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Verkleiden: Warum es Kinder so begeistert

Verkleiden

Kinder verkleiden sich nicht nur zu Karneval – sie tun es das ganze Jahr, weil Rollenspiele echte Entwicklungsarbeit sind. Wer in eine andere Rolle schlüpft, übt Empathie, testet soziale Situationen und baut Selbstvertrauen auf. Das passiert nebenbei, beim Spielen – und genau deshalb lohnt es sich, eine gut bestückte Verkleidungskiste bereitzuhalten.

Was dahintersteckt und wie die Kiste am besten ausgestattet wird, zeigt dieser Artikel.

Warum verkleiden sich Kinder so gerne?

Kinder lernen durch Beobachten und Nachahmen – und das überall und ständig. Mama telefoniert, kocht oder schminkt sich, um auszugehen – über kurz oder lang wollen Kinder das alles auch ausprobieren.

Sie stellen Situationen nach, ahmen Stimmen und Verhalten nach – oder verkleiden sich. In dieser neuen Rolle lässt sich ausprobieren, wie es ist, jemand anderes zu sein: der Bäcker von um die Ecke, ein Rennfahrer oder Mama und Papa. Nicht umsonst gilt „Vater-Mutter-Kind“ als der Rollenspiel-Klassiker schlechthin.

In Rollenspielen testen Kinder motorische, kognitive und soziale Fähigkeiten. Jedes neue Kostüm eröffnet eine neue Lerngelegenheit – die Entwicklung wird spielerisch gefördert, darin sind sich Fachleute einig.

Wer zum Karneval ein Kostüm sucht, findet in unserem Artikel über coole Kostüme für Kids konkrete Ideen.

Empathie und Selbstwertgefühl

Rollenspiele sind also mehr als Zeitvertreib. Wenn Kinder sich in andere hineinversetzen, entwickeln sie Empathie und Selbstwertgefühl – und können manchmal auch eigene Ängste überwinden.

Ein schüchternes Kind wächst als Superheld über sich hinaus und nimmt etwas davon mit, wenn die Verkleidung wieder abgelegt wird. Wenn dein Kind also Spaß am Verkleiden hat: lass es – auch wenn du selbst nicht mehr so viel mit Rollenspielen anfangen kannst. Dass es dabei laut, chaotisch oder albern wird, gehört dazu.

Die perfekte Verkleidungskiste

Für eine gute Verkleidungskiste braucht es kein Budget für teure Kostüme.

Zur Grundausstattung gehören ausrangierte Hemden, Röcke, Kleider, Hüte, Schürzen, Perücken und Schmuck, den du selbst nicht mehr trägst. Auch alte Gardinen und Handtaschen eignen sich – egal wie altmodisch sie wirken. Brillengestelle, Sonnenbrillen, Krawatten, Gürtel, Hosenträger oder eine Warnweste mit Schutzhelm finden in der Verkleidungskiste immer Verwendung.

Zum Karneval gibt es ohnehin meist ein Kostüm für Schule, Kita oder Sportverein – am besten gleich eine Nummer größer kaufen oder nähen, damit es länger passt. Und vielleicht geben größere Kinder aus der Nachbarschaft ihre alten Kostüme weiter.

Schminke gehört ebenfalls zur Grundausstattung. Mit ein paar Farben lässt sich fast jede Verkleidung vervollständigen – aus einem schlichten schwarzen Pullover wird mit etwas Schminke eine Katze, aus einem weißen Hemd ein Pirat. Wer einmal einen Grundstock an hautverträglichen Farben hat, ist für viele Jahre gerüstet.

Mitspielen oder zuschauen?

Kinder brauchen beim Verkleiden meist kein Publikum und keine Regie. Wer einfach da ist und das Spiel laufen lässt, tut oft mehr als jemand, der aktiv mitspielt und dabei unbewusst lenkt. Wenn ein Kind ausdrücklich eine Rolle zuweist – „Du bist jetzt der Kunde“ – darf man mitspielen. Ansonsten gilt: Raum lassen. Das Spiel gehört dem Kind.

Das bedeutet nicht, dass Rollenspiele Eltern nichts angehen. Wer gelegentlich beobachtet, was gespielt wird, bekommt einen unverstellten Blick darauf, was ein Kind gerade beschäftigt. Manchmal verarbeiten Kinder im Spiel Dinge, die sie noch nicht in Worte fassen können – ein Arztbesuch, ein Streit in der Kita, eine neue Situation in der Familie. Das Verkleiden ist dann mehr als Spiel.

Die Kiste reicht – der Rest kommt von selbst

Eine gut bestückte Verkleidungskiste braucht keine teuren Kostüme und keinen großen Aufwand. Kinder finden ihren Weg in die Rolle – mit einer alten Krawatte genauso wie mit einem Umhang. Und je öfter die Kiste geöffnet wird, desto selbstverständlicher wird das Spielen damit. Wer die Kiste bereithält und das Spielen nicht unterbricht, hat schon das Wesentliche getan.

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