mal ehrlich …!
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Habt euch lieb und sagt es euch!

Liebe

„Ich hab hier noch einen bockigen Jungen,“ „ach hör bloß auf, ich mach drei Kreuze, wenn meiner endlich wieder auszieht …“ – solche und ähnliche Sätze hörte ich kürzlich auf einem ländlich-gelegenen Fußballplatz. Es waren Eltern, die über ihre Kinder sprachen.

Meistens versuche ich mich aus Gesprächen, die mich nichts angehen, rauszuhalten, hier aber purzelten die Worte schneller aus mir raus, als ich es selbst realisieren konnte.

„Ihr liebt eure Kinder aber schon?”

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hörte ich mich fragen und schaute in eine Reihe großer Augen. Man konnte förmlich greifen, wie die anderen dachten: „Was will die denn jetzt, was stimmt denn mit ihr nicht?”. Mir war das egal. Ich lächelte und wiederholte meine Frage: „Ihr liebt doch eure Kinder, oder?“

„Öh, ja, schon, aber du solltest mal …“, ich wartete nicht, bis mein Gegenüber den Satz vollendet hatte. Stattdessen sagte ich: „Es geht nicht um Meinungsverschiedenheiten oder den täglichen Reibungsverlust in einer Familie. Natürlich gibt es Situationen, in denen es mal knirscht. Das gehört doch dazu. Trotzdem liebe ich meine Kinder und sage es Ihnen auch, bzw. zeige es ihnen in allen erdenklichen Situationen.“

Betretenes Schweigen

Mein, für mich, völlig natürlicher Ansatz erschien den anderen Anwesenden suspekt zu sein. Und darüber geriet ich ins Grübeln.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen – natürlich gibt es auch hier bei uns Zuhause Meinungsverschiedenheiten, natürlich sind nicht alle immer einverstanden mit dem, was einer der anderen tut oder sagt. Aber die Grundhaltung ist klar: Wir lieben uns, wir freuen uns, einander zu haben und sagen uns das auch.

Und: Niemals käme ich auf die Idee, vor anderen in einem abfälligen Ton über meine Kinder – oder andere Menschen, die ich liebe, zu sprechen. Warum sollte ich das auch tun? Auch nicht in einem sogenannten Scherz.

Spart euch eure schlechten Scherze!

Diese Art der Scherze, die letztlich auf Kosten anderer gemacht werden, ist ja ohnehin unangenehm weit verbreitet. Nehmen wir mal Ehepaare, bei denen sie sich vor versammelter Gästeschar über seine Faulheit auslässt und er sie im Gegenzug seine Dicke nennt …

Sorry, ich kann darüber nicht lachen. Ich finde solche Äußerungen respektlos und lieblos. Vielleicht bin ich spießig, aber ich glaube fest daran, dass unsere Worte mehr Gewicht haben, als manch einer für möglich hält. Sie brennen sich ein, in unsere Erinnerung, in unser Unterbewusstsein und bei unseren Kindern hinterlassen sie noch viel tiefere Spuren.

Haben eure Eltern euch vielleicht kritisiert als ihr klein wart? Euch pummelig oder ein Dummchen genannt? Vielleicht sogar mit einem liebevollen Unterton?

Kürzlich verfolgte ich bei Instagram einen Thread zu genau diesem Thema und unglaublich viele Erwachsene erzählten, dass sie noch heute unter scheinbar unbedachten Äußerungen leiden, die Eltern oder andere Verwandte vor Jahrzehnten getätigt haben.

Habt euch lieb und sagt es auch!

Ich kann diesen Satz gar nicht oft genug wiederholen. Und ich werde es auch immer wieder tun, wenn ich Menschen in der geschilderten Art über ihre Kinder sprechen höre.

Sie sind das Beste, was wir haben und das, was wir dieser Welt hinterlassen, wenn wir nicht mehr sind. Mag pathetisch klingen, ist aber so!

Und es gibt viele gute Gründe, dieser Welt ein bisschen mehr Liebe zu hinterlassen oder einfach jetzt, hier und heute zu schenken.

In diesem Sinne: Schön, dass es euch gibt!

Habt euch lieb und sagt es euch!

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Kategorie: mal ehrlich …!

von

Nicole Stroschein

Ist freie Journalistin in Hamburg und arbeitet für verschiedene Zeitschriften großer Verlagshäuser wie z.B. HÖRZU. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. Auf ihrem Blog NicMag.de gibt sie diesen Geschichten virtuell Raum.

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