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Was tun, wenn Kinder schlechte Laune haben?

schlechte Laune

Max nörgelt rum. Vorlesen, basteln, draußen spielen – alles doof! Egal, was seine Mutter versucht, um ihm ein Lächeln zu entlocken – der kleine Kerl hat schlechte Laune und das lässt sich auch nicht ändern.

Was steckt hinter der miesen Stimmung?

Schlechte Laune ist von Haus aus nichts, was wir mit kleinen Kindern in Verbindung bringen. Die meisten Zwerge sind ja eher unterhaltsame Typen mit Sinn für Albernheiten und eingebautem Gute-Laune-Gen. Doch natürlich gibt es auch andere Charaktere. Das gilt für kleine Menschen genauso wie für große. Und vor allem gibt es gute und schlechte Tage, auch im Leben von Drei-, Vier- oder Fünfjährigen. Deshalb bitte nicht gleich in Panik verfallen, wenn dem Nachwuchs mal eine Laus über die Leber gelaufen ist. Manchmal hilft es, sich in die Lage des Kindes zu versetzen, um die Ursache für die schlechte Laune herauszufinden.

Routinen, Rituale und Bedürfnisse

Viele Kinder haben ein großes Sicherheitsbedürfnis. Sie mögen keine Veränderungen. Das Lieblings-Shirt, der Kuschelteddy, ein Kakao mit Papa im Bett – wird nur eines dieser Rituale verändert, ist der ganze Tag im Eimer. Wer das weiß, hat es leichter, mit einem kleinen Routine-Liebhaber klarzukommen.

Problem: Wenn Kinder schlechte Laune haben, kippt leicht die Stimmung der ganzen Familie. Eltern fühlen sich nämlich für die Stimmung ihres Kindes verantwortlich. Deshalb reagieren sie auf Dauernörgeln entsprechend hilflos.

Grundsätzlich gilt: Schlechte Laune entsteht nicht einfach so. Oft nörgeln Kinder, wenn sie hungrig, müde oder überreizt sind oder keine Gelegenheit zum Austoben haben. Aber auch ein Wunsch, der nicht in Erfüllung geht, kann dahinter stecken.

Die Welt durch andere Augen sehen

Das muss gar nicht ein teures Geschenk sein. Vielleicht wollte Max gern mit dem Roller zum Kindergarten fahren, aber dafür war keine Zeit. Vielleicht wollte er noch gern mit seinen Gummistiefeln durch die große Pfütze vor dem Haus laufen, doch Mama hat mit ihm geschimpft. Kleinkinder leben im Hier und Jetzt. Sie verstehen ganz einfach die Argumente der Erwachsenen noch nicht. Einen Vierjährigen interessiert es nicht, ob wir pünktlich im Büro sein müssen. Hier gibt es keine andere Wahl und es geht nicht ohne Konsequenz. Kinder lernen sonst: „Ich muss nur lange genug nörgeln und quengeln, damit ich mich durchsetze und Mama und Papa tun, was ich möchte.“

Cool bleiben und die Ruhe bewahren




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Am besten machen Sie kein Drama daraus, wenn Ihr Kind mal schlechte Laune hat und Sie ihm im Augenblick nicht helfen können. Hinzu kommt: Jeder hat das Recht auf miese Stimmung. Wichtig ist, dass Sie nicht genervt aus der Haut fahren. Das würde die Stimmung nur unnötig verschlechtern. Ruhe und Zuversicht ausstrahlen sind da oft die bessere Wahl (wenn möglich).

Vorbild im Guten wie im Schlechten

Haben Sie einen kleinen Dauer-Nörgler zu Hause, ist es vielleicht sinnvoll, mal das eigene Verhalten zu reflektieren. Kinder lernen immer durch das Vorbild der Eltern. Sie nehmen wahr, wie Mama und Papa sich verhalten, wenn sie selbst schlecht gelaunt sind: Lassen sie ihre schlechte Laune an anderen aus und sind hoffnungslos deprimiert? Oder haben sie Ideen, wie man die Laune heben könnte? Sei es durch einen Spaziergang, Garten-Arbeit oder andere Ablenkung. Es ist gut, wenn Ihr Kind spürt: „Mama und Papa lassen sich auch nicht unterkriegen, wenn es mal nicht so gut läuft.“ Es verinnerlicht dann dieses Verhaltensmuster und überwindet so seinen Ärger umso leichter.

Aufmerksam zuhören

Natürlich kann schlechte Laune auch echten Kummer als Ursache haben. Streit mit Freunden oder ein kaputtes Spielzeug. Manchmal kann es auch helfen, mit Erzieherinnen oder Lehrern zu sprechen. Sie wissen vielleicht mehr. In sehr ernsten Fällen, kann auch der Kinderarzt helfen. Gibt es einen triftigen Grund für Kummer, sollten Sie ihr Kind liebevoll trösten und gemeinsam nach Lösungen suchen. Nur so lernen Kinder: „Auch wenn es mal Probleme gibt, geht davon nicht gleich die Welt unter. Ich kann mich auf Mama und Papa verlassen. Sie trösten mich, nehmen meine Bedürfnisse ernst und helfen, Lösungen zu finden.“ Versuchen Sie also, aufmerksam zuzuhören und die Nöte ihrer Kinder ernst zu nehmen, statt sie abzutun.

Gemeinsam lachen hilft

Kinder lachen für ihr Leben gern. Haben Sie einen dieser Schlechte-Laune-Tage am Wickel, überlegen Sie doch einfach mal, was sie selbst tun können, um die Stimmung zu verbessern. Wann sind sie selbst zuletzt durch die Pfützen gehüpft? Wann haben Sie sich das letzte Mal verkleidet, eine Grimasse geschnitten oder einfach etwas Albernes getan? Das heißt natürlich nicht, dass Sie sich jedes Mal zum Löffel machen sollten, wenn ihr Kind schlechte Laune hat. Aber gute Laune ist definitiv ansteckend.

Also, warum nicht mal wieder etwas Verrücktes tun?

Foto: Olesia Bilkei / shutterstock.com

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