Gesundheit & Entwicklung
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Resilienz – ein starkes Immunsystem für die Seele

Resilienz

Fast zwei Jahre Corona und kein Ende in Sicht. Kaum einen Menschen lässt die Pandemie unberührt: Wirtschaftliche Existenzängste, Sorge um die Gesundheit und die diffuse Angst, wie und wie lange das alles noch weitergehen wird, plagen uns alle von Zeit zu Zeit.

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Warum aber kommen manche Menschen gut mit Krisen zurecht, während andere schon eine scheinbare Kleinigkeit aus der Bahn wirft?

Das Zauberwort heißt „Resilienz“ und bezeichnet die Fähigkeit, Krisen seelisch unbeschadet zu überstehen und sogar an ihnen zu wachsen. Resilient zu sein bedeutet jedoch nicht, immer gut gelaunt und fröhlich durchs Leben zu gehen: Auch resiliente Menschen kennen Leid und durchleben gelegentlich eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ihre Stärke liegt jedoch darin, seelische Tiefpunkte anzunehmen und sich aktiv aus ihnen herauszuarbeiten, anstatt passiv leidend in einer problematischen Situation zu verharren.

Was macht einen resilienten Menschen aus?

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Die Grundlage für Resilienz wird bereits in der Kindheit gelegt. Es ist aber in jedem Lebensalter möglich, seelische Widerstandskraft aufzubauen und zu stärken.

Resiliente Menschen sind wie Stehaufmännchen: Sie stehen immer einmal mehr auf, als sie umfallen. Dahinter steht keine geheimnisvolle Kraft: Resilienz ergibt sich aus der Summe einiger Charaktereigenschaften und Denkmuster, die unsere seelische Widerstandskraft stärken und uns Belastungen leichter ertragen lassen.

Dazu gehören:

  • Akzeptanz und Lösungsorientierung: Resiliente Menschen wissen, dass Probleme Teil des Lebens sind. Sie sehen Schwierigkeiten als Herausforderungen und bemühen sich aktiv um eine Lösung, ohne in Selbstmitleid zu verfallen.
  • Optimismus: Resiliente Menschen denken positiv und verlieren auch in der sprichwörtlich finstersten Nacht nicht den Glauben daran, dass die Sonne wieder aufgehen wird.
  • Selbstbewusstsein: Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Sicherheit, jedes Problem irgendwie lösen zu können, macht resiliente Menschen selbstsicher und stark.
  • Eigenverantwortung: Resiliente Menschen geben nicht ihrer Umwelt die Schuld an ihrer Misere. Sie bemühen sich, ihren Anteil daran zu erkennen und übernehmen die Verantwortung für ihr Handeln.
  • Empathie und Kontaktfreude: Soziale Beziehungen zu knüpfen und aufrechtzuerhalten, anderen zu helfen und bei Bedarf auch selbst Hilfe anzunehmen, ist ein weiteres Geheimnis resilienter Menschen.
  • Reflexion und Analysestärke: Resiliente Menschen sind in der Lage, Probleme objektiv zu analysieren und die Ursachen negativer Ereignisse zu erkennen. Das hilft ihnen, aus Fehlern zu lernen und in Zukunft andere Herangehensweisen zu finden.

Resilienz aufbauen – so geht’s!

Manche Menschen gehen scheinbar resilient durchs Leben, ohne jemals etwas dafür tun zu müssen, andere müssen sich ihre seelische Widerstandskraft immer wieder neu erarbeiten. Wie das Immunsystem des Körpers kann auch die psychische Abwehrkraft trainiert werden, damit sie in Krisenzeiten sofort voll einsatzfähig ist.

Folgende Gedanken können Ihnen dabei helfen:

  • Betrachten Sie Krisen als Chancen, nicht als unüberwindbare Probleme. Um Sie herum bricht alles Vertraute in Stücke? Spucken Sie in die Hände und bauen Sie daraus etwas Neues, Besseres!
  • Veränderungen gehören zum Leben und sind nicht zwangsläufig schlecht. Seien Sie neugierig auf alles, was das Leben für Sie bereithält!
  • Vertrauen Sie sich und Ihren Stärken. Wenn Sie es nicht tun, wer dann?
  • Werden Sie aktiv! In Selbstmitleid zu verfallen und wie das Kaninchen vor der Schlange in der Opferrolle zu verharren, löst keine Probleme.
  • Denken Sie langfristig! Um ans Ziel zu kommen, muss man den Weg zu Ende gehen, auch wenn manchmal scheinbar unüberwindliche Berge im Weg stehen. Das Positive daran: Je mehr Berge Sie bezwingen, desto leichter fällt es Ihnen.
  • Pflegen Sie Freundschaften! Der Starke ist manchmal alleine am mächtigsten, meistens aber nicht.
  • Seien Sie achtsam mit sich selbst. Nur wer sich selbst Gutes tut und auf sich achtet, kann auch für andere da sein.
  • Analysieren Sie Krisensituationen und lernen Sie daraus! Jeder Mensch macht Fehler, allerdings sollten es nicht immer dieselben sein.
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Resilienz in der Pandemie

Die Pandemie selbst, aber auch die zu ihrer Bekämpfung getroffenen Maßnahmen stellen unser gewohntes Leben vollkommen auf den Kopf. Unsicherheit und Angst, aber auch das Gefühl, nicht mehr selbst über sein Leben bestimmen zu dürfen, können auch resiliente Menschen aus dem Gleichgewicht bringen.

Das Problem aktiv anzupacken und eigenverantwortlich zu handeln ist in der derzeitigen Situation nur sehr eingeschränkt möglich, vielmehr ist Geführt-werden und passives Ausharren angesagt – viele Menschen empfinden dies als einen Kontrollverlust, mit dem sie nur schwer zurechtkommen. Helfen können da Geduld und Gelassenheit: Keine Krise dauert ewig, die Zeit zum neuerlichen Durchstarten wird ganz sicher kommen.

Bis dahin: Machen Sie das Beste aus der Situation. Überdenken Sie Ihr Leben, setzen Sie sich Ziele oder stellen Sie die Weichen schon jetzt für „danach“ anders. Vergessen Sie nicht: Sie haben Ihr Leben noch immer selbst in der Hand, auch wenn es sich im Moment vielleicht nicht immer so anfühlt!

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