlich großzügigen Angebot! Diese Daten und das Passwort ihres Mail-Accounts sind vertraulich und gehen Facebook nichts an. Zudem versendet der Internet-Riese daraufhin Mails an diejenigen aus dem Adressbuch, die noch nicht bei Facebook sind, mit der Bitte sich doch anzumelden. Und das empfinden viele als Belästigung.

Im Anschluss werden Informationen zur Schule abgefragt. Auch diese Information sollten Sie Facebook ruhig vorenthalten. Name und Schule in Kombination verschaffen auch Menschen die Möglichkeit, ihr Kind im Netz aufzustöbern, von denen Sie dies vielleicht nicht möchten.




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Zuletzt kann man ein Profilbild hochladen. Hier sollten Sie ein Bild auswählen, auf dem das Kind nicht direkt zu erkennen ist, z.B. vom letzten Fasching, mit einem Fotoprogramm verfremdet oder ganz einfach von der Seite oder von hinten aufgenommen.

Im Anschluss bestätigen Sie den Account mithilfe einer E-Mail, die Facebook versendet.

Sollte mein Kind den richtigen Namen bei Facebook angeben?

Facebook selbst möchte gern durchsetzen, dass alle Nutzer unter ihrem richtigen Namen agieren. Wenn die Pseudonyme nicht zu ausgefallen sind, wird natürlich niemand überprüfen können, ob ein Name echt ist oder nicht. Es bleibt also Ihnen überlassen, diesen Punkt mit ihrem Kind gemeinsam zu klären.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, den echten Namen zu verwenden. Vorausgesetzt, alle anderen Sicherheits-Einstellungen sind sorgsam ausgewählt. Möchten Sie oder Ihr Kind, nicht anhand des Namens identifiziert und gefunden werden, bieten sich leichte Abwandlungen an. Der Nickname muss aber immer aus einem Vor- und Nachnamen bestehen.

Welche Sicherheitseinstellungen sind wichtig?

Ohne gesonderte Einstellungen, können zunächst alle Facebook-Nutzer die Daten eines neu-eingerichteten Profils sehen. Facebook erklärt: Dein öffentliches Profil umfasst deinen Namen, dein Geschlecht, deinen Nutzernamen und die Nutzer-ID (Kontonummer), Profilbild, Titelbild und deine Netzwerke. Mit anderen Worten: Diese Daten sind immer sichtbar.

Wichtig: Persönliche Daten wie Wohnort, E-Mail-Adresse oder Telefonnummern sollten nie für alle Facebook-Nutzer einsehbar sein. So vermeidet man unerwünschte Kontakte, Werbung und Datenmissbrauch. Auch die Freundesliste sollte nicht öffentlich einzusehen sein.

Darüber hinaus kann man bei Postings und allen weiteren Daten immer unterscheiden, wer sie sehen darf: Alle (öffentlich), Freunde & Freunde von Freunden, Freunde, eine benutzerdefinierte Gruppe oder nur der Profilinhaber selbst. Kinder sollten grundsätzlich alle Informationen nur mit ihren Freunden teilen!

Wie ändere ich die Privatsphäre-Einstellungen?

Wenn Sie sich auf dem eigenen Profil befinden, sehen Sie rechts oben im Fenster ein kleines Schloss-Symbol (siehe Screenshot). Hier finden sich sämtliche Möglichkeiten für die Privatsphäre-Einstellungen.

Facebook Privatsphäre-Einstellungen

Screenshot Facebook Privatsphäre-Einstellungen

Bitte gehen Sie jeden einzelnen Schritt in Ruhe durch und entscheiden dann gemeinsam mit Ihrem Kind. So versteht es auch, weshalb gewisse Einstellungen und Informationen streng vertraulich bleiben sollten. Im Zweifel lieber die striktere Einstellung wählen als ein unnötiges Risiko einzugehen.

Tipp: Daten wie Adresse und Telefonnummer gar nicht erst angeben. Dann können sie auch nicht in falsche Hände geraten!

Einen sehr detaillierten Leitfaden für die Sicherheitseinstellungen bietet auch die Seite mimikama.at.

Sollte ich mit meinem Kind auf Facebook befreundet sein?

Die Mehrheit der Kinder ist mit ihren Eltern auch bei Facebook befreundet. Dagegen ist auch nichts zu sagen.

Grundsätzlich sollten Kinder aber auch in sozialen Netzwerken ihre Privatsphäre wahren können und nicht auf Schritt und Tritt von ihren Eltern kontrolliert werden. Besser als Kontrolle ist es, dem Nachwuchs das richtige Handwerkszeug für den sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken mitzugeben, ein gesundes Selbstvertrauen und soviel Vertrauen, dass die Teenager sich – im Problemfall – auch an ihre Eltern wenden!

Schnüffeln sie Ihrem Kind nicht hinterher! Nicht im Tagebuch und auch nicht bei Facebook! Klick um zu Tweeten

Deshalb halten wir auch nichts davon, wenn Eltern darauf bestehen, das Passwort ihrer Kinder haben zu wollen, um den Account zu überwachen! Vertrauen ist besser als Kontrolle!

Welche grundsätzlichen Regeln sollten gelten?

  • Nimm keine Freundschaftsanfragen von Menschen an, die du nicht kennst.
  • Poste keine Fotos, auf denen du leicht bekleidet bist oder angetrunken.
  • Poste derartige Fotos auch nicht von deinen Freunden und sorge dafür, dass du Markierungen auf Fotos erst freigeben musst, bevor sie veröffentlicht werden.
  • Verrate niemals über Chats deine Adresse, Telefonnummer oder andere vertrauliche Daten an Menschen, die du nicht persönlich kennst.
  • Achte im Internet auf Höflichkeit und Respekt vor anderen Menschen, genau so, wie du dies im echten Leben tust. Beteilige dich nicht an Mobbing oder ähnlichen Aktionen, die anderen Schaden zufügen könnten.
  • Wenn du nicht sicher bist, wie du dich in einer bestimmten Situation verhalten sollst, frage zunächst jemanden, dem du vertraust und der sich auskennt. Das können Eltern sein, oder andere Erwachsene. Manchmal gibt es auch ältere Vertrauensschüler, die vielleicht helfen können.

Foto: Luis Molinero / shutterstock.com

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