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Frühe Zahnschäden – Ursachen und Vorbeugung

Zahnschäden

Ohne Zähne sähen wir im wahrsten Sinne des Wortes ganz schön alt aus. Sie begleiten uns (fast) ein ganzes Leben, zumindest sollte es so sein!

Voraussetzung ist natürlich, dass wir sie schützen und pflegen. Einige Faktoren, wie zum Beispiel die genetischen Anlagen, kann man nicht beeinflussen. Trotzdem gibt es eine Menge Möglichkeiten, Zahnschäden zu vermeiden. Am besten man beginnt so früh wie möglich. So haben Kinder lange was von ihren Zähnen und scheuen auch nicht den Weg zum Zahnarzt.

Zahnaufbau

Im Kern bestehen Zähne aus Nerven und Gefäßen, die sie mit Nährstoffen versorgen. Haben Zähne Löcher, werden die Nerven gereizt, wir empfinden Schmerzen. Genau so ist es, wenn wir zu heißes oder kaltes trinken oder essen. Um den Kern herum schließt sich das Zahnbein. Es besteht aus Dentin und bildet die Form des Zahns. Das Zahnbein dient der Verankerung im Kieferknochen und dem Zahnfleisch. Auf dem frei sichtbaren Zahn befindet sich eine Schicht Zahnschmelz. Es ist das härteste Material des ganzen Körpers und schützt den Zahn vor Karies [1].

Ursachen für frühe Zahnschäden

Karies (Zahnfäule) ist eine bakterielle Erkrankung des Dentins und des Zahnschmelzes. In den meisten Fällen schädigen Streptoccocus mutans die Zähne [2]. Die Bakterien kommen nach der Geburt nicht im Mund ihres Kindes vor. Wir nehmen sie im Laufe des Lebens über den Speichel anderer auf. Schlechte oder zu unregelmäßige Mundhygiene, Plaques (Zahnbelag) und falsches Essen (besonders Zucker) bieten den Bakterien optimale Voraussetzungen, um sich gut zu vermehren [2] und für Zahnschäden zu sorgen.

Milchzähne und die neuen bleibenden Zähne haben einen weichen Zahnschmelz, der für Karies leicht anfällig ist. Zwar verlieren Kinder ihre Milchzähne, trotzdem ist gründliche Pflege sehr wichtig! Denn Milchzähne erfüllen wichtige Aufgaben. Sie sind für die Entwicklung des Kiefers zuständig und bereiten ihn als Platzhalter auf die Zweiten vor. Außerdem übertragen sich die Kariesbakterien von den Milchzähnen auf ihre Nachfolger, wodurch auch die bleibenden Zähne von Anfang an geschädigt werden können [4].

Prävention für Kinder

  • Zähne putzen ab dem ersten Zahn mit einer weichen Zahnbürste mit dickem Stiel. Streicheln Sie schon vor dem ersten Zahn sanft mit dem Finger den vorderen Mundbereich ihres Kindes. Dann wird es später die Zahnbürste besser tolerieren [4].
  • Kalziumreiche Kost: Kalzium fördert eine gesunde Zahnentwicklung [4].
  • Fluoride fördern die Mineralisierung des Zahns [3]. Sie können Ihrem Kind schon vor dem Durchbruch des ersten Zähnchens fluoridierte Tabletten geben. Wenn der erste Zahn gekommen ist, verwenden sie fluoridhaltige Zahnpasta. Benutzen sie beim Salzen von Speisen fluoridiertes Speisesalz [3].
  • Karies ist ansteckend: Speichelaustausch vermeiden (niemals den Schnuller ablecken, vorsichtig beim Teilen von Essen oder Besteck) [4].
  • Karies greift oft von einem Zahn auf andere über [4]. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt können das verhindern. Kleine Löcher werden sofort entfernt und so sind die anderen Zähne geschützt.
  • Speichelfluss fördert die natürliche Zahnreinigung und verhindert Plaques. Lassen Sie Ihre Kinder nach dem Essen einen zuckerfreien Kaugummi kauen, wenn sie alt genug dafür sind.
  • Nach dem Essen den Mund mit Wasser ausspülen. So schwemmt man die Nahrungsgrundlage der Bakterien heraus.
  • Zahnseide benutzen: Gerade in den Zahnzwischenräumen bilden sich Plaques. Mit Zahnseide kommt man gut zwischen die engen Lücken.
  • Nach dem Zähneputzen nur noch Wasser trinken. Fläschchen mit Milch oder Säften fördern Karies, da diese sich von dem Milch- und Fruchtzucker ernähren [2].

Zu beachten

Auch bei guter Pflege kann es zu Karies kommen. Deshalb ist der Gang zum Zahnarzt wichtig. So kann man schon früh Karies erkennen und behandeln. Kinder zwischen zweieinhalb und sechs Jahren haben das Recht auf drei zahnärztliche Untersuchen. Ist bereits Karies aufgetreten, ist der Weg zum Zahnarzt besonders wichtig.

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Wer sein Kind noch besser absichern möchte, kann auf eine Zahnzusatzversicherung zurückgreifen. Da sich unzählige Anbieter in diesem Markt tummeln und die Leistungen und Preise stark variieren, ist ein Anbietervergleich sinnvoll.

Ab dem sechsten Lebensjahr sollte man mindestens einmal im Jahr den Weg zum Zahnarzt antreten, besser ist zweimal [5].

Tipp: Es gibt immer mehr spezielle Zahnarztpraxen für Kinder. Hier ist das Personal besonders geschult, Geräte und Mobiliar speziell auf Kinder ausgerichtet.

Quellen

[1] Caroline Oblasser: „Alle meine Zähne*“. Edition Riedenburg, 2013, S. 6.

[2] „Zahnkaries“, http://de.wikipedia.org/wiki/Zahnkaries, 02.05.2015

[3] „Fluoridtabletten oder Kinderzahnpasta mit Fluorid vom ersten Zähnchen an?“, http://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/zahngesundheit/gesunde-zaehne/fluoridversorgung/, 02.05.2015

[4] Gabriele Grünebaum: „Das neue große Babybuch*“. Compact via, 2011,S. 235.

[5] „Zahnmedizinische Vorsorge und Früherkennung“, http://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/zahngesundheit/zahnmedizinische-frueherkennung/, 02.05.2015

Foto: Evgeny Atamanenko / shutterstock.com

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3 Kommentare

  1. „Auch bei guter Pflege kann es zu Karies kommen.“

    Davon kann ich ein Liedchen singen. Bei mir hat sich Karies zwischen den Zähnen einen Weg in die Backenzähne gesucht und sie dann aushüllt. Vier Stück waren betroffen und den Zahnärzten ist es erst sehr spät aufgefallen oder besser gesagt nach einem umzugsbedingten Zahnarztwechsel.

    Ich putze daher die Zähne von meinem Kleinen auch immer gründlich nach jeder Hauptmahlzeit.

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