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Gespräche mit Kindern – so geht’s!

Gespräche mit Kindern

Ebenso wie Erwachsene gibt es auch Kinder in unterschiedlichsten Farben und Ausführungen. Das gilt natürlich auch für die Art, Gespräche zu führen. Während die Einen nach der Schule ins Haus stürmen und alles erzählen, was sie erlebt haben, lassen andere sich auf die Frage danach wie ihr Tag war gerade mal zu einem knappen „gut“ hinreißen und verschwinden dann in ihrem Zimmer.

Du möchtest gern mehr darüber erfahren, wie es deinem Kind geht und was es bewegt? Dann habe ich ein paar Ideen, wie die Kommunikation vielleicht mehr Geschmeidigkeit bekommen könnte.

Gespräche mit Kindern – so lief es lange bei uns

Als Freiberuflerin arbeite ich viel von zu Hause aus und bin also oft da, wenn meine Kinder aus der Schule kommen. Zumindest anwesend, rein körperlich. Denn, obwohl ein Teil meines Arbeitens darin besteht, Rezepte zu entwickeln und zu kochen, steht nicht immer das Essen auf dem Tisch, wenn die jungen Leute hier erscheinen. Nennt mich Rabenmutter, aber es passt halt nicht immer in meinen Tagesablauf, zur täglich gleichen Zeit zu kochen. Manchmal habe ich sogar schlichtweg keine Lust dazu.

Also aßen und essen meine Kinder manchmal mittags einfach ein Brot, oder eine aufgewärmte Mahlzeit vom Vortag. So spielte es sich phasenweise ein, dass beide nach der Schule erstmal in ihre Zimmer verschwanden, erstmal runterkommen. Natürlich fragte ich sie immer, wie es ihnen geht und wie ihr Tag war, aber damit war es zunächst auch gut.

Meine Tochter suchte dann oft später das Gespräch, sie liebt den Austausch und wenn sie das Bedürfnis hat, sich mit mir in Ruhe zu unterhalten, teilt sie das auch klar mit. Wenn möglich, nahm ich mir die Zeit, manchmal war ich aber auch noch mit etwas anderem beschäftigt. Mein Sohn suchte eher meine Nähe, ohne das ausführliche Gespräch. Es lief alles soweit rund, aber da ging definitiv mehr.

Gespräche mit Kindern – Die Veränderung

Nun wohnen wir ja seit ein paar Monaten in einem neuen Haus und allein das führte zu einer Veränderung. Wer das neue Häuschen betritt, steht sofort in der geräumigen Wohnküche, im Zentrum des Anwesens quasi. Hier steht der große Esstisch, es gibt ein kleines Sofa und eben die Küche. Vom ersten Tag an trafen wir uns hier am Morgen, bevor die Kinder in die Schule gehen, aber auch über den Tag verteilt immer mal wieder.

Eines Tages kam meine Tochter mit einem Wunsch auf mich zu: „Mama, ich möchte mindestens einmal am Tag gemeinsam mit allen essen!” Puh, es hatte tatsächlich Tage gegeben, an denen ich zwar für die beiden gekocht, mich dann aber nicht wirklich dazugesetzt hatte. Shame on me! Dabei liebte auch ich als Kind die gemeinsamen Mahlzeiten besonders und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Sie rannte mit ihrem Wunsch also offene Türen ein. Seit diesem Tag, bereite ich am Morgen nicht nur ein Frühstück für die Kinder zu, ich setze mich auch mit meinem Kaffee zu ihnen, oft schnippel ich einen Obstsalat. Obstsalat ist für mich der pure Ausdruck von Liebe, aber das ist ein anderes Thema ;-)

Gemeinsame Mahlzeiten, gute Gespräche

Inzwischen essen wir oft zweimal, manchmal sogar dreimal am Tag gemeinsam. Auch wenn wir nicht gleichzeitig hungrig sind, sitzen wir doch wenigstens zusammen. Und dann erzählen wir alle, was wir erlebt haben. Das haben die Kinder so eingefordert. Irgendwie krass …

Mir ist natürlich klar, dass in vielen Familien die gemeinsamen Mahlzeiten Standard sind, oft sogar eher Zwang für alle. Auch ich hatte als Kind Freundinnen, die davon genervt waren, dass ihre Mütter sie nach der Schule ausquetschten …

Die goldene Mitte scheint also wieder einmal der richtige Weg zu sein. Gar nicht so überraschend.

Gespräche mit Kindern

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Wie kann ich das Gespräch in Gang bringen?

Grundsätzlich bin ich auch immer noch der Meinung, dass jeder in der Familie auch mal ein bisschen Ruhe verdient hat. Nicht immer ist der passende Moment, Dinge zu erzählen, die einem auf der Seele brennen. Ich finde es viel schöner, wenn meine Kinder selbst entscheiden können, wann sie das Gespräch mit mir suchen.

Was aber tun, wenn sie dies nicht tun? Was, wenn du immer nur das knappe „gut“ auf deine Frage danach hörst, wie der Tag war?

Nun, auch dafür gibt es Ideen und Ansätze. Es ist gar nicht so schwer, das Gespräch in Gang zu bringen. Verändere doch einfach mal deine Fragetechnik ein bisschen. „Wie war dein Tag?“ kann funktionieren, oft aber eben nicht.

Hier ein paar Fragen, die vielleicht etwas in Bewegung setzen.

10 Fragen für intensivere Kommunikation

  1. Welchen deiner Lehrer magst du am Liebsten und warum?
  2. Welchen magst du gar nicht um warum?
  3. Was hast du heute in der Pause gemacht?
  4. Worüber hast du dich heute am meisten geärgert?
  5. Wer von deinen Klassenkameraden ist besonders lustig?
  6. Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht und was war das?
  7. Wenn du mit einer Person für einen Tag tauschen könntest, welche wäre das?
  8. Welche Regeln in der Schule (oder auch zuhause) nerven dich am meisten und warum?
  9. Wer von deinen Klassenkameraden hat das beste Frühstück dabei?
  10. Worauf bist du besonders stolz heute?

Diese Liste ließe sich natürlich noch beliebig weiterführen. Der Ansatz ist aber klar: Frag konkret, nicht allgemein. Zeige wirkliches Interesse am Leben deines Kindes. Auch das ist, neben Obstsalat, ein Ausdruck von Liebe :-)

Es ist so simpel, aber es funktioniert in den meisten Fällen wirklich. Das geht uns Erwachsenen ja auch nicht anders.

In diesem Sinne: Erzähl doch mal, was gefällt dir an meinem Text besonders gut und was findest du total blöd? :-)

Gesprächsspiele

Bei Amazon haben wir übrigens mehrere Spiele gefunden, die genau dieses Thema aufgreifen:

Foto: Nicole Stroschein
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Kategorie: Kids & Teenager

von

Nicole Stroschein

Ist freie Journalistin in Hamburg und arbeitet für verschiedene Zeitschriften großer Verlagshäuser wie z.B. HÖRZU. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. Auf ihrem Blog NicMag.de gibt sie diesen Geschichten virtuell Raum.

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