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Vom Leben mit Kindern und Katzen

Kinder und Katzen

„Mama, kannst du dir vorstellen, wie es sein muss, ohne Katzen zu leben?“ Diese Frage stellte mir kürzlich meine Tochter (12), als ich in typischer Crazy-Cat-Lady-Manier einen unseren Kater überschwänglich begrüßte. „Vorstellen schon“, antwortete ich ihr, „schließlich ist es noch gar nicht so lange her, dass wir keine Katzen hatten,“ „ja, und willst du das jemals wieder so haben?“, schob sie hinterher.

Eine schöne Gelegenheit, mal über das Leben mit Kindern und Katzen zu sinnieren …

Ein Leben ohne Katzen ist möglich …

… aber natürlich völlig sinnlos, um das gleich mal vorweg zu nehmen. Und genau diese Antwort gab ich auch meiner Tochter. Dies ist natürlich – frei nach Loriot – meine vollkommen subjektive Meinung und, da ich an anderer Stelle bereits sehr sachlich über Tiere und ihre Eignung als Familienmitglied geschrieben habe, ist es heute an der Zeit, das Thema mal mit dem Herzen zu beleuchten.

Doch zunächst zur Lage:

Unsere beiden vierbeinigen Mitbewohner heißen Henry und Fred und sind natürlich die besten Kater der Welt. Wir haben beide aus dem Tierheim geholt, allerdings nicht gemeinsam.

Das aktuelle Leben mit Katzen begann nämlich, als wir im Jahr 2013 ein winzig-kleines Katzenmädchen aus dem Österreich-Urlaub in den hohen Norden schmuggelten. Die ganze Geschichte dazu gibt es auf meinem persönlichen Blog nicmag.de.

Wir liebten unser Katzen-Baby sehr, nach knapp einem Jahr hatte ich allerdings die Idee, ihr zu Katzen-Gesellschaft zu verhelfen. Henry erschien auf der Bildfläche. Ein etwas zerfledderter Halbstarker, dem irgendwelche Katzenrüpel übel mitgespielt hatten.

Trauer und Neuanfang

So richtig gute Freunde wurden Baby-Mieps (sie hatte ein sehr zartes Stimmchen) und Henry leider nicht. Henry legte seine anfängliche Schüchternheit bald ab und nervte die Katzen-Dame zusehends.

Im März dieses Jahres verstarb sie dann bei einem tragischen Autounfall. Unsere Trauer kannte keine Grenzen. Wir nahmen Abschied von der noch jungen Katze, jeder auf seine Art. Während meine Tochter das verstorbene Tier noch einmal sehen wollte, entschied ihr Bruder sich dagegen. Im Gespräch verarbeitete aber auch er seine Gedanken und Gefühle. Baby Mieps ruht heute in unserem Garten und wir glauben fest daran, dass sie immer ein Auge auf uns hat.

Einige Wochen nach dem traurigen Abschied, trat dann Fred in unser Leben. Ein gutgelaunter und sehr agiler Jungkater, den man im Straßengraben gefunden und ins Tierheim gebracht hatte. Ich sah ein Foto von Fred bei Facebook und wusste sofort: Der ist es! Also zog der schwarz-weiße, kleine Kater bei uns ein.




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Diesmal verlief die sogenannte Vergesellschaftung so gut, wie das nur sein kann. Fred und Henry fanden sich sehr schnell und sind heute – ein gutes, halbes Jahr später – ein Spitzenteam. Ringen und raufen ist eines ihrer Lieblingshobbys, manchmal sieht man sie aber auch kuscheln.

Die Sache mit der Verantwortung

Am Tag als Fred bei uns einzog, schien Henry von jetzt auf gleich erwachsen zu werden. Als älterer übernahm er die Rolle des Chefs. Und egal, wie oft Fred ihn in seinem jugendlichen Leichtsinn hinterrücks überfiel (und überfällt), Henry nahm und nimmt sich die Zeit, seinem jungen Kollegen die Regeln des Katzenkampfes und die Rangordnung in der Herde zu vermitteln. Es scheint, als habe er Verantwortung für das Team übernommen.

Verantwortung ist natürlich auch für die Kinder ein schönes Stichwort. Kuscheln und streicheln und mit den Katzen spielen ist eine Sache, aber irgendjemand muss die beiden auch füttern. Anfangs gab es da auch noch das Katzenklo, das regelmäßig gereinigt werden musste, inzwischen verrichten die Herren ihre Geschäfte konsequent außer Haus. Bleibt also die regelmäßige Raubtierfütterung.

Meistens übernehme ich diesen Part, aber sobald ich unterwegs bin, sind die Kinder in der Verantwortung. Sie mögen den Geruch von Katzenfutter nicht so richtig, aber es nützt ja nichts, wie wir sagen. Natürlich füttern sie die Burschen. Sie mögen auch keine sterblichen Überreste von Mäusen (ich auch nicht), trotzdem kümmern sie sich darum, diese würdevoll zu entsorgen, falls nötig.

So viel Liebe und Respekt …

Vor allem aber lieben die Kinder die Katzen von ganzem Herzen und diese Zuneigung wird – soweit man das bei Katzen beurteilen kann, durchaus erwidert. Ebenso wenig wie ich, können die jungen Menschen an einem kunstvoll-verdrehten Kater vorbeilaufen, der ihnen den flauschigen Bauch entgegenstreckt und schon in freudiger-Erwartung von Streicheleinheiten schnurrt.

Dabei sind sie immer vorsichtig und respektieren es auch, wenn die Katzen keine Nähe wollen (was allerdings selten vorkommt). Sie können die Zeichen deuten und, wenn ich beobachte, wie Katzen und Kinder miteinander umgehen, läuft mein Herz über vor Liebe.

Kinder und Katzen – das Fazit

Fassen wir also zusammen: Das Leben mit Katzen und Kindern ist eine grandiose Sache. Es ist mit ganz viel Freude verbunden, aber auch mit Verantwortung und – wie im Fall unserer Katzen-Dame – mit sehr schweren Momenten.

Klar ist auch: Die Kinder helfen zwar mit, aber – wer sich als Erwachsener entschließt – ein Tier anzuschaffen, trägt die Verantwortung dafür, viele Jahre lang. Dessen sollte man sich immer bewusst sein.

Dann aber sage ich: Kinder und Katzen? Auf jeden Fall und unbedingt 🙂

PS. Dass Katzen auch ohne Kinder ebenso dekorativ wie unterhaltsam sind, habe ich jetzt nicht extra erwähnt – DAS ist ja nun wirklich bekannt 😉

Dieser Beitrag passt auch ganz wunderbar zur Blogparade „Kinder & Tiere, Ja oder Nein?„.

Fotos: Nicole Stroschein

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  1. Pingback: Blogparade - Kinder & Tiere, Ja oder Nein? - LiNiChri

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