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5 Fragen die du dir vor deiner ersten Reise mit Baby stellen solltest

Mamas ReiseHacks - Chile

Du warst schon auf Rucksacktour in Asien, bist mit dem Motorrad durch die USA gecruist und hast in Südafrika mit den Pinguinen gebadet? Jetzt allerdings bist du so aufgeregt wie noch vor keiner Reise, denn du möchtest zum ersten Mal mit deinem Baby neue Länder entdecken?

Die gute Nachricht: du musst nicht die nächsten 18 Jahre in einem Wohnwagen an der Ostsee urlauben (es sei denn, du möchtest genau das). Vorausgesetzt, du beachtest ein paar Punkte.

Welche das sind, verrät dir Eva vom Blog Mamas ReiseHacks:

Ein paar Worte vorweg

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Damit du deine Reise mit Baby genießen kannst, solltest du dir vorher ein paar Fragen stellen. Dabei geht es nicht darum, zu wissen ob der Ohrendruck im Flieger für Babys gefährlich ist oder ob du alles eingepackt hast. Es geht um etwas anderes.

Es geht darum, dir Sicherheit zu geben.

Sicherheit, dass du weißt was du tust. Dass du babygerecht reist. Wenn du diese Sicherheit hast, wirst du deine Reise mit Baby entspannt antreten.

Doch was musst du wissen, um dieses Gefühl der Sicherheit zu bekommen? Um die Zweifel weg zu radieren?

Die folgenden 5 Fragen helfen dir, dich vorzubereiten mit deinem Baby in die weite Welt (oder auch nach Holland) aufzubrechen.

1. Welches Reiseziel ist sicher mit Baby?

Grundsätzlich gilt: Lass dich nicht davon irritieren, was andere sagen oder denken. Du entscheidest, welche Abenteuer du mit deiner Familie erleben möchtest.

Konkretes Beispiel: Wir fliegen nächste Woche mit zwei kleinen Kindern nach China. Habe ich Respekt vor China? Ja. Ist mir bewusst, dass da kein Mensch Englisch spricht? Ja. Habe ich Angst davor? Nein.

Denn ich weiß, wo ich die internationalen Krankenhäuser finde, in denen Englisch gesprochen wird. Ich weiß genau, dass es dort wo wir hinfahren keine gefährlichen Tiere gibt und dass ich mein Milchpulver besser von zu Hause mitnehme. Dank dieses Wissens habe ich keine Angst.

Mamas ReiseHacks - Japan

Beantworte also auch für dich vor der Reise-Planung immer die folgenden Fragen:

  • Wie ist die medizinische Versorgung vor Ort? (Gibt es gute Krankenhäuser, wo sind die und welche Sprache wird dort gesprochen?)
  • Wie ist das Klima? (Ist in eurer Reisezeit mit Hitzewellen zu rechnen oder extremer Luftfeuchte, reist ihr besser 2 Monate später?)
  • Wie ist die generelle Sicherheit? (Gibt es Gegenden, die du meiden solltest, gibt es gefährliche Tiere oder Krankheiten?)

2. Wie reist ihr Eltern am liebsten?

Wichtigste Grundregel: Wenn du ruhig bist und dich in deiner Umgebung sicher fühlst, spürt das auch dein Baby. Deshalb solltest du auch bei deiner ersten Reise mit Baby darauf achten, so zu reisen, wie es dir (und natürlich deinem Partner) liegt.

Ihr ward immer Zelten, bevor das Baby zur Welt kam? Du hast dich um alles selbst gekümmert. Essen. Wäsche. Ausflüge. Weil du einfach gern selbstbestimmt bist und diese Art zu reisen liebst? Dann bleibe ruhig dabei.

Was nützt es dir, des Babys wegen in ein 4-Sterne-Hotel zu fahren, in dem du dich überhaupt nicht wohlfühlst?

Mamas ReiseHacks - Kofferbaby

Du kannst dich natürlich auch beim Zelten fehl am Platz fühlen und im Hotel deine Wohlfühl-Zone haben. Der Punkt ist der: Dein Baby ist gelassener und zufriedener, wenn du Sicherheit und Ruhe ausstrahlst. Stress bekommen die kleinen Würmchen sofort mit. Und dann wollen sie auch mitmachen.

Deshalb ist es wichtig, dass du besonders bei deiner ersten Reise mit Baby in deinem Element bist. Dass du dich wohl fühlst. Fang bei der Reiseplanung mit Baby also zuerst bei euch als Eltern an.

3. Welche Reise-Art ist mit Baby am besten?

Nun weißt du, was euch als Eltern im Urlaub gut tut, also ist es an der Zeit für die nächste Frage: Müsst ihr eure liebste Reise-Art mit Baby vielleicht etwas anpassen?

Babys machen alles mit. Tun sie das? Wirklich?

Mamas ReiseHacks - FliegerWir waren nach unserer gemütlichen 3-stündigen Pause am Strand gegen 16 Uhr wieder aufgebrochen. Wir waren auf dem Weg von Sydney nach Melbourne. In den Morgenstunden hatte unser 9-Monate alter Sohn auf der Fahrt friedlich geschlummert. In zwei Stunden würden wir unser nächstes Tagesziel erreichen.

Und dann ging’s los. Ein Spielzeug nach dem anderen flog aus der Babyschale. Die Wasserflasche. Die Milch. Unter massivem Protest weigerte er sich einzuschlafen. Wir hielten an und nahmen ihn heraus. Er beruhigte sich wieder. Puh! Kaum waren wir wieder los gefahren, begann das Spiel von vorn.

Das waren zwei der intensivsten Stunden meines Lebens. Wir hatten keine Wahl. Es gab keinen anderen Ort in der Nähe. Wir mussten weiter fahren. Dazu kam noch, dass unsere Unterkunft in Melbourne schon gebucht war. Wir konnten uns keinen Extra-Stopp leisten.

An diesem Tag haben wir eins für uns gelernt: Plane nie, niemals, mehr als 2 Stunden Autofahrt am Tag mit unserem Baby.

Natürlich muss diese Regel nicht zwingend auch für dein Baby gelten. Aber es lohnt sich, vorher ernsthaft abzuwägen, ob es wirklich die bessere Variante ist, mit einem Camper bis nach Schottland zu fahren – oder doch lieber einen 2-stündigen Flug nach Portugal zu wählen. Ob es die Mietwagen-Rundreise sein muss oder eine fixe Ferienwohnung mit vielen Ausflügen besser ist.

Dein Baby ist da natürlich anders als meins. Keine Frage. Und das bringt uns auch schon zur nächsten Frage.

4. Was macht dein Baby gut mit und was nicht?

Abgesehen von langen Autofahrten gibt es noch viele andere Dinge, die dein Baby aus der Bahn werfen könnten. Oder eben auch nicht. Ist es beim Fliegen empfindlich? Braucht es lange, um sich an einen neuen Ort zu gewöhnen? Schläft es gut in fremden Betten?

Ich war extrem dankbar, dass meine Tochter schon recht früh gelernt hatte, alleine einzuschlafen. Und dann waren wir in Argentinien. Plötzlich war es, als hätte jemand ihre Festplatte formatiert. Nichts funktionierte. Alles mussten wir neu installieren. Es war anstrengend. Händchen halten. Herum tragen. Singen bis die Stimmbänder rauchen. Nach 10 Tagen war die Installation komplett und alles wieder beim Alten.

Wir wussten aber, dass ein einwöchiger Urlaub mit unserer Tochter nicht wirklich entspannt sein würde. Insel-Hopping? Rundreise? Kommt gar nicht in die Tüte. Unser größerer Sohn war da ganz anders gewesen. Ihn hat eine neue Umgebung nie gejuckt.

Wie kannst du den Urlaub also gleich so planen, dass er zu deinem Baby passt?

Ganz einfach. Probiere die Punkte, bei denen du unsicher bist, zu Hause einmal aus. Übernachtet doch mal bei Oma. Macht den Mittagsschlaf im Reisebett. Fahrt mit dem Auto nach München (oder Hamburg). Wenn ihr längere Flüge plant, dann fliegt doch mal für ein paar Tage nach London oder nach Mallorca.

Natürlich kannst du nicht alles vorher ausprobieren. Wir konnten es auch nicht. Es wird dir aber enorm helfen zu wissen, welche Situationen dein Baby aus der Bahn werfen und welche es gut mitmacht.

Und wenn du nun alles für dein Baby getan hast? Dann ist es Zeit nochmal an dich zu denken. Denn du, du bist der Packesel.

5. Was kann ich gleich zu Hause lassen?

Du fragst dich, was du alles mitnehmen solltest? Natürlich ist es wichtig, nichts Essentielles zu vergessen. Auf der anderen Seite musst du dein Gepäck auch noch bewegen können. Es sollte auch in ein normales Taxi passen. Mit Baby sammelt sich so einiges an.

Ich bin jedes Mal schockiert, wie viel Gepäck wir doch mitnehmen müssen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, was du gleich wieder auspacken kannst. Noch bevor du losfährst.

Wenn du nicht in die hinterletzte Pampa fährst, gibt es eigentlich überall Babywindeln. Es reicht also, einen Vorrat für drei Tage mitzunehmen. Brei-Gläschen gibt es auch fast überall. Bei Milchpulver solltest du etwas genauer hinschauen. Es ist im Ausland oft nur in Apotheken erhältlich.

Informiere dich vorher, was du vor Ort problemlos kaufen kannst und lass die Hälfte des Gepäcks schon gleich mal zu Hause. Und vergiss nicht, vorher einen Test zu machen: Wie reagiert dein Baby überhaupt auf eine andere Milchpulver-Marke oder Brei-Sorten, die es bisher nicht kannte? Wenn dein Baby keine andere Milch akzeptiert, ist es vielleicht doch keine so gute Idee, diese vor Ort zu kaufen ;-)

Wenn du nun also die Antworten auf diese 5 Fragen hast, kannst du eurem Urlaub ganz entspannt entgegensehen. Natürlich wird es auch anstrengende Momente auf eurer Reise geben. Aber eines kann ich dir versprechen:

Deine Reise mit Baby wird eines der erfüllendsten Erlebnisse sein, die du jemals gemacht hast. Kein Alltagsstress, keine Baby-Treffen. Einfach nur ihr und euer Baby. Ihr werdet alle zusammen jubeln, wenn es das erste Wort sagt, vielleicht die ersten Schritte wagt. Ihr werdet euch lange daran erinnern. Lange, lange von eurer Reise zehren.

Nur ihr. Ganz allein. Zusammen.

Zu unserer Gastautorin:

Eva ist Mutter von zwei Kindern (1 & 4). Sie hat bereits 2 Weltreisen gemacht und 48 Länder gesehen. Auf ihrem Blog Mamas ReiseHacks beantwortet sie viele Fragen rund um das Thema: Reisen mit Kindern. Und beantwortet Fragen von frischgebackenen Eltern wie „Oh Gott, nur noch Pauschalurlaub??“ oder „Aaah – ist das gut fürs Baby??“.

Du planst gerade eine Flugreise mit Baby? Dann ist vielleicht auch Evas kostenlose All-You-Need Shoppingliste für den Flug mit Baby interessant.

Fotos: Eva Rodrigues Lima
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