Gesundheit & Entwicklung
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Die wichtigsten Infos zur Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs / HPV

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Ohne Zweifel gehören Impfungen zu den wichtigsten Errungenschaften der modernen Medizin.

Dank ihrer sind die Pocken heute komplett ausgerottet, sie forderten noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Hunderttausende Todesopfer. Auch Krankheiten wie Kinderlähmung, Cholera, Pest, Typhus, Diphterie und die Masern gibt es heute viel seltener als früher.

Erst seit wenigen Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO eine Impfung gegen HPV-Erreger und in der Folge einen Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs.

Hier die Infos im Überblick.

Was sind HPV-Erreger?

HPV ist die Abkürzung für Humane Papillomaviren. Sie gehören zu den sexuell übertragbaren Erregern. Etwa 70 bis 80 Prozent aller Frauen und Männer, die Sex haben, stecken sich im Laufe ihres Lebens mit diesen Viren an.

Diese Viren sind auch für die Verursachung von Feigwarzen bekannt, welche bei Männern und Frauen auftreten können und extremst lästig und hartnäckig zu behandeln sind. Also erspart das euren Kindern mit einer Impfung. (Mit Fingerwarzen hat das übrigens nichts zu tun, das sind in aller Regel andere Viren.)

Problem: Die Viren können Krebs erzeugen, u. a. Gebärmutterhalskrebs, aber auch Krebs am After, Penis, Mund oder Rachen. Deshalb wird eine Impfung gegen die Erreger empfohlen.

In Deutschland erkranken jährlich 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, in 100 % der Fälle sind HPV-Erreger dafür verantwortlich.

Wer sollte geimpft werden?

Empfohlen wird die Impfung für alle Kinder ab dem 9ten Lebensjahr. Bis zum 15. Geburtstag sind 2 Impfungen notwendig, wenn man mit der Impf-Serie erst danach beginnt, sind 3 Impfungen notwendig.

Auch Erwachsene können noch geimpft werden, wenn sie HPV negativ sind. Das übernimmt die Kasse aber häufig nicht oder nur auf Nachfrage.

Wogegen wirkt die Impfung genau?

Die Standard-Impfung schützt vor der Ansteckung mit den Erregern HPV 16 und 18. Diese beiden Virustypen sind für 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Inzwischen gibt es aber auch schon Impfstoffe, die gegen 2 bzw. 7 weitere HP-Viren helfen.

Bis aus einer HPV-Infektion Gebärmutterhalskrebs wird, vergehen oft viele Jahre, deshalb ist eine statistische Beurteilung noch nicht möglich. Es ist auch möglich, dass noch weitere Erreger für die Erkrankung verantwortlich sind, gegen die die Impfung bisher keinen Schutz bietet. Daher befinden sich die Impfstoffe in stetiger Weiterentwicklung und es sind der 4- bzw. 9-fach HPV Impfstoff dazu gekommen. HPV 16 und 18 sind aber die häufigsten Verursacher von Gebärmutterhalskrebs.

Wie bei jeder anderen Impfung sind auch Nebenwirkungen möglich. Dazu gehören Rötungen der Einstichstelle, Kopf- oder Muskelschmerzen, Fieber, Übelkeit, Juckreiz und Schwindel.

Wer nimmt die Impfung vor?

Ihr könnt euch bei eurem Kinderarzt ausführlich über die HPV-Impfung informieren und euer Kind dort auch impfen lassen. Alternativ darf auch jeder Arzt impfen, der eine Zulassung zur Impfung hat. Also auch Dermatologen, die sich z.B. mit der Behandlung von Feigwarzen beschäftigen, welche durch HPV verursacht werden.

Die Kosten für die Impfung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Bei der Impfung für Jungs fragt bitte vorher bei eurer Krankenkasse nach, hier ist die Empfehlung der STIKO noch neu und nicht alle Kassen haben die Impfung bereits in ihren Leistungskatalog aufgenommen.

Weitere, detaillierte Informationen findet ihr unter diesem Link.

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

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Fotos: Nicole Stroschein

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