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Stillen? Lieber nicht, oder?

Der kleine Milchvampir, Stillen
Gastbeitrag von Sandra Schindler

Vor der Geburt meines ersten Kindes machte ich mir überhaupt keine Gedanken. Ich hatte etliche Bücher verschlungen. Sie alle stützten meine Meinung, dass die Geburt etwas ganz Natürliches ist – und sozusagen von selbst passiert. Zudem war ich umgeben von Hausgeburtsmüttern, die mich in meinem Glauben bestärkten. Das würde schon werden.

„Aber wie verhält es sich mit dem Stillen?“, fragte ich mich. Meine Umgebung schien nur noch aus zwei Arten von Müttern zu bestehen: Die einen hatten nicht stillen können, die anderen schürten meine Ängste und erklärten, Stillen sei so ziemlich das Schmerzhafteste, was man sich vorstellen könne.

Die Angst vor dem Stillen

Trotz allem wusste ich aber um die Vorteile des Stillens. Und die Gesundheit meiner Kinder war mir wichtig. Ich hatte zwar schreckliche Angst vor dieser neuen, ungewissen Rolle als Versorgerin eines Babys, aber ich wollte es versuchen.

Immerhin lief die Geburt dann wirklich sehr entspannt ab, genau, wie ich es erwartet hatte. Meine Tochter kam wie geplant zu Hause auf die Welt. Auf wackligen Beinen stolperte ich mit ihr zum Sofa. „Jetzt kannst du sie anlegen“, forderte mich meine Hebamme auf.

„Anlegen? Oh Gott! Wie denn bloß?“ Musste das wirklich sein? Zögernd hielt ich das Baby vor meine Brust. Und dann ging es los. Ich wartete auf die Schmerzen … aber sie blieben aus. Es war ein komisches Gefühl: Dieses kleine Wesen drückte in rhythmischen Abständen mit seiner winzigen Zunge gegen meine Brust – und es funktionierte tatsächlich: Mein Baby trank. Nicht nur das: Es hatte einen ganz schönen Zug drauf. Wie ein kleiner Milchvampir, schoss es mir durch den Kopf.

Alles ganz einfach, oder?

Fast rechnete ich damit, dass es so unkompliziert bleiben würde. Ich lag falsch. Nach ein paar Tagen meldete sich die Brust und beschwerte sich über die ungewohnte Überbeanspruchung durch ihre neue Aufgabe. Mein Vampirkind hatte mit seinen nicht vorhandenen Zähnen bereits kleine, blutende Wunden verursacht.

Jetzt hatte ich sie doch, die Schmerzen, und keine Salbe, kein Hausmittel schien dagegen zu helfen. Ich wusste nicht mehr weiter. Zwar genoss ich die Stillmomente mit meiner kleinen Tochter, war stolz darauf, mein Kind nur durch mich selbst ernähren zu können, aber ich war nicht sicher, wie lange ich das noch durchhalten würde.

Die Rettung

Dann kam der rettende Hinweis einer Freundin: Ihre Hebamme, Clivia Fuchs, hatte eine Stillsalbe entwickelt, die eine Apotheke ganz in ihrer Nähe, in Mehlingen bei Kaiserslautern, eigens für sie zusammenmischte. Und diese Apotheke versendete die Salbe auch per Post.

Dieser Tipp meiner Freundin hat mich tatsächlich gerettet. Ganz schnell heilten meine Wunden ab und ich genoss nur noch die positiven Seiten der Stillbeziehung, wurde sogar ganz selbstverständlich zur Langzeitstillmama.

Neues Kind, neuer Versuch

Bei Kind 2 war die Ausgangssituation natürlich eine andere: Ich war vorbereitet, ließ mich nicht mehr durch die Horrorgeschichten aus meinem Bekanntenkreis verunsichern. Die Notfallsalbe von Clivia Fuchs lag schon bereit.

Das Problem diesmal: Mein Kind wollte nicht. Gut, vielleicht wollte es schon, aber es konnte nicht. Nichts mit Milchvampir – mein kleines Mädchen hatte echt Startschwierigkeiten. „Wie ä Buhsche!“, wunderte sich die Hebamme.

Zum Glück klappte es dann irgendwann doch – und das Kind wurde ganz schnell zum Stillprofi. Gemeinsam mit meiner zweiten Tochter kam ich fast komplett schmerzfrei durch die Stillzeit.

Der Körper schlägt Alarm

Aber eben nur fast. Das Stillen war für mich zu sehr zur Gewohnheit geworden. Ich telefonierte dabei, las Bücher oder erledigte Sachen im Haushalt. Das Zur-Ruhe-Kommen, das Meditative am Stillen kam mir mit der Zeit völlig abhanden.

Glücklicherweise kann ich mich in der Hinsicht auf meinen Körper verlassen, der sich umgehend beschwert, wenn ich über die Stränge schlage. So machte ich also auch die eine oder andere Bekanntschaft mit Brustentzündungen. Mehr Ruhe und Hausmittelchen wie Kohlwickel halfen mir aber, die Probleme in den Griff zu bekommen.

Wiederholungstäter?

Nicht dass ich noch ein Kind wollte, aber könnte ich die Zeit zurückdrehen, ich würde wieder stillen. Und diesmal würde ich mich nicht verängstigen lassen. Ich glaube heute, dass die Verunsicherung durch Außenstehende ausschlaggebend war für meinen schwierigen Stillstart.

Deshalb habe ich eine Bitte an alle Mütter, die Probleme mit dem Stillen hatten oder haben: Ich finde es in Ordnung, darüber zu berichten. Aber wenn ihr das tut, dann versucht, dafür zu sorgen, dass eure noch unerfahrenen Zuhörerinnen mit einem guten Gefühl aus dem Gespräch herausgehen: Ja, es gibt sie, die Stillprobleme, aber genau wie wir jeder Frau zutrauen sollten, dass sie eine reibungslose Geburt erleben wird, sofern sie sich das selbst zutraut, so sollten wir jeder Mutter einen problemlosen Start in die Stillzeit zutrauen. In diesem Sinne: Liebe zukünftige Stillmamas da draußen, glaubt an euch. Ihr könnt es schaffen! Es ist gar nicht so schwer, wenn ihr auf euch, euren Körper und euer Kind vertraut.

Ich wünsche euch eine wunderbare Stillzeit!




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Die Autorin

Sandra SchindlerSandra Schindler arbeitete als Übersetzerin und Lektorin, bevor sie beschloss, selbst Bücher zu verfassen. Die Erfahrungen beim Stillen ihrer Kinder inspirierten sie schließlich dazu, das Kinderbuch „Der kleine Milchvampir“ zu schreiben, das im September 2016 erschien.

Sandra lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern und einem Hund in einem kleinen Dorf und liebt die Natur. Weitere Informationen zu Sandra gibt es auf ihrer Homepage oder bei Facebook.

Allgemeine Infos zum Buch

Der kleine Milchvampir, Stillen

Der kleine Milchvampir*

Titel: Der kleine Milchvampir*

Inhalt: Der kleine Milchvampir ist ein aufgewecktes, lebensfrohes Kind, das es kaum erwarten kann, die Welt zu entdecken. Er will all das tun, was seine Schwester auch tut. Zum Beispiel bei Oma und Opa übernachten. Aber wie soll er das schaffen? Er braucht doch seine Milch. Und die hat nur Mama. Mama kann zwar nicht zaubern, aber sie hat trotzdem eine zauberhafte Idee …

Gebundene Ausgabe: 28 Seiten

Illustratorin: Sandra Seiffart

Verlag: GrünerSinn Verlag

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3946625029

ISBN-13: 978-3946625025

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 Monate – 4 Jahre

Preis: 9,95 EUR

Titelfoto: GrünerSinn Verlag

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2 Kommentare

  1. Ich stille noch voll und nach verlangen meines Kleinen… Bei ihm wurden die Abstände von alleine größer. Mittwoch wird er 4 Monate und verlangt tagsüber alle 3-4 Stunden und nachts alle 4-6, mal auch erst nach 8 Stunden die Brust. Er nimmt auch immer nur eine Seite und ist nach etwa 5 Minuten fertig und satt.

    Liebe Grüße
    Lisa

  2. Pingback: Stillen? Lieber nicht, oder? | Heikes Projekte

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