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Was macht mich zur Mutter?

Mutter

Es gibt Texte, die drängeln nur so aus einem heraus. Man kann gar nicht so schnell tippen, wie die Worte und Sätze entstehen. Andere müssen reifen. Wochenlang bewegt man mögliche Ansätze im Geiste hin- und her, verwirft sie wieder, überlegt, ob man überhaupt etwas zum Thema sagen will.

Genau so ging es mir mit der Blogparade unserer lieben Server-Nachbarin Suse Petermann vom Stiefmutterblog. „Das macht mich zur Mutter“, heißt das Thema. Als Frage dann also: „Was macht mich zur Mutter?“

Blöde Frage, blöder Ansatz?

„Blöde Frage, blöder Ansatz“, dachte ich mir spontan. Was soll das ganze überhaupt? Muss man das thematisieren?

Nun, offensichtlich gibt es viele Menschen, die sich zu diesem Thema Gedanken machen. Zumal sich auf Suses Blog natürlich viele Frauen (und Männer) austauschen, die in Patchwork-Familien leben. Und in diesen Familien scheint es immer wieder zu einer Art Wettstreit zu kommen. Frei nach dem Motto:

„Du bist nicht meine Mutter, du hast mir gar nichts zu sagen.“ Klick um zu Tweeten

Stiefmüttern und anderen Frauen, die selbst keine Kinder geboren haben, wird offensichtlich gern die Fähigkeit abgesprochen, mitzureden, sich in Hinblick auf Kinder angemessen zu verhalten.

Völliger Blödsinn, wie ich finde. Aber von vorn.

Was macht mich zur Mutter?




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Es gibt natürlich rein theoretisch zwei Varianten der Mutterschaft. Zum Einen bin ich Mutter, weil ich Kinder zur Welt gebracht habe. Das ist einfach mal biologischer Fakt und lässt sich nicht wegdiskutieren.

Nun ist aber auch klar, dass dies nicht der einzige Weg ist, Mutter oder auch Vater zu werden. Es gibt Menschen, die adoptieren ein Kind, kümmern sich voll Hingabe darum, dass ein glücklicher Erwachsener aus dem Kind wird. Sie sind in meinen Augen nicht weniger Eltern als Menschen mit leiblichen Kindern.

Fürsorge ist das Stichwort

Grundsätzlich geht es doch darum, sich fürsorglich um einen anderen Menschen zu kümmern, ihn auf dem Weg in ein selbständiges Leben zu begleiten. Dafür muss ich diesen Menschen nicht in meinem Bauch umhergetragen haben. Sicher gibt es Menschen, die sich viel liebevoller um angenommene oder ihnen anvertraute kleine Menschen kümmern als wieder andere dies für ihre leiblichen Kinder je leisten können. Die Gründe spielen dabei gar keine Rolle.

Und das ist es, worum es für mich bei dieser Frage geht. Wer sich für die Göttin der Fruchtbarkeit hält und glaub die Mütterlichkeit mit erfunden zu haben, nur weil er ein Kind geboren hat, irrt sich gegebenenfalls gewaltig. Ebenso wie der, der meint, ein formal kinderloser Mensch könne nicht fürsorglich sein und sich ordentlich um die Erziehung von Kindern kümmern.

Leben und leben lassen

Nun habe ich doch schon einige Worte mehr zum Thema verloren, als ich das erwartet hätte. Damit soll es jetzt auch genug sein. Eines gilt natürlich für dieses Thema ebenso wie für die meisten anderen Lebensbereiche: Leben und leben lassen! Wer einen Glaubenskrieg darüber anzettelt, was eine (gute) Mutter ausmacht, verfehlt das eigentliche Thema. Schließlich geht es darum, für Kinder dazu sein, ihnen zu helfen und sie zu selbstbewussten, glücklichen Menschen zu erziehen.

In Afrika ist dafür – laut einem alten Sprichwort – ein ganzes Dorf nötig. Und das ist ein Ansatz, den ich ganz wunderbar finde. Nirgendwo steht geschrieben, dass Mütter oder Eltern sich allein um alle Belange in Punkto Nachwuchs kümmern müssen. Je mehr liebe Menschen es gibt, an die ein junger Mensch sich mit seinen Fragen oder Nöten wenden kann, desto schöner ist es doch 🙂

Foto: Melpomene / shutterstock.com

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