mal ehrlich …!
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Ich seh dich!

Ich seh dich!

Ich seh dich!

Für mich einer der wichtigsten Sätze, wenn es darum geht, Wertschätzung zu vermitteln. Vor allem in Hinblick auf die eigenen Kinder, aber auch im Zusammenleben unter Erwachsenen.

Ich seh dich klingt so simpel und ist doch für viele Eltern eine gigantische Herausforderung. Vielleicht auch, weil sie noch nie bewusst über diesen Satz und das, was er bedeutet, nachgedacht haben.

Falls du zu genau diesen Menschen gehörst, ist das kein Problem. Ich erläutere die Sache mit dem „ich seh dich“ heute mal etwas genauer. Vielleicht hilft das ja.

Auf geht’s!

Ich seh dich – was heißt das eigentlich?

Ich seh dich ist genaugenommen ein Gefühl. Das Gefühl, das du deinem Kind im Optimalfall vermittelst. Es ist mindestens genauso wichtig wie ich liebe dich, denn es bietet noch ein bisschen mehr Rückhalt und Raum für Entfaltung.

Ich seh dich bedeutet: Ich sehe dich mit allen Facetten deiner Persönlichkeit, ich sehe, dass du nicht nur eine Charaktereigenschaft hast, sondern eine ganze Reihe, auch wenn einige von ihnen unbequem sind. Ich sehe, dich und deine Bedürfnisse und nehme sie ernst.

Es setzt vor allem auch voraus, dass du als Mutter oder Vater wirklich hinschaust.

Wirklich hinschauen!

Ich seh dich ist nicht rein visuell zu verstehen, beinhaltet diesen Aspekt aber in vielen Situationen.

Beispiel gefällig? Stell dir vor, dein Kind malt ein Bild und bittet dich, es anzuschauen. Dann schau bitte wirklich hin und nicke nicht nur grob in seine Richtung. Dann zeig ihm, dass du sein Bild wirklich angeschaut hast und sag statt: „Oh wie schön,“ vielleicht auch noch etwas wie, „ah, ein Vogel, magst du Vögel gern?“.

Der Unterschied ist, dass du nicht einfach nur alles toll findest, was dein Kind so fertigt, sondern dich wirklich interessierst, was es bewegt. Du schaust hin und siehst dein Kind.

Echtes Interesse haben

Hat dein Kind Hobbies? Treibt es Sport, spielt es ein Instrument? Dann zeig ihm auch hier, dass du es siehst, dass du hinschaust und dich dafür interessierst. Auch, wenn es vielleicht mal keine Lust (mehr) hat. Dann hilft es vielleicht, ein Gespräch zu führen und herauszufinden, warum das so ist.

Vielleicht hat dein Sohn oder deine Tochter aber auch seine Liebe zu etwas entdeckt, für das du so gar keinen Sinn hast. Computerspiele zum Beispiel. Wie wäre es, wenn du dir das betreffende Spiel dann mal anschaust, statt einfach nur deine Abneigung zu bekunden?

Ich seh dich und was dieser Satz nicht bedeutet

Alle Eltern möchten das Beste für ihre Kinder, davon gehen wir einfach mal aus. Was das genau ist, hängt aber immer auch von der Persönlichkeit eines Kindes ab. Das kann ganz schön knifflig sein.

Alle Eltern lieben ihre Kinder, auch das halten wir für eine Art Gesetzmäßigkeit. Aber hinschauen und dem Kind zeigen: Ich seh dich! Das ist leider nicht immer und überall der Fall.

Ich seh dich bedeutet nämlich folgendes nicht:

  • Blinde Begeisterung und Lobhudelei – einfach nur pauschal alles großartig finden, was dein Kind tut, ist zwar lieb gemeint, fühlt sich aber vielleicht an, als würdest du dich nicht wirklich damit auseinandersetzen und ist auch oft wenig hilfreich. Jeder Mensch hat gute und schlechte Tage. Wenn du hinschaust und dein Kind siehst, erkennst du auch, wenn es mal nicht gut drauf ist und vielleicht Ermunterung oder Ansporn braucht.
  • Von dir selbst auf dein Kind schließen – du warst nicht gut in Mathe oder hast immer davon geträumt, Fußballprofi zu werden? Vielleicht ist deine Tochter trotzdem ein großes Mathetalent und dein Sohn hat keine Lust, Fußball zu spielen. Gib deinem Kind die Möglichkeit, anders zu sein. Es ist nämlich keine kleine Kopie von dir. Und schon gar nicht sind Kinder auf der Welt, um die verpassten Träume ihrer Eltern erfüllen zu müssen. Klingt wie eine Binsenweisheit? Ich glaube, das kommt leider häufiger vor als wir alle denken.

Ich seh dich – das Fazit

Ich seh dich ist eines der schönsten Geschenke, die du deinem Kind machen kannst. Genaugenommen ist es das Gefühl, das jeder Mensch sich wünscht. Gesehen zu werden mit allen Seiten seiner Persönlichkeit.

Für dich und dein Kind bedeutet es, dass du es liebst und ihm die Möglichkeit gibst, seinen eigenen Weg zu gehen. Sich gemäß seiner Bedürfnisse zu entfalten. Mit Eltern, die hinschauen, da sind und Raum geben. Eltern, die vermitteln: ich seh dich!

Ich seh dich!

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Kategorie: mal ehrlich …!

von

Nicole Stroschein

Ist freie Journalistin in Hamburg und arbeitet für verschiedene Zeitschriften großer Verlagshäuser wie z.B. HÖRZU. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. Auf ihrem Blog NicMag.de gibt sie diesen Geschichten virtuell Raum.

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