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Extreme Schwangerschaftsübelkeit (Hyperemesis gravidarum)

Extreme Schwangerschaftsübelkeit (Hyperemesis gravidarum)

Übelkeit, insbesondere am Morgen, gehört der landläufigen Meinung nach zu nahezu jeder Schwangerschaft. Das ist nicht grundsätzlich verkehrt, in den meisten Fällen beschränkt sie sich jedoch auf einige Stunden am Tag und einige Wochen bis wenige Monate der Schwangerschaft. Schwangerschaftsübelkeit ist unangenehm, jedoch harmlos und durch pflanzliche Mittel wie Ingwer oder Pfefferminz gut zu bekämpfen.

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Anders sieht es bei der schweren Form, der Hyperemesis gravidarum aus, die zu ernsthaften Gesundheitsproblemen bei Mutter und Kind führen kann.

Symptome der extremen Schwangerschaftsübelkeit

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Der Unterschied zwischen normaler Übelkeit mit Erbrechen und krankhafter Schwangerschaftsübelkeit (Hyperemesis gravidarum) ist fließend.

Warnzeichen sind häufiges Erbrechen von mehr als fünf Malen täglich über einen längeren Zeitraum. In diesem Fall ist es möglich, dass die Betroffene lebenswichtige Elektrolyte und zu viel Wasser verliert. Hält dies an, drohen gefährliche Dehydration, Herzrhythmusstörungen, Krämpfe, Mangelerscheinungen, Bewusstseinsstörungen sowie dadurch bedingte Stürze.

Bei häufigem Erbrechen sind die Alarmsignale Schwindel, Kopfschmerzen, Verwirrung und Schmerzen sowie eine „stehende“ Falte auf dem Handrücken, die sich beim Hochziehen nicht oder nur langsam zurückbildet. Auch dunkler Urin spricht für eine mangelhafte Flüssigkeitszufuhr.

Zumeist bemerken Betroffene jedoch selbst, dass sie nicht mehr imstande sind, ausreichend Flüssigkeit und Nahrung bei sich zu behalten.

Verlieren betroffene Frauen in den ersten drei Monaten mehr als fünf Prozent ihres Ausgangsgewichts, ohne vorher unter Übergewicht gelitten zu haben, ist ebenfalls ärztliche Hilfe anzuraten. Neben den bereits genannten Folgen besteht das Risiko für eine Schädigung der Speiseröhre ebenso wie für psychische Probleme.

Für das Kind erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt sowie geringere Größe und Gewicht bei der Geburt. Eine Fehlgeburt wird hingegen nicht verursacht.

Ursachen der Hyperemesis gravidarum

Der genaue Hintergrund einer schweren Schwangerschaftsübelkeit ist bislang nicht geklärt. Als sicher gilt, dass es sich nicht – wie früher angenommen – um ein psychisches Problem handelt.

Auch wenn eine konkrete Ursache nach wie vor unbekannt ist, konnten eine Reihe von Risikofaktoren identifiziert werden. Zu ihnen zählen:

  • junges Alter der Schwangeren
  • hormonelle Besonderheiten
  • genetische Disposition
  • erste Schwangerschaft
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Infektion mit dem magenbewohnenden Bakterium Heliobacter pylori

Häufig kommen mehrere dieser Faktoren zusammen – insgesamt sind 0,3 bis 3 Prozent aller Schwangeren betroffen.

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Behandlung

Da die exakten Ursachen für schwere Schwangerschaftsübelkeit unbekannt sind, lässt sie sich nur symptomatisch behandeln.

Dazu muss zunächst abgeklärt werden, ob es eine weitere Ursache geben könnte, beispielsweise Magen-Darm-Erkrankungen wie Gastritis, Stoffwechselstörungen, Plazentafehlbildungen oder Migräne.

Ist das nicht der Fall, sind vor allem akute Maßnahmen wichtig:

  • Dazu gehören Infusionen mit den wichtigsten Nährstoffen, um den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren und Mangelerscheinungen vorzubeugen.
  • Zur Medikamentierung wird vor allem Vitamin B6 genutzt, alle anderen möglichen Präparate, auch zum Schutz der Speiseröhre, müssen sorgfältig auf ihre Eignung für Schwangere hin überprüft werden.
  • Heliobacterinfektionen sollten therapiert werden.

Einige Änderungen des Verhaltens können ebenfalls helfen, die Übelkeit zu lindern. Dazu zählt die Einnahme möglichst vieler, kleiner statt größerer Mahlzeiten, die nicht sehr warm oder kalt und nicht stark gewürzt sein sollten. Morgens kann es helfen, eine Kleinigkeit wie einen trockenen Keks bereits im Bett vor dem Aufstehen zu sich zu nehmen. Auch viel Ruhe, Meditation und Massagen können die Situation verbessern.

Fazit

Übelkeit und auch Erbrechen gehören in den meisten Schwangerschaften leider für einige Zeit zum Leben. Sie lassen sich mit Hausmitteln überstehen und sind zumeist ungefährlich.

Anders sieht es aus, wenn das Erbrechen extreme Formen annimmt und dazu führt, dass Betroffene weder Nahrung noch Flüssigkeit bei sich behalten können. Dann sollte, um gesundheitliche Schäden für Mutter und Kind zu verhindern, eine ärztliche Behandlung begonnen werden.

Mehr Informationen über extreme Schwangerschaftsübelkeit und einen Test zur Einordnung des Schweregrades findet ihr hier:

Extreme Schwangerschaftsübelkeit (Hyperemesis gravidarum)

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