mal ehrlich …!
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Der öffentliche Bauch von Fürstin Charlène

Fürstin Charlène

Liebe Leute, ich muss mal ganz kurz unsachlich werden.

Denn seit Ende letzter Woche bekannt wurde, dass Fürstin Charlène von Monaco endlich, endlich, ENDLICH schwanger ist, geht ein Rauschen durch den Boulevard-Blätterwald, das an Nervigkeit kaum zu toppen ist: Hurra, ein Thronfolger ist unterwegs! Hurra, die Fürstin hat ihre Pflicht erfüllt! Sogar mit Zwillingen, Doppel-Hurra!

Wobei einige das natürlich gleich zum Anlass nehmen, um konspirativ zu orakeln, dass da wohl jemand künstlich nachgeholfen hat. Eine Zwillingsschwangerschaft mit Mitte Dreißig, ja, ja, da wissen wir doch sofort, dass nicht Albert, sondern Fertilitätsspezialisten ihre, äh, Finger oder was auch immer, im Spiel hatten.

Gleich darauf treten bei Bunte & Co. besorgte Psychologen auf den Plan, die darüber raunen, was für eine Belastung diese Schwangerschaft für Charlène als Spätgebärende (da ist es wieder, das böse Wort!) und als öffentliche Person darstellt. Ja, die Kinder seien gar in Gefahr, uiuiui, ob DAS gut geht?!

Ganz ehrlich, ich bin kurz davor, mich in meinen morgendlichen Kaffee zu übergeben, wenn ich diesen Schwachsinn lese. Denn wenn die Sorge darüber, dass Charlène der öffentliche Druck zu schaffen macht, doch angeblich SO groß ist, gibt es ja eine einfache Lösung – lasst die Frau in Ruhe!

Wo sind wir denn bitte? Im Jahr 2014 werden weibliche Mitglieder der Hochadels weiterhin auf ein Dasein als Gebärmaschine reduziert, deren Hauptaufgabe darin besteht, den Fortbestand der blaublütigen Linie zu sichern? (Wobei, im Fall von Monaco soll das Blut ja gar nicht so blau, sondern vielmehr piratesque sein, aber das ist eine andere Geschichte …). Okay, hier und da mal bei einem Staatsempfang im hübschen Kleidchen winken, das dürfen die hohen Damen auch noch, aber das war es dann schon.

So schön es ist, wenn eine Frau ein Kind erwartet – so widerlich mutet es an, wie die Medien die Schwangerschaften – bzw. „Nicht-Schwangerschaften“ – in Adelskreisen ausschlachten. Die nächste Sau, die bald durchs Dorf getrieben wird, steht bereits fest: Stéphanie von Luxemburg ist auch mit dreißig Jahren noch nicht in anderen Umständen. Was für eine Frechheit, was fällt der ein?

Bevor ich mich hier weiter aufrege, möchte ich an dieser Stelle ein Buch empfehlen: „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood. Die Geschichte spielt in der Zukunft in einem totalitären Staat, in dem Frauen entweder zur Schwangerschaft taugen – oder als Arbeitskräfte in gefährliche Giftmülldeponien abgeschoben werden. Eine düstere Dystopie – ich hoffe, sie wird niemals wahr!

Charlène, freu Dich auf Deine Babys – Stéphanie, genieße Dein Leben, ob schwanger oder nicht!

So. Ende der Durchsage.

Foto: Nicole Stroschein

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