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Leeres Nest, volle Panik – Vom Glück, die Kinder ziehen zu lassen und sich als Liebespaar wieder zu entdecken

Leeres Nest, volle Panik
Gastbeitrag von Michael Frey-Dodillet

Nachdem unsere drei Kinder aus dem Haus waren, haben meine Frau Stella und ich lange Paar, ob wir wirklich auch die nächsten 25 Jahre noch morgens miteinander aufwachen Paar. Das war nicht leicht. Hat sich aber gelohnt. Jetzt heiraten wir nach 25 Jahren zum zweiten Mal. Dieses Mal kirchlich.

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In meinem Buch Leeres Nest, volle Panik. Wie man als Eltern den Auszug seiner Kinder überlebt* erzähle ich einfühlsam, selbstironisch und mit viel Humor von unseren ersten Jahren als ‚kinderbefreites‘ Paar. Und davon, wie man sich als Liebespaar wiederfindet, nachdem das Mammut-Projekt Kindererziehung erfolgreich abgeschlossen ist.

Da sitzen wir zwei uns auf einmal gegenüber und reiben uns verwundert die Augen. So, so, denken wir, in dich habe ich mich also verliebt vor fünfundzwanzig Jahren. Wir sehen ziemlich mitgenommen aus, leicht ergraut und etwas krähenfüßig und bei weitem nicht mehr so knackig wie früher. Uns beiden ist klar, dass unsere Zukunft als Paar entscheidend davon abhängen wird, wie viel von jenem glücklichen Liebespärchen aus den Neunzigern noch übriggeblieben ist.

Der Weggang der Kinder ist ein emotionsgeladener Einschnitt

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Da marschiert der Lebensinhalt der letzten 20 Jahre einfach aus dem Haus. Zack! Von 5 auf 2 – das ganze System ändert sich. Da darf man schon mal emotional werden.

Am Anfang tönte ich noch groß rum, dass ich es gar nicht erwarten könne, bis sie weg sind. Endlich muss ich meine Ladekabel nicht mehr suchen, habe Handtücher in der Dusche und keiner klaut mein kaltes Mineralwasser aus dem Kühlschrank, ohne nachzuladen. Aber als es dann so weit war, war mir doch eher nach Mimimi zumute.

Meine Frau hingegen hat den Schritt unserer Kinder in ihre Selbstständigkeit mit großer Freude, Neugier und der Gewissheit begleitet, dass sie gut aufs Leben vorbereitet sind. Einzig die Tatsache, dass sie sich mit Stuttgart, München und Sydney nicht gerade Städte in unmittelbarer Nähe zu Düsseldorf ausgesucht haben, war für ihr Mutterherz ein wenig schwierig.

Es gilt, ein neues Paargefühl zu entwickeln

Um uns als Paar neu zu definieren, mussten wir schon ein paar Brocken beiseite räumen. Nach so vielen Jahren ist die Leidenschaft weg. Ich glaube, das geht vielen so. Man weiß ja kaum noch, wie Sex buchstabiert wird.

Zu einem Leben ohne diese Nähe Ja zu sagen, wäre uns beiden sehr schwergefallen. An dieses Thema mussten wir noch mal ran. Auch an die Definition von Leidenschaft. Wer braucht wie viel und wo liegt die Mitte, in der man sich trifft.

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Neue Freiheiten müssen neu befüllt werden

Nach dem Auszug unserer Kinder ist viel Energie frei geworden, die wir unter anderem nutzen, um beruflich noch mal durchzustarten. Und wir haben als Paar neue Gemeinsamkeiten entwickelt, wie gemeinsam zum Sport zu gehen.

Und waren früher unsere Kinder das zentrale Thema zwischen uns, so ist nun Raum entstanden für beruflichen Austausch, politische und gesellschaftliche Themen. Unser Blick ist wieder weiter geworden, weit über den Tellerrand Familie hinaus

Zweite Heirat nach 25 Jahren

1995 war gar nichts romantisch. Da haben wir vernünftig geheiratet. Hauptsächlich deshalb, damit ich mit meinem unehelichen Sohn auch mal ohne Vollmacht der Mutter zum Kinderarzt darf.

Heute, 25 Jahre später, holen wir die kirchliche Hochzeit nach und sind aufgeregt, als wäre es das erste Mal. Es sind lauter liebe Leute um uns herum, die uns durch die Jahrzehnte begleitet haben. Unsere Eheringe werden zusammen eingeschmolzen und von einer befreundeten Goldschmiedin neu geschmiedet.

Der Autor

Michael Frey Dodillet

Foto: Martin Jepp

Michael Frey Dodillet, geboren 1961 in Singen am Hohentwiel, arbeitet als Werbetexter für diverse Agenturen in Düsseldorf, Hamburg, München und in der Schweiz. Mit seiner Frau lebt er in Erkrath bei Düsseldorf. Die drei Kinder sind aus dem Haus, geblieben sind ein aufmüpfiger Hund, Wühlmäuse in den Rabatten und ein nicht erwünschter Steinmarder unterm Dach.

Bei Heyne erschienen bereits seine drei Bestseller Herrchenjahre*, Herrchenglück* und Herrchentrubel* sowie Herrchen will nur spielen* und seine Romane Die Toskanamänner* und Männer al dente*.

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Das Buch zum Thema

Titel: Leeres Nest, volle Panik: Wie man als Eltern den Auszug seiner Kinder überlebt*

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Inhalt: Eltern allein zu Haus – Was ist passiert? Das Badezimmer wieder begehbar, die Klamottenberge verschwunden, kein nerviges Gezanke mehr. Wow! Die Kinder sind aus dem Haus! Eigentlich sollten die Korken knallen. Doch statt auf den Tischen zu tanzen, singen viele Paare erst einmal den Elternblues.

Diese Phase im Leben einer Familie ist nicht ganz ungefährlich und kann empfindliche Nebenwirkungen haben. Es sitzt niemand mehr am Tisch, den man mit strengen Blicken maßregeln kann, und plötzlich kommen die seltsamsten Marotten des Partners aufs Tablett: Hat er wirklich immer schon so laut geatmet? Gab es da nicht mal Leidenschaft? – Herzlich willkommen im leeren Nest!

Einfühlsam, selbstironisch und mit viel Humor erzählt Michael Frey Dodillet, wie sich Eltern als Liebespaar wiederfinden, wenn sie das Mammut-Projekt Kindererziehung erfolgreich abgeschlossen haben. Ein unterhaltsames Mutmachbuch für alle, die sich in fast vergessener Zweisamkeit gegenübersitzen, aber eines ganz klar sagen können: Ein frischgebackenes Paar sind wir zwar nicht mehr, aber altbacken noch lange nicht!

Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-13: 978-3453202788
Preis: 15,00 EUR

Leeres Nest, volle Panik

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Foto: Heyne Verlag
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