Baby & Kleinkind
Kommentare 1

Stillen – Die häufigsten Probleme und ihre Lösungen

Stillprobleme

Es ist eine der besten Erfindungen der Natur: Das Stillen. Unglaublich praktisch und ebenso wertvoll für die Entwicklung deines Babys.

Doch selbst, wenn der Start in die Stillzeit reibungslos verläuft, kann es später zu Problemen kommen. Wir haben die häufigsten Stillprobleme zusammengestellt und erklären dir, was du tun kannst, wenn es sie auftreten.

1. Wunde Brustwarzen

In den ersten Tagen nach der Geburt muss sich die Brustwarze erst daran gewöhnen, dass das Baby an ihr saugt. In dieser Zeit ist es völlig normal, dass die Haut empfindlich reagiert. Normalerweise reguliert sich dies schnell.

In einigen Fällen aber sind die Brustwarzen auch nach einigen Wochen noch wund und empfindlich. Dann solltest du darauf achten, dass du die Stillposition regelmäßig wechselst, um so für Entlastung zu sorgen.

Beim Anlegen geh wie folgt vor: Lege das Baby Bauch an Bauch zu Dir. Kitzele dann die Unterlippe des Kindes mit der Brustwarze. Das löst beim Baby einen Reflex aus, es öffnet seinen Mund ganz weit. Führe dann das Kind so zur Brust, dass die Brustwarze in der Mitte des Mundes ist. Das Kind sollte so nicht nur die Spitze der Brustwarze erfassen, sondern möglichst viel vom Warzenhof im Mund haben.

Die folgenden Tipps helfen außerdem, die Beschwerden zu lindern:

  • Einige Tropfen Muttermilch, auf die wunde Stelle getropft, fördern den Heilungsprozess.
  • In einigen Fällen können Stillhütchen helfen, die Brust zu schonen.
  • Eine Stillberaterin oder Hebamme kann dir ebenfalls helfen und zeigen, wie du dein Baby optimal anlegst.

2. Milchstau

Ein Milchstau äußert sich durch Spannungen in der Brust und harte, schmerzende Stellen. Er entsteht, wenn die Milch nicht abfließen kann und sich in einem Milchgang staut. Dann bilden sich mehr Bakterien und der Körper reagiert mit Fieber und der Produktion von weißen Blutkörperchen.

Häufig kommt es zu einem Milchstau, wenn sich der Stillrhythmus deines Babys verändert hat. Zum Beispiel, wenn es durchschläft und so eine Mahlzeit überspringt. Aber auch zu enge BH’s können zu Problemen führen. Achte auch darauf, regelmäßig die Stillposition zu verändern.

Wenn du Schmerzen in der Brust bekommst, ist es sehr wichtig, dass die Milch wieder abfließen kann. Lege deshalb dein Baby zu Beginn einer Mahlzeit genau da an, wo es schmerzt. Der Unterkiefer des Kindes sollte in die Richtung zeigen, in der sich die harte Stelle befindet.

Ist das zu schmerzhaft, kann Wärme helfen, z. B. in Form eines Bades. Danach kannst du evtl. die gestaute Milch ausstreichen oder abpumpen.

Bei heißen, geröteten Stellen auf der Brust hilft ein Quarkwickel. Hierfür gehst du folgendermaßen vor:

  1. Kalten Quark fingerdick auf eine Binde streichen und in den BH kleben.
  2. Wenn der Quark hart geworden ist, abnehmen.
  3. Vor dem Stillen die Brust dann wärmen, um die Milchgänge zu weiten, danach kühlen, um die Milchgänge wieder zusammenzuziehen.

Versuche außerdem, soviel Ruhe und Schlaf zu bekommen wie irgend möglich. Solltest du Fieber bekommen, womöglich in Kombination mit Schüttelfrost, geh bitte umgehend zum Arzt. Detailliertere Infos zum Thema Milchstau bekommst du u. a. hier.

3. Die Raupe Nimmersatt

Wenn dein Baby nach einigen Wochen des Stillens plötzlich quengelig und unzufrieden ist und schon nach kurzer Zeit wieder trinken möchte, kann es sein, dass es einen Entwicklungsschub durchlebt. Das heißt, es hat mehr Hunger als mit der aktuellen Milchproduktion gestillt werden kann.

Zum Glück ist das kein größeres Problem. Wenn du dein Baby einfach häufiger anlegst, auch in der Nacht, steigert sich die Milchproduktion automatisch. Achte in diesen Phasen darauf, die Stillpositionen zu wechseln, damit möglichst alle Bereiche des Busens stimuliert werden.

Meistens dauert eine solche Phase nur wenige Tage, dann pendeln sich Angebot und Nachfrage wieder ein. Trinke in dieser Zeit ganz normal, wenn Du durstig bist und stelle Dir während des Stillens ein Glas Wasser in Reichweite. Zum Trinken zwingen solltest Du Dich nicht. Auch sogenannte Milchbildungstees sind normalerweise nicht nötig, sei lieber zurückhaltend mit solchen, pflanzlichen Arzneimitteln.

4. Dein Baby spuckt Milch

Grundsätzlich gilt: Bei vielen Babys ist es völlig normal, dass sie einen Teil der Milch nach dem Trinken wieder ausspucken. Solange sie trotzdem normal wachsen und an Gewicht zulegen, ist dies kein Problem.

Wächst dein Baby nicht so wie es sollte, suche auf jeden Fall den Kinderarzt auf. Außerdem achte auf folgende Tipps:

  • Vermeide zu viel Bewegung nach dem Stillen und achte darauf, dass das Baby sein Bäuerchen macht. Auch Schaukeln begünstigt das Spucken häufig.
  • Am besten lagerst du den Kopf des Babys etwas höher als den Körper. Das kann den Drang zum Spucken etwas abmildern.
  • Manchmal kommt es auch vor, dass die Milch beim Anlegen sehr stark spritzt und das Baby so zu viel Milch auf einmal trinkt. Du kannst dann das Kind nach dem Einsetzen des Milchspende-Reflexes kurz von der Brust nehmen, die Milch in ein Handtuch spritzen lassen und es danach erneut anlegen.

5. Das Baby lehnt die Brust ab

Stillprobleme

Pin it!

Manchmal verweigern Babys die Brust für kurze Zeit, weil sie eine negative Erfahrung gemacht, sich z. B. beim Trinken erschrocken haben. Manche Säuglinge lehnen aber auch die Brust ab, weil sie z. B. während deiner Abwesenheit mit der Flasche gefüttert wurden, bei der das Trinken weniger Mühe erfordert.

Normalerweise reguliert sich dies aber schnell wieder. Etwa drei bis fünf Tage lang lehnen sie dann die Brust ab, zeigen dabei auch deutlich, dass sie sich dabei nicht wohl fühlen und unglücklich sind.

Ursache für dieses Problem können aber auch Kosmetika sein, die intensiv riechen oder schmecken. Sei sparsam mit Deo und verzichte lieber auf Cremes.

Sollte dein Baby für ein paar Tage wählerisch sein, biete ihm die Brust immer wieder an, vorübergehend kannst du es auch mit der Pipette oder einem Löffelchen mit Muttermilch füttern.

Oft hilft es auch, das Baby im Halbschlaf anzulegen, wenn es entspannt ist. Auf Fläschchen oder Schnuller solltest du in einer solchen Phase möglichst verzichten.

6. Du musst Medikamente einnehmen

Wenn du vorübergehend Medikamente einnehmen musst, kläre unbedingt mit deinem Arzt ab, ob diese für dein Baby unbedenklich sind. Für die meisten Medikamente gibt es stillverträgliche Alternativpräparate.

Für detaillierte Informationen und weitergehende Fragen kontaktiere bitte eine Hebamme oder Stillberaterin. Du findest sie im Internet unter http://www.lalecheliga.de.

WERBUNG

1 Kommentare

  1. Pingback: Stillen – Die häufigsten Probleme und ihre Lösungen | Heikes Projekte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Wenn Du wissen möchtest, welche Daten wir beim Hinterlassen eines Kommentars speichern, schau bitte in unsere Datenschutzerklärung.