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Die Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

Vorsorgeuntersuchungen

Sie erwarten ein Baby? Herzlichen Glückwunsch, vor Ihnen liegt eine unglaublich aufregende Zeit voller Vorfreude.

Allerdings gibt es auch viele Fragen, die Sie sich vorher vielleicht gar nicht gestellt haben. Zum Beispiel ist da die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft. Es gibt eine ganze Reihe von Vorsorgeuntersuchungen – von einigen haben Sie vielleicht noch nie gehört. Die wichtigsten finden Sie hier im Überblick.

Ultraschall

Die bekannteste Untersuchung ermöglicht einen ersten Blick auf das ungeborene Kind. Im Normalfall gehören drei Ultraschall-Untersuchungen in den 40 Schwangerschaftswochen dazu.

Die Krankenkasse trägt die Kosten für diese Termine. Nur wenn Komplikationen vorliegen oder der Arzt Auffälligkeiten feststellt, bezahlt die Kasse weitere Ultraschall-Untersuchungen.

Allerdings gibt es auch viele Gynäkologen, die je nach Umständen oder zum Ende der Schwangerschaft hin häufiger Ultraschall-Untersuchungen vornehmen, ohne dafür extra Kosten zu berechnen.

Oft möchten die werdenden Eltern auch extra Untersuchungen und übernehmen die Kosten dafür aus eigener Tasche. Notwendig ist dies nicht, die Standard-Untersuchungen erfolgen nach diesem Plan:

  • Erste Ultraschall-Untersuchung in der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche
  • Zweite Ultraschall-Untersuchung in der 19. bis 22. Schwangerschaftswoche
  • Dritte Ultraschall-Untersuchung in der 29. bis 32. Schwangerschaftswoche

Chorionzottenbiopsie

Bei der Chorionzottenbiopsie werden Zellen aus der Plazenta entnommen – die sogenannten Chorionzotten. Anhand dieser können Ärzte bestimmen, ob beim Ungeborenen genetische Krankheiten vorliegen.

Sie wird meistens durchgeführt, wenn bei einer Ultraschalluntersuchung Auffälligkeiten bemerkt wurden oder der Verdacht auf eine vererbbare Krankheit besteht.

Bluttest

Der Bluttest ist noch relativ neu. Er ermöglicht die Diagnose genetischer Auffälligkeiten wie Trisomie 21, 18 und 13. Dies ist ab der 9. Woche möglich. Der Test bietet eine genaue Diagnose zu den untersuchten Chromosomenfehlern.

Viele Frauen bevorzugen den Bluttest vor einer Fruchtwasseruntersuchung, weil er keine Gefährdung für das Kind bedeutet. Die Kosten für den Bluttest müssen die Eltern privat tragen.

Ersttrimesterscreening und Nackenfaltentransparenzmessung

Bei der sogenannten Nackenfaltentransparenzmessung misst der Arzt mit Ultraschall die Dicke des Flüssigkeitspolsters unter der Haut im Nacken des Ungeborenen.

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Zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche sammelt sich beim Ungeborenen Flüssigkeit im Nacken zwischen der Haut und den Geweben, die die Wirbelsäule umgeben. Dieses Flüssigkeitspolster ist im Normalfall sehr dünn (unter zwei Millimeter) und verschwindet im weiteren Verlauf der Schwangerschaft wieder, wenn die Nieren des Kindes ihre Funktion aufnehmen und die Flüssigkeit ableiten.

Bei Kindern mit Chromosomen-Defekten, aber auch bei Kindern mit Herzfehlern ist das Flüssigkeitspolster häufig auffällig dick. Tauchen bei diesem sogenannten Ersttrimesterscreening Auffälligkeiten auf, werden weitere Untersuchungen vorgenommen, z. b. die Chorionzottenbiopsie oder eine Fruchtwasseruntersuchung.

Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)

Eine Fruchtwasseruntersuchung ist ein invasiver Eingriff, der zwischen der 14. und 19. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden kann. Ziel der Untersuchung ist es, Erbkrankheiten, Fehlbildungen und Chromosomenabweichungen, wie Trisomie 21,  beim Kind festzustellen.

Dazu wird direkt aus der Fruchtblase Fruchtwasser entnommen. Untersucht werden die Zellen des Kindes, die sich darin befinden. Die Untersuchung ist nicht frei von Risiken und wird deshalb nur in bestimmten Fällen vorgenommen, z. B. bei Auffälligkeiten im Ersttrimesterscreening.

Triple-Test

Der Triple-Test ist eine Blutuntersuchung, die den Wert von drei bestimmten Hormonen bestimmt. Er wird zwischen der 14. und 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Sind die Hormonwerte nicht im Bereich der Norm, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Trisomie 21.

Der Triple-Test liefert allerdings keine Diagnose, sondern nur eine Risikoberechnung. Deshalb ist er auch umstritten, zumal er als nicht besonders zuverlässig gilt. Die Kosten für den Triple-Test müssen die Eltern im Allgemeinen selbst tragen.

Nabelschnurpunktion

Die Punktion der Nabelschnur wird eher selten angewendet, sie ist ab der 18. Schwangerschaftswoche möglich, allerdings mit einem Fehlgeburtsrisiko von 3 Prozent nicht frei von Risiken. Bei einer  möglichen Blutunverträglichkeit von Mutter und Kind kann sie hilfreich sein oder wenn der Verdacht einer Infektion beim Kind besteht.

Der Arzt entnimmt dabei mit einer dünnen Hohlnadel Blut aus der Nabelschnur des ungeborenen Kindes, dieses wird dann im Labor analysiert. U. a. lassen sich folgende Erkrankungen feststellen:

  • Blutarmut (Anämie)
  • Stoffwechselstörungen
  • Infektionen (Toxoplasmose, Ringelröteln etc.)
  • Hydrops fetalis (Flüssigkeitsansammlung im kindlichen Körper)

Einige dieser Krankheiten können auch schon im Mutterleib behandelt werden. Ist der Eingriff aus medizinischer Sicht nötig, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Punktion.

Welche Vorsorgeuntersuchungen Sie in Anspruch nehmen möchten, entscheiden Sie natürlich ganz allein. Ihr Arzt berät Sie dabei gern.

Foto: DanielW / shutterstock.com

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