Bald ist es soweit – dein Baby kommt zur Welt. Das ist aufregend, vielleicht auch ein bisschen überwältigend. Es gibt einiges zu organisieren, zu planen und vorzubereiten. Aber keine Sorge: Schritt für Schritt lässt sich alles gut regeln.
Hier kommt dein roter Faden durch die wichtigsten Vorbereitungen.
Inhalt
Wann du was angehen solltest
Es hilft, einen groben Zeitplan im Kopf zu haben. So behältst du den Überblick und kannst rechtzeitig loslegen, ohne in Stress zu geraten. Diese Richtwerte geben dir Orientierung:
- Ab der 12. bis 16. Schwangerschaftswoche beginnt die Suche nach einer Hebamme. Je früher du dich kümmerst, desto entspannter wird es.
- Ab der 20. Woche kannst du dir verschiedene Geburtsorte anschauen und dich dort anmelden. Viele Kliniken und Geburtshäuser bieten Infoabende an.
- Ab der 28. Woche starten die meisten Geburtsvorbereitungskurse. Diese Kurse geben dir praktisches Wissen und die Möglichkeit, andere werdende Eltern kennenzulernen.
- Ab der 32. Woche ist ein guter Zeitpunkt, um deine Kliniktasche zu packen. So hast du alles griffbereit, falls es früher losgeht.
- Ab der 36. Woche sollte alles startklar sein – von den Dokumenten über den Fahrdienst bis zur Betreuung für Geschwisterkinder.
Das sind keine festen Deadlines, sondern Anhaltspunkte. Jede Schwangerschaft verläuft anders, und manchmal verschieben sich Pläne. Das ist völlig in Ordnung.
Eine Hebamme finden – und was du wissen solltest
Eine Hebamme begleitet dich nicht nur bei der Geburt, sondern auch in den Wochen davor und danach. Sie beantwortet Fragen, gibt praktische Tipps und unterstützt dich im Wochenbett. Die Kosten für Hebammenleistungen übernimmt deine Krankenkasse.
Starte deine Suche am besten über die Plattform hebammensuche.de, über lokale Hebammenpraxen oder durch Empfehlungen aus deinem Umfeld. Melde dich bei mehreren Hebammen gleichzeitig – die Nachfrage ist hoch, und nicht immer klappt es beim ersten Versuch.
Wenn du trotz intensiver Suche keine Hebamme findest, gibt es Alternativen: Viele Regionen haben Hebammen-Hotlines eingerichtet, die bei der Vermittlung helfen. Auch Familienhebammen können in bestimmten Situationen eine Unterstützung sein. Sprich mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt – oft kennen sie lokale Anlaufstellen.
In Deutschland gilt übrigens eine gesetzliche Hinzuziehungspflicht: Bei jeder Geburt muss eine Hebamme dabei sein. Das zeigt, wie wichtig diese Berufsgruppe ist.
Den richtigen Geburtsort für dich wählen
Es gibt verschiedene Orte, an denen dein Baby zur Welt kommen kann. Welcher zu dir passt, hängt von deinen Wünschen, deiner gesundheitlichen Situation und deinem Bauchgefühl ab.
- Krankenhaus: Die meisten Geburten finden hier statt. Krankenhäuser bieten medizinische Sicherheit, verschiedene Schmerzlinderungsmethoden und sind bei Komplikationen gut ausgestattet. Bei einer Risikoschwangerschaft ist ein Perinatalzentrum sinnvoll – dort gibt es spezialisierte Betreuung für Mutter und Kind.
- Geburtshaus: Hier erlebst du eine persönlichere Atmosphäre mit kontinuierlicher Betreuung durch Hebammen. Geburtshäuser eignen sich für Schwangerschaften ohne besondere Risiken und setzen auf natürliche Geburtshilfe.
- Hausgeburt: Manche Frauen wünschen sich die Geburt in der eigenen Umgebung. Das funktioniert gut bei unkomplizierten Schwangerschaften und mit einer erfahrenen Hebamme an deiner Seite. Besprich diese Option ausführlich mit deiner Hebamme.
- Nimm dir Zeit für die Entscheidung. Schau dir Kreißsäle bei Infoabenden an, achte auf die Anfahrt, die Atmosphäre und wie viele Geburten pro Hebamme gleichzeitig betreut werden. Frag nach, was dir wichtig ist.
Und noch etwas: Manchmal läuft es anders als geplant. Vielleicht wünschst du dir eine Hausgeburt, musst aber ins Krankenhaus wechseln. Oder du planst eine Klinikgeburt und dein Baby kommt schneller als gedacht. Das ist kein Scheitern, sondern Teil der Realität.
Ein Geburtsplan kann helfen – muss aber nicht
Ein Geburtsplan ist eine Art Wunschliste für die Geburt. Du notierst darin, was dir wichtig ist: möchtest du bestimmte Positionen ausprobieren? Wie stellst du dir das Schmerzmanagement vor? Soll es ruhig sein oder darfst du Musik hören?
Der Plan ist keine verbindliche Vereinbarung, sondern eine Orientierung für dich und das Geburtsteam. Er hilft, deine Vorstellungen zu kommunizieren. Gleichzeitig ist wichtig: Eine Geburt lässt sich nicht komplett durchplanen. Manchmal ändern sich Situationen, und dann ist Flexibilität gefragt.
Besprich deinen Geburtsplan mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin. Sie können einschätzen, was realistisch ist und dich beraten. Manche Frauen finden einen solchen Plan beruhigend, andere verzichten bewusst darauf. Beides ist völlig okay.
Organisation rund um die Geburt
Neben den großen Fragen gibt es praktische Dinge, die du rechtzeitig klären solltest:
- Kliniktasche: Pack sie ab der 32. Woche. Du brauchst Kleidung für dich und das Baby, Hygieneartikel, bequeme Schuhe und Snacks. Eine ausführliche Checkliste findest du hier im Elternhandbuch.
- Dokumente: Mutterpass, Versichertenkarte, Personalausweis und bei verheirateten Paaren die Heiratsurkunde gehören griffbereit ins Gepäck. Nach der Geburt benötigst du diese Unterlagen für die Anmeldung beim Standesamt.
- Fahrdienst: Wer bringt dich zur Klinik oder ins Geburtshaus? Plane eine zweite Person ein, falls die erste nicht erreichbar ist. Speichere die Nummer eines Taxiunternehmens, das Schwangere fährt.
- Geschwisterkinder und Haustiere: Wenn du schon Kinder hast, brauchst du einen Betreuungsplan. Auch für Haustiere sollte jemand zuständig sein.
- Arbeitgeber: Informiere deine Arbeitsstelle rechtzeitig über den Mutterschutz. Sechs Wochen vor dem errechneten Termin beginnt dieser automatisch.
Lege alle wichtigen Telefonnummern bereit – von der Klinik über die Hebamme bis zu Notfallkontakten.
Die erste Zeit danach im Blick behalten
Die Geburt ist nur der Anfang. Die ersten Wochen mit Baby – das Wochenbett – sind intensiv. Dein Körper erholt sich, du lernst dein Kind kennen, und vieles ist neu.
Bereite dich darauf vor, indem du rechtzeitig Hilfe organisierst. Das können Partner, Familie, Freunde oder eine Haushaltshilfe sein. Lege Vorräte an, damit du nicht ständig einkaufen musst. Und falls möglich: Koche vor und friere Mahlzeiten ein.
Deine Hebamme betreut dich auch im Wochenbett. Sie schaut nach dir und dem Baby, hilft beim Stillen oder bei der Flaschennahrung und beantwortet deine Fragen. Diese Unterstützung ist wertvoll und gehört zur Kassenleistung.
Wichtig ist: Die ersten Wochen müssen nicht perfekt sein. Wenn du Hilfe annimmst, zeigt das keine Schwäche, sondern Klugheit.
Du bist auf einem guten Weg
Vorbereitung gibt Sicherheit, aber sie garantiert keinen bestimmten Ablauf. Geburt ist individuell, manchmal überraschend und nicht bis ins kleinste Detail steuerbar. Das gehört dazu und ist völlig normal.
Du hast jetzt einen Überblick, was in den kommenden Wochen und Monaten auf dich zukommt. Gehe die einzelnen Punkte in deinem Tempo durch. Höre auf dein Bauchgefühl und suche dir Unterstützung, wo du sie brauchst.
Bald hältst du dein Baby im Arm – und darauf darfst du dich freuen.

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