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Pfannkuchen Ahoi! – Eine Fahrt mit dem Pannenkoekenboot durch Amsterdam

Pannenkoekenboot Pfannkuchenboot Amsterdam
Gastbeitrag von Diana Stanescu

Ich habe am Vormittag ordentlich gehungert. Denn am Nachmittag fahre ich mit dem Pannenkoekenboot. Und da gibt es Pfannkuchen, so viel man will. Das war mir klar. Nicht klar war mir im Vorfeld, dass die Tour etwas bietet, das fast noch schöner ist als Pfannkuchen essen: eine Traumaussicht!

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Vom Hauptbahnhof reise ich mit der Gratis-Fähre an, und beim Aussteigen sehe ich das Pannenkoekenboot schon neben der Anlegestelle der Fähre schaukeln. Nostalgisch sieht es aus. Alt ist es aber nicht, sondern 1997 speziell als Pfannkuchenboot gebaut.

Eine Viertelstunde vor der Abfahrt steige ich ein, umringt von Familien mit ihrem erwartungsfrohen Nachwuchs. Im Innenraum hallt Kinderlachen und –weinen. Vor der Bootsküche ist schon alles aufgebaut für die große Pfannkuchenschlacht: Smarties, Marshmallows, Zimtzucker, Schokostreusel, Bananen, Kompott, Schinken, Käse, Ei …

Das Boot legt ab,

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und das große Mampfen beginnt: Die Passagiere, vor allem die kleinen, rennen zur Küchen-Durchreiche. Dort stapeln sich in Regalen Teller mit drei Pfannkuchen-Grundsorten: Natur, Speck und Apfel. Den Rest schaufeln sich die Gäste selbst obendrauf.

Ich entscheide mich zuerst ganz puristisch für Apfel-Zimt-Zucker. Der Pfannkuchen ist dick und fluffig. Schmeckt!

Ein kleiner Junge neben mir packt auf seinen Speckpfannkuchen genüsslich Salami, Camembert und gaaanz viel Zucker, rollt die abenteuerliche Komposition ein, fasst die Rolle beherzt mit beiden Händen und nuckelt daran wie an einer Weißwurst.

Pfannkuchenboot Amsterdam400 Pfannkuchen werden pro Fahrt verputzt, wenn alle 112 Plätze innen und die 30 Plätze außen besetzt sind. »Der Rekord liegt bei 15 Pfannkuchen pro Person«, lacht der Geschäftsführer, »den meisten reichen aber zwei bis drei Stück.«

In der winzigen Bootsküche arbeiten ein bis zwei Köche im Akkord: Auf einer heißen Drehscheibe stehen zwölf Pfannen bereit. Fertigmischung aus dem Eimer in die Pfannen, brutzeln, raus, die nächsten zwölf. Von der Vorstellung, dass die Köche den Teig liebevoll an Bord zubereiten, sollte man sich verabschieden.

Während die meisten

Gäste mit Pfannkuchen und Bällchenbad beschäftigt sind, ziehen Möwen, Kräne und eine Windmühle langsam an uns vorbei. Wir befahren den Fluss IJ, der früher ein Meeresarm der Zuiderzee war, bevor er im 19. Jahrhundert durch einen Damm abgetrennt wurde. An den Ufern des Flusses, der die Altstadt von Amsterdam Noord trennt, entfaltet sich das moderne Amsterdam.

Ich genehmige mir einen Bananen-Schoko-Pfannkuchen, kaue und staune: Die Bahnhofsrückseite, das Kreuzfahrtterminal, die Konzerthalle Muziekgebouw tauchen in den Bootsfenstern auf, gläserne Türme, durchbrochene Baukörper und spiegelnde Fassaden, topmoderne Wohnungen, Büros und Hotels. Hier ist Amsterdam Lichtjahre von der Grachtenromantik der Altstadt entfernt, avantgardistisch, originell und überraschend.

Schade eigentlich, dass kaum ein Passagier seine Nase aus den Pfannkuchen hebt. Denn genau genommen sind das drei Ausflüge in einem: Pfannkuchentour, Mini-Kreuzfahrt und Architektur-Vergnügen!

Pfannkuchenboot Amsterdam

Steckbrief Pannenkoekenboot

  • WEBSEITE? https://amsterdam.pannenkoekenboot.nl/de/
  • WO? Ms. van Riemsdijkweg, 1033 RC Amsterdam (neben Anlegestelle der Fähre), ab Hauptbahnhof Gratis-Fähre Richtung »NDSM-WHARF«
  • WANN? Ganzjährig, aber nicht täglich. An den Fahr-Tagen mehrmals täglich. Tage und Uhrzeiten ändern sich von Monat zu Monat (s. Webseite)
  • WIE LANGE? 75 Minuten
  • WIE VIEL? Buchung über die Webseite: Erwachsene 19,50 EUR, Kinder (3-11 Jahre) 14,50 EUR. Bei Buchung auf dem Boot 2 EUR Aufpreis. Getränke gehen extra.
  • WICHTIG: Einschiffung 15 Minuten vor der Abfahrt, an Board nur Kartenzahlung (EC- und Kreditkarte)
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Wenn man schon mal hier ist:

Keine zehn Gehminuten von der Anlegestelle des Pannenkoekenboots entfernt befindet sich sehenswerte Architektur: Kranspoor heißt das 270 Meter lange Bürogebäude, das auf Stelzen im Wasser schwebt. Auf dem Rückweg bietet sich noch ein Spaziergang über den Hafensteg an, an dem Bootshotels und einige Bootslokale mit Terrassen ankern. Wer die Fähren im Blick haben will, kehrt in der IJ-Kantine ein.

Die Autorin

Diana StanescuDiana Stănescu, 1970 in Rumänien geboren, Studium in München: Politikwissenschaft, Medienrecht, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Seit 2001 in Köln.

Tageszeitungsredakteurin und Reiseredakteurin, Autorin des Reiseführers »Rumänien« im Michael Müller Verlag, zahlreiche Zeitungsartikel, Reise-Vorträge und Gast in Reisesendungen (Hessischer Rundfunk, WDR).

Der Reiseführer Stadtabenteuer Amsterdam

Titel: Amsterdam – Stadtabenteuer Reiseführer Michael Müller Verlag (MM-Stadtabenteuer)*

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Inhalt: Mit den neuen Stadtabenteuern tauchen Sie in Erlebnisse ein, die Amsterdam aus einer überraschenden Perspektive zeigen. Genießen Sie ein Kerzenschein-Konzert in der Portugiesischen Synagoge. Stöbern Sie auf dem größten Flohmarkt Europas. Oder lernen Sie einen Seitenarm der Nordsee auf einem Pfannkuchenboot kennen.

Die Journalistin und Buchautorin Diana Stănescu hat zahlreiche Stadtteile besucht, um Ihnen »ihr« Amsterdam vorzustellen, lebendig, heutig und unerwartet. Abstecher zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Lokalen und Läden ums Eck sind wie immer im Michael Müller Verlag selbstverständlich.

Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Michael Müller Verlag
ISBN-13: 978-3956548222
Preis: 14,90 EUR

Aus der Serie Stadtabenteuer gibt es auch Reiseführer für New York, Hamburg, Prag, Berlin, Lissabon, Wien und Rom :-) Mehr Infos unter www.stadtabenteuer.com.

Pannenkoekenboot

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