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So sauber wie geleckt? So viel Hygiene brauchen Fußböden bei Krabbelkindern

Hygiene, Haushalt, Fußboden

Krabbelkinder sind auf dem Fußboden zu Hause. Damit sie sich dort ungestört entfalten können, schwingen Eltern jetzt gerne täglich den Putzlappen. Aber wie viel Hygiene brauchen Fußböden für Krabbelkinder wirklich?

Wenn Babys und Kleinkinder mobil werden, erobern sie ihre Welt Stück für Stück. Rollen, Rutschen, Robben, Krabbeln, bald wird der heimische Fußboden zum Abenteuerspielplatz. Für Eltern bedeutet das, dass ein neuer Level im Hinblick auf Sicherheit und Hygiene erreicht ist.

Das Thema Kindersicherheit im Haushalt füllt ganze Bücher. Von Treppenschutzgittern über Steckdosenschutz bis hin zu abgerundeten Kanten und Fensterschlössern können Eltern ihr Zuhause mit vielen nützlichen Produkten von Anfang an zu einer sicheren Umgebung für ihren Liebling machen. Beim Thema Hygiene scheiden sich allerdings die Geister.

Fußboden & Hygiene?

Eltern neigen oft dazu, ihren Fußboden zur keimfreien Zone zu erklären, wenn der Nachwuchs ihn als Spielparadies zu erobern beginnt. Das ist durchaus verständlich, denn der Gedanke, dass die Kleinen mit dem ganzen Körper über den Boden rutschen, über den der Rest der Familie mit den Straßenschuhen läuft, lässt Bakterienalbträume wahr werden.

Experten sind sich allerdings einig: Klinisch rein muss der Fußboden für Krabbelkinder nicht sein. Ein gewisses Maß an harmlosen alltäglichen Bakterien tut den Kleinen sogar ganz gut, weil es das Immunsystem stärkt und ihnen hilft, Abwehrkräfte zu entwickeln.

Dauerputzen muss also nicht sein, schon gar nicht mit aggressiven chemischen Reinigungsmitteln. Eine gewisse Grundhygiene ist allerdings in einem Haushalt mit kleinen Kindern immer angezeigt.

Diese praktischen Tipps können Eltern eine Orientierungshilfe bieten, wenn es darum geht, den heimischen Fußboden zur Wohlfühlzone für Krabbelkinder zu machen:

Straßenschuhe bitte draußen lassen

Straßenschuhe erleben eine ganze Menge. Sie laufen über Gehwege, durch öffentliche Gebäude, über Parkplätze und durch Bus und Bahn. Dabei sammeln sie allerhand Schmutz und Bakterien ein, die abends in die Wohnung getragen werden. Wohnt im Haushalt gerade ein Baby oder Kleinkind im Krabbelalter, sind die ungebetenen Gäste an den Schuhsohlen nicht willkommen.

Einen großen Schritt in Richtung Krabbelhygiene können Familien bereits tun, indem sie Straßenschuhen strikt den Zugang zu Wohnräumen verbieten. Vielleicht gibt es im Eingangsbereich eine Ecke, in die die Straßenschuhe gleich nach dem Hereinkommen verbannt werden können. Wenn dort gemütliche Hausschuhe für die ganze Familie bereitstehen, bleiben auch in der kalten Jahreszeit die Füße schön warm.

Wichtig ist allerdings, dass sich alle Familienmitglieder strikt an das Straßenschuhverbot halten. Nur mal schnell den Hausschlüssel holen, der auf dem Küchentresen liegen geblieben ist? Auf keinen Fall! Auch wenige Schritte tragen viele unerwünschte Keime und Bakterien ins Haus. Das Straßenschuhverbot in Wohnräumen sollte immer und für alle gelten. So lässt sich eine echte Wohlfühlatmosphäre für die kleinsten im Haus schaffen und auch beim Putzen macht sich die straßendreckfreie Zone bemerkbar.

Regelmäßiges Staubsaugen beugt Schmutzbildung vor

Ein Großteil des Schmutzes, der sich auf Fußböden in Wohnräumen sammelt, besteht aus Staub, Krümeln und anderen Kleinstpartikeln. Rund 6,2 Milligramm Staub pro Quadratmeter fallen in deutschen Haushalten täglich an. Regelmäßiges Staubsaugen sorgt deshalb für eine grundlegende Hygiene im Bereich der Fußböden.

In Haushalten mit kleinen Kindern wird ohnehin beinahe täglich der Staubsauger geschwungen. Wenn ein Krabbelkind zur Familie gehört, ist das auch gut so, denn die kleinen Entdecker lieben es, sich alles in den Mund zu stecken, was sie auf ihrer Entdeckungsreise über den Fußboden finden. Krümel vom Frühstück, Keksreste der Geschwister, Teppichfussel oder Wollknäuel vom vierbeinigen Familienmitglied, alles landet in Babys Mund. Hier sollten Eltern ein wachsames Aube haben und selbst kleinste Schmutzpartikel konsequent aufsaugen.

Praktische Helfer können moderne Staubsaugerroboter sein, die einzelne Bereiche der Wohnung selbstständig von Staub und kleinen Schmutzpartikeln befreien können. Bei der Auswahl eines passenden Staubsaugerroboters kann ein Vergleich im Internet Abhilfe schaffen.

Damit die praktischen Helfer im Haushalt aber auch gründlich arbeiten können, sollten möglichst alle Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, die die automatischen Saughilfen sonst umfahren müssen. Das bedeutet: Stühle, Stehlampen und Mülleimer hochstellen, Teppiche aufrollen und so eine möglichst große Fläche schaffen, über die sich der Saugroboter bewegen kann.

Je nach Bodenbelag kann auch ein Saugroboter eingesetzt werden, der über eine kombinierte Saug-Wisch-Funktion verfügt. Das bedeutet, dass die Böden nach dem Absaugen auch nass gewischt werden können. Dazu ist es notwendig, den Saugbehälter durch einen Wassertank auszutauschen. Die die Nass-Wischfunktion ist nur für Hartböden wie Laminat, Fliesen oder Parkett geeignet.

Achtung: Ein Saugroboter darf niemals unbeaufsichtigt eingesetzt werden, wenn sich Kinder im Raum befinden, da sonst eine erhöhte Verletzungsgefahr besteht.

Bei Reinigungsmitteln auf Chemie verzichten

In Haushalten mit kleinen Kindern sollten für die Reinigung niemals aggressive Chemikalien eingesetzt werden. Sie enthalten Stoffe, die die Haut, die Atemwege und die Schleimhäute empfindlich reizen können. Antibakterielle Reiniger auf Chemiebasis töten außerdem viele harmlose Keime und Bakterien ab, mit denen kleine Kinder durchaus in Berührung kommen sollten.

Familien sollten auf möglichst natürliche Putzhelfer setzen. Im Handel gibt es viele Reinigungsmittel auf natürlicher Basis, die besonders schonend reinigen. Aber auch die altbewährten Hausmittel aus Großmutters Putzschrank sind gut geeignet. Essig und Zitronensäure im Putzwasser reinigen gründlich und zugleich schonend und absolut schadstofffrei. Zitronensäure ist besonders nützlich gegen Kalk.

Gegen verschmutzte Teppichböden wirkt rohes Sauerkraut wahre Wunder. Einfach auf den Teppich legen und gründlich einarbeiten. Nach einigen Minuten kann das Sauerkraut mit einem Staubsauger wieder aufgenommen werden.

Hochwertige Holzböden lassen sich mit Leinöl schonend reinigen. Das Leinöl ersetzt jede handelsübliche Holzpolitur und ist auch noch für kleine Entdecker gut verträglich.

Der richtige Fußbodenbelag für Krabbelkinder

Zugegeben, oft ist der Fußboden einfach schon da, wenn das Baby einzieht. Wenn der Fußbodenbelag aber noch ausgewählt werden kann, sollte die Wahl auf eine schadstofffreie und damit Krabbelkinderfreundliche Variante fallen.

Grundsätzlich sind alle hochwertigen Bodenbeläge auch in Haushalten mit kleinen Kindern geeignet. Auf PVC sollten Familien mit kleinen Kindern allerdings verzichten. Dieses Material enthält neben Weichmachern oft weitere Schadstoffe, die in Wohnräumen nichts zu suchen haben. Eine Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und des Städtischen Klinikums „St. Georg“ hat ergeben, dass vor allem neue Fußböden in den ersten Monaten Schadstoffe in flüchtigen und organischen Verbindungen ausdünsten können, die die Atemwege von kleinen Kindern und auch Erwachsenen stark reizen und sich negativ auf die Gesundheit auswirken können.

Besonders hautfreundlich sind Naturmaterialien wie Holz oder Kork. Sie beinhalten von Natur aus wenig Schadstoffe und verfügen außerdem über eine angenehme Haptik.

Schadstoffgeprüfte Fußbodenbeläge lassen sich unter anderem an diesen Prüfsiegeln erkennen:

  • Bodenbeläge (Teppich, Laminat, Linoleum, Holzdielen, Parkett): der Blaue Engel, Eco Institut Tested Product, natureplus®
  • Speziell für Teppichböden: GuT
  • Speziell für Korkböden: Kork-Logo®

Kleiner Extratipp vom Experten: Ideal sind Bodenbeläge, die sich lose verlegen lassen, also kein spezielles Haftmittel wie zum Beispiel Klebstoff benötigen. Dadurch kann die Schadstoffbelastung im Boden und damit im kompletten Innenbereich deutlich gesenkt werden.

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