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Von Wurzeln und Flügeln – Das habe ich richtig gut gemacht!

Luzie & Paula in Sizilien

Ich kenne viele Mütter, die (genauso wie ich), regelmäßig darüber nachdenken, ob sie in kritischen Situationen richtig reagiert haben, ob sie generell vielleicht noch etwas besser machen könnten. Und natürlich gibt es da draußen auch all die Klugscheißer Menschen, die eh alles besser wissen und ganz groß im Kritisieren sind. Die liebe Wiebke befasste sich ja bereits ausführlich mit dem Thema.

#momsrock

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Weniger regelmäßig liest oder hört man Mütter mal aus voller Überzeugung sagen: „Das habe ich aber richtig gut gemacht!“. Schade eigentlich. Zum Glück ist jetzt Besserung in Sicht: Die kluge Lucie Marshall hat auf ihrem Blog zu einer Blogparade aufgerufen, bei der sie Beiträge sammelt, die sich einzig damit befassen, was wir oder andere in Hinblick auf ihre Eltern-Rolle so richtig gut gemacht haben.

Da sind wir vom Elternhandbuch natürlich gern dabei. Das heißt, mir kommt als Autorin die ehrenwerte Aufgabe zu, mich dem Thema zu widmen und deshalb fange ich auch einfach mal bei mir an 🙂

Wenn sie größer werden, gib ihnen Flügel!

Ich muss gar nicht lang überlegen, bis mir etwas einfällt, das ich richtig gut gemacht habe! Gerade sind bei uns die Herbstferien zu Ende gegangen. Meine Tochter (10) hat in diesen Ferien einen gigantischen Schritt in ihr eigenes Leben gemacht. Sie war 10 Tage mit einer Freundin und deren Eltern im Cluburlaub auf Sizilien. Die ganze Bedeutung dieser Reise ist mir allerdings erst bewusst geworden, als sie heil wieder in unsere Arme gesunken war.




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Zehn Tage mit einer anderen Familie unterwegs im Ausland – das ist eine große Sache und eine unvergessliche Erfahrung, dazu gehört auch ein gewisser Abenteuergeist und ganz schön viel Vertrauen. Luzie hat diesen Abenteuergeist und das Vertrauen in sich selbst. Ich habe das Vertrauen in sie und auch die lieben Menschen, mit denen sie unterwegs war. Sie liebt es, neues zu entdecken und freut sich hinterher, wieder nach Hause zu kommen. Offensichtlich habe ich (ihr Papa natürlich auch) also etwas richtig gut gemacht: denn nur, wer eine innere Sicherheit und genug Selbstvertrauen hat, geht gern auf eine solche Reise. Als sie nach ihrer Rückkehr strahlend von den Urlaubs-Erlebnissen erzählte,  war ich sehr stolz. Auf sie und auch auf mich, dass ich ihr diese Erfahrung ermöglicht habe, dass ich ihr die berühmten Flügel geben kann, die sie braucht, um die Welt zu entdecken. Natürlich haben wir Luzie alle vermisst, als sie auf Sizilien war, aber durch diese Erfahrung sind wir alle ein gutes Stück gewachsen und freuen uns jetzt sehr, über die tollen Erinnerungen, die Luzie mit uns teilt. Ein wunderbares Gefühl.

Aber erstmal die Wurzeln

Lenny SchulkindAuch in Hinblick auf Luzies Bruder Lenny (8) fällt mir spontan etwas ein, das ich sehr gut und richtig gemacht habe. Lenny hat im September Geburtstag, er ist also ein sogenanntes Kann-Kind. Das heißt, er hätte kurz vor seinem sechsten Geburtstag im Jahr 2012 eingeschult werden können, aber erst im darauffolgenden Sommer eingeschult werden müssen. Nun ist Lenny für sein Alter recht groß und – dank seiner Schwester – wurde er schon früh in Lesen, Rechnen und anderen elementaren Dingen unterrichtet. Eine strengere Lehrerin als Luzie wäre wohl kaum denkbar gewesen. Er wusste also im Sommer 2012 schon viele Dinge, die man in der Schule erst lernt, rein körperlich sah er auch aus wie einer, der gut in die Schule gehen kann. Und, wenn ich ganz ehrlich bin, hatte ich auch nicht mehr so extrem viel Lust auf ein weiteres Jahr im Kindergarten. Nach fünf Jahren und zwei Kindern war die Luft irgendwie ein bisschen raus.

Trotzdem ist Lenny erst im darauffolgenden Jahr eingeschult worden. Eine seiner Erzieherinnen hatte mich daran erinnert, dass er trotz seiner stattlichen Erscheinung doch noch ziemlich anlehnungsbedürftig war und Veränderungen nicht so richtig klasse fand. Auch Lenny selbst war gar nicht so scharf darauf, vorzeitig in die Schule zu gehen. Und deshalb blieb er einfach noch ein weiteres Jahr im Kindergarten.

Eine Spitzen-Entscheidung, da bin ich mir heute mehr als sicher. Es war goldrichtig, ihm noch ein Jahr Zeit zu geben. Inzwischen ist Lenny in der zweiten Klasse und er findet es toll, einer der größten zu sein. Er hat ein gutes Selbstbewusstsein und geht gern in die Schule, stolz wie Oscar erzählte er kürzlich, dass er zum stellvertretenden Klassensprecher gewählt wurde. Laut seiner Lehrerin ist er auch ziemlich durchdacht und souverän, wenn es um Beiträge zum Unterrichtsgeschehen geht, zudem hat sie in einem Elterngespräch sein enormes Wissen gelobt (Dank an die strenge, familiäre Lehrerin). Natürlich weiß ich nicht, wie es gelaufen wäre, wenn er schon 2012 eingeschult worden wäre.  Macht aber nichts, ich würde diese Entscheidung jederzeit wieder so treffen.

Das habe ich richtig gut gemacht 🙂

Dies ist unser Beitrag zu den Blogparaden von Lucie Marshall und Verena Linhart.

Fotos: Nicole Stroschein

8 Kommentare

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  2. Wie gut, dass es noch solche positive Menschen gibt. Mein Sohn ist 5 Jahre alt und ich kann noch nichts sagen, was ich falsch und was ich richtig gemacht habe… Aber ich denke, wenn man ihrem Kind das Gefühl gibt, willkommen und geliebt in dieser Welt zu sein, dann hat man alles geschafft! Den Rest machen sie schon alleine ❤️

    • Hallo Nino, da hast du wohl recht. In einem Punkt möchte ich dir allerdings widersprechen: In 5 Jahren ist doch jede Menge Zeit, ganz viel richtig zu machen 🙂 Sieh es mal so: Wenn du nicht ganz viel richtig gemacht hättest, wüsstest du es ganz sicher. Und im Umkehrschluss hast du vermutlich sehr viel richtig gemacht!

  3. Hallo Nicole,
    das hast Du wirklich gut gemacht. Wenn ein Kind so selbständig ist, dass es ohne Eltern verreist und gerne wiederkommt, dann spricht das für das Elternhaus.
    Ich habe auch ein Kannkind, ob die Einschulung früher oder später besser ist, kann man ja erst im Nachhinein wirklich wissen. Schön, dass es für Dein Kind die richtige Entscheidung war.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Dank dir, liebe Claudia! Vollkommen richtig, jedes Kind hat seine ganz eigene Persönlichkeit. Was für einen perfekt ist, könnte dem anderen eher schaden. Es zeichnet wohl gute Mütter und Väter aus, den Unterschied zu erkennen 🙂

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