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Mein Kind geht in die Fremdbetreuung – Gedanken einer Mutter (2)

Tagesmutter

Es ist immer ein aufregender Schritt, wenn das eigene Kind zum ersten Mal von jemand anderem als Mama, Papa, Oma, Opa oder anderen Familienmitgliedern betreut wird. Die sogenannte Fremdbetreuung bietet verschiedene Möglichkeiten und jede Familie hat andere Bedürfnisse.

Ein wichtiger Punkt sind natürlich die Gefühle, die die Eltern und das Kind dabei begleiten. Wir freuen uns sehr, dass die Familienbloggerin Frau Lampenhügel uns ihre ganz persönliche Geschichte aufgeschrieben hat.

Lest hier, welche Gefühle sie hatte, als sie ihren Muck in die Obhut einer Tagesmutter gab. Eine Geschichte in zwei Teilen 🙂 (Teil 1 könnt ihr hier lesen) – Frau Lampenhügels Blog und mehr Geschichten aus ihrem Familienalltag findet ihr unter frau-lampenhuegel.de.

Tolle Tagesmutter – große Erleichterung!

Der Muck geht inzwischen schon länger zur Tagesmutter. Sie ist die tollste Tagesmutter, die man sich vorstellen kann! Wir hätten es nicht besser treffen können, weil es einfach keine Tollere gibt!

Ich kann ihr mit bestem Gefühl und ohne jegliche Zweifel einen meiner größten Schätze anvertrauen (sorry, Herr Lampenhügel …) mein Kind.

In der Eingewöhnungsphase haben wir alles ganz langsam angehen lassen. Von ersten, gemeinsamen Begegnungen über kurze Momente ohne mich, dann gemeinsame Mittagessen, danach Essen ohne mich …

In den ersten Wochen war der Muck wirklich gelöst, freudig und nahm neugierig alles an. Ich konnte mich sogar überraschend schnell von der Gruppe lösen; kein Problem.

Eingewöhnung mit gemischten Gefühlen

„Man spürt Euer enges Band und die Verbundenheit, dieses absolute Vertrauen“, sagte die Tollste zu mir; “deshalb kann er sich so gut von Dir lösen!“. Ich habe das auch so empfunden.

Irgendwann stellte der Muck dann aber fest, dass das kein Spiel, sondern eine Vorbereitung war. Als er also quasi gerade eingewöhnt war – mit Mittagsschlaf vor Ort, wachte er ständig weinend wieder auf und kontrollierte (wie auch abends zuhause), ob ich da bin.

Wir schraubten sofort zurück; die nächsten Wochen holte ich ihn direkt nach dem Mittagessen ab und wir legten uns stillender Weise zusammen zuhause hin.

Dann zog sich alles: Bis er komplett eingewöhnt war, also auch ruhig bei ihr schlief ohne aufzuwachen, vergingen noch 4 Monate!

Ein eingespieltes Team

Ziemlich genau eine Woche vor meinem Arbeitsbeginn war die Eingewöhnung beendet. Ohne Tränen, ganz behutsam und nur mit gutem Gefühl. Wir waren soweit! (Und meine paar Tage „Vormittagszeit für mich“, die ich mir sehr gewünscht hatte, waren futsch). Wir brauchten diese Zeit aber und wir konnten sie uns nehmen.

Heute freut sich der Muck jeden Morgen auf seine Tollste und die zwei Gangmitglieder und geht voller Freude aus dem Haus! Die Vier sind eine richtige Einheit geworden, ein festes Team.

Ich selbst habe auch eine enge Bindung zu der Tollsten entwickelt, da wir viele gleiche Werte teilen und wir durch die Wochen der gemeinsam verbrachten Eingewöhnung sehr intensiv miteinander zu tun hatten. Ich freue mich sehr darüber, dass dieses Band auch in der Zukunft bestehen bleiben wird, da inzwischen feststeht, dass unsere beiden kleineren Kinder tatsächlich den gleichen Kindergarten besuchen werden!

Der Alltag bei der Tagesmutter

Das Frühstücksritual

Treffpunkt Spielplatz, an jedem Tag: Im Sommer und im Winter. Bei Sonne auf der Parkbank, bei Regen im Spiel-Häuschen.

Frühstück!

Tagesmutter

Foto: Frau Lampenhügel

Als erstes kommt der Handpuppen-Kaschperle zu Besuch und darf einen großzügigen Schluck aus den Flaschen aller drei Kinder trinken. Es ist das erste Highlight des Tages.

Einmal habe ich Mucks Flasche vergessen. Er hat soo doll geweint, weil er dem Kaschperle nichts geben konnte, dass ich Heim bin und ihm das Ding geholt habe. Diese Flasche haben wir nie wieder vergessen.

Dann isst der Muck sein Müsli, Käse am Stück, Obst und wird danach mit den beiden anderen Kindern von der Tollsten im Lastenrad gen Weiher gejuckelt.

Großes Glück in der Natur

Dort darf er nach Herzenslust im Sand oder mit Lehm matschen, Berge herauf und herabrennen, planschen oder selbstgebastelte Stöckchen-Tierchen an einer Schnur hinter sich herziehen; sie hat immer eine schöne Idee, was die Kinder tun und basteln können und der Muck steckt seine Finger in Mauselöcher, baut Stockhöhlen oder pult im Gras.

Tagesmutter

Foto: Frau Lampenhügel

Er liebt seine tollste Tagesmutter, ihre naturverbundenen Ideen, und wir sind jeden Tag glücklich darüber, dass wir sie haben und ihr unser Kind anvertrauen mögen! Alles, was sie macht, macht sie mit Herz und das spüren wir.




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Am Wochenende fragt der Muck sogar öfter nach ihr und den beiden anderen Kindern. Das ist das beruhigendste Gefühl überhaupt – dem Muck geht es ganz offensichtlich sehr gut bei ihr, das zeigt er uns deutlich.

Die Zeit bis zum Mittag und ein Schläfchen

Bis mittags werden bei der Tollsten einige Rituale vollzogen, z.B. an der Eisdiele mit dem großen Pinguin vorbeigefahren und eine andere Tagesmutter auf dem Spielplatz getroffen, bevor es heimwärts geht.

Daheim wird vor dem Essen ein Kerzchen für jemanden angezündet und nach dem Essen wieder ausgepustet …

Bevor es zum Mittagsschlaf geht, singt die Tollste ein Gutenachtlied mit der Gitarre und liest ein Buch vor. Danach kann sie gar nicht so schnell gucken, wie er sich freiwillig in seinen Schlafsack legt und sofort einschläft. Bis ich komme und ihn wecke.

Das Abhol-Ritual

Ich komme ziemlich direkt nach der Arbeit zur Tollsten. Das ist für mich eine zeitliche Einschränkung – sie könnte ihn genauso wecken und mir den Muck am Kindergarten übergeben, aber ich will den erlernten Alltag so beibehalten, ohne erneute Veränderung. Für ihn!

Es ist eh schon eine lange Zeit, die er ohne mich verbringt und an die wir uns herantasten mussten und darum will ich immer da sein, wenn er aufwacht, fertig und bums. Wenn er nämlich aufwacht, ist er oft ganz orientierungslos und da bin ich froh, dass ich ihm sofort Sicherheit geben kann.

Das dritte Kind im Bunde wird auch abgeholt und wir singen dann alle zusammen ein Abschiedslied im Kreis. Das ist das letzte Highlight im Tagesmutter-Ablauf; alle Kinder singen mit und winken sich danach ganz wild die Ärmchen wund!

Danach brechen wir auf und holen unsere Abbi vom Kindergarten ab (und treffen die Tollste da schon wieder, da sie ihr großes Kind ebenfalls vom KiGa abholt :-). Das ist wirklich schön, wir haben ein paar Schnittstellen, die über Jahre bleiben werden. Keine Trennung in Sicht.

Arbeitsteilung bei Lampenhügels

Morgens ist es so, dass ich als Erste das Haus verlasse; samt geschmierter Brote von Herrn der frühe Vogel fängt den Lampenhügel; unglaublich toll, nicht wahr?!

Herr Lampenhügel bringt dann die Kinder weg; das klappt super – und ersparte uns am Anfang dramatische Abschiedsszenen. Inzwischen fällt das Wegbringen in seinen festen Aufgabenbereich – das hat etwas mit Arbeitsaufteilung zu tun und außerdem bedeutet es auch Zeit mit den Kindern für ihn; das finden wir alle gut.

Manchmal bringe ich sie aber auch – und dann wird mir immer wieder bewusst, wie abhängig sie von den Erzieherinnen / der Tagesmutter sind und wie sehr sie darauf angewiesen sind, dass diese Nicht-familiären-Menschen gut mit ihnen umgehen.

Und wenn Abbi sich beim Abschied an mich klammert (das kennt jede Mama, oder??), oder der Muck schon im Lastenrad der Tollsten sitzt, und sich beim Wegfahren nochmal nach mir umdreht und „… Mama …?“ fragt; das sind solche Momente, die mir immer wieder ans Herz gehen.

Ich würde z.B. nie gehen, wenn die beiden weinen. Heute fahre ich generell unbelastet und glücklich zur Arbeit, weil ich weiß, dass es ihnen beiden gut geht.

Frau Lampenhügels Fazit

Abschließend bleibt zu sagen: Auch heute ist das Abgeben meiner Kinder für mich emotional. Und das, obwohl es uns sowohl der Kindergarten als auch die Tollste sehr leicht machen; ich Gefühlsdusel.

Und jetzt – im Mai – ist die Tagesmutterzeit fast schon wieder vorbei! Nach den Sommerferien wird der Muck die nächste Etappe erklimmen und zu seiner großen Schwester Abbi in den Kindergarten gehen!

Und das eine Gangmitglied geht ja auch, die beiden sind dann schon Partner in crime. Durch diese Umstände dürfte die Eingewöhnung schneller klappen. Und tut auch nicht so weh. Also mir nicht. Ganz sicher. Sicher vielleicht …

Teil 1 der Geschichte könnt ihr hier lesen und wenn ihr wissen wollt, wie es bei Frau Lampenhügel weitergeht, besucht sie auf ihrem Blog 🙂 Außerdem verriet sie uns vor einiger Zeit schon ihre Gedanken zu einem anderen Thema, diesen Beitrag findet ihr hier.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei Frau Lampenhügel für diese sehr persönlichen Gastbeiträge bedanken, wir bleiben in Verbindung ❤

Ihr möchtet euch Geschichten aus eurem Familienleben erzählen und sie bei das-elternhandbuch.de veröffentlichen?

Wir freuen uns immer über Ideen und Anregungen, schreibt uns einfach, dann finden wir gemeinsam einen Weg. Egal, ob ihr selbst bloggt oder nicht 🙂

Foto: London Scout / unsplash.com




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