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Kopfläuse – was tun?

Kopfläuse

Wer Kinder im Kindergarten– oder Grundschulalter hat, kommt kaum umhin, sie kennenzulernen: Kopfläuse. Die lästigen kleinen Tierchen sind einfach nicht auszurotten. Deshalb finden sich in schöner Regelmäßigkeit Briefe von Lehrern oder Erziehern in den Unterlagen der Kinder, die darüber aufklären, dass Fälle von Läusebefall in der Kita oder der Schule gemeldet wurden.

Vorbeugen ist schwierig

Am besten ist natürlich, wenn man sich – und vor allem den Kindern – die Läuse gleich vom Leib hält. Hierfür muss Körperkontakt allerdings vermieden werden. Und das ist bei kleinen Kindern sehr schwierig. Die Parasiten werden fast ausschließlich von Kopf zu Kopf übertragen. Die gute Nachricht: Eine Übertragung über Kleidungsstücke ist so gut wie ausgeschlossen! Wirksame, vorbeugende Mittel gibt es allerdings nicht.

Der Kopfläuse-Check

Sobald bekannt ist, dass im Umfeld Läuse aufgetreten sind, sollten Sie Ihr Kind auf jeden Fall gründlich untersuchen. Die Läuse selbst sind nur schwer zu erkennen. Einfacher ist es, ihre Nissen, also die Läuse-Eier auszumachen. Zunächst untersucht man einfach bei gutem Licht den Haaransatz, auch hinter den Ohren. Außerdem kann ein Nissenkamm helfen (gibt es in der Apotheke oder hier), mit dem sich die Nissen leicht abkämmen lassen.

Kopfläuse – was tun?

Haben Sie die Läuse eindeutig identifiziert, besorgen Sie sich am Besten ein effektives Läuse-Mittel. Apotheker haben viel Erfahrung mit dem Thema und beraten kompetent. Natürlich kann auch der Kinderarzt helfen, wenn Sie unsicher sind. Meistens reicht eine einmalige Anwendung, um die bereits geschlüpften Parasiten abzutöten. Nach acht bis zehn Tagen wird die Anwendung oft noch einmal wiederholt.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt folgende Vorgehensweise:
  1. Am ersten Tag: Sofortige Behandlung mit einem Arzneimittel oder Medizinprodukt. Anschließend Haare mit Haarpflegespülung und Nissen- oder Läusekamm nass auskämmen.
  2. Am fünften Tag Haare erneut spülen und gründlich auskämmen, um nachgeschlüpfte Larven zu entfernen.
  3. Zwischen dem achten und zehnten Tag die Insektizid-Behandlung wiederholen. Damit werden auch sehr spät geschlüpfte Larven abgetötet.
  4. Am 13. und 17. Tag nach der Erstbehandlung das Haar erneut gründlich nass auskämmen, um die Wirksamkeit der Therapie zu kontrollieren.

Zu den häufigen Fehlern bei der Bekämpfung der Parasiten zählt, dass Arzneimittel nicht lange genug im Haar einwirken, sie zu sparsam oder ungleichmäßig aufgetragen oder durch das triefend nasse Haar ohne Absicht zu stark verdünnt werden. Oft wird auch die erforderliche zweite Behandlung einfach unterlassen.

Wichtig: Jeder Läusebefall muss im Kindergarten oder in der Schule gemeldet werden!!

Kein Grund, sich zu schämen – Kein Grund zur Panik!

Es ist ein Irrglaube, dass Läuse nur Menschen befallen, die sich nicht waschen. JEDER kann sich die Parasiten einhandeln. Nur sollte eben die Behandlung gründlich vorgenommen werden. Ist die Erstbehandlung korrekt durchgeführt worden, können Kinder wieder in die Schule oder die Kita gehen. (http://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/contentbox/kita-rueckkehr)

Im Übrigen wird oft viel zu viel Aufwand betrieben, wenn bei einem Kind Läuse festgestellt werden. Wichtigste Maßnahme ist natürlich die Behandlung des befallenen Familienmitglieds. Alle anderen Familienmitglieder sollten untersucht werden.

Im Weiteren können Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Kämme und Haarbürsten in heißer Seifenlösung gründlich reinigen, zum Beispiel mit einer Handwaschbürste oder einer alten Zahnbürste. Am besten ist es, wenn jedes Familienmitglied erst mal seine eigene Bürste nutzt.
  • Handtücher, Bettwäsche sowie den Schlafanzug der Person, die Kopfläuse hat, wechseln.
  • Mützen, Schals, Decken, Kopfkissen und ähnliche Gegenstände, die mit dem Kopfhaar des oder der Betroffenen in Berührung gekommen sind, drei Tage in einem verschlossenen Plastikbeutel aufbewahren – länger überleben Kopfläuse nicht.
  • Kuscheltiere, die nur schwer drei Tage lang zu entbehren sind, können übrigens auch einer genauen Sichtkontrolle unterzogen werden, schließlich sind Läuse, Larven und Nissen so groß, dass man sie mit bloßem Auge, besser noch mit einer Lupe gut erkennen kann.

Größere Reinigungsaktionen in der Wohnung, wie etwa das Desinfizieren von Polstermöbeln oder die Behandlung von Teppichen mit Insektiziden, sind absolut unnötig. Da es sich um Gifte handelt sind sie eher schädlich als das sie nützen. Vom zeitlichen Aufwand ganz zu schweigen.

Ausführliche Informationen bietet außerdem das Robert Koch Institut: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Kopflausbefall.html

Foto: JPC-PROD / shutterstock.com

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