Das erste Jahr
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Wie Sie Ihr Schreibaby liebevoll beruhigen – ohne dabei zu verzweifeln

Schreibaby
Gastbeitrag von Jana Kühnler

Die kleine Emily ist ein Wunschkind, und ihre Eltern sind unsagbar glücklich. Sie haben in der Schwangerschaft gesund gelebt und bleiben dabei auch jetzt in der Stillzeit. Alles ist liebevoll für das Baby perfekt vorbereitet und sie umsorgen es vorbildlich.

Doch etwa um die dritte Lebenswoche herum begann das anhaltende Schreien, und es wird immer schlimmer. Emily schläft viel zu wenig, und am Abend dreht sie noch einmal so richtig auf. Der Kinderarzt kann keine Ursachen finden.

Was nun? Emily ist wohl ein sogenanntes Schreibaby. Experten schätzen, dass dies bei jedem 4. bis 5. Baby der Fall ist.

Kein Baby schreit grundlos

Auch wenn Ihr Schreibaby kerngesund ist – es hat einen Grund für sein Geschrei. Gewöhnlich sind diese Säuglinge besonders sensibel gegenüber allen Außenreizen, die ständig auf sie einstürmen. Statt aber Schlaf zu finden, der dazu dient, die vielen Eindrücke zu verarbeiten und im Gehirn abzulegen, kann es nicht zur Ruhe kommen. Die vielen unbekannten Reize stürmen auf das Baby ein, und es findet keinen Weg, sich selbst zu beruhigen. In Fachkreisen spricht man hier von einer Störung der Selbstregulation.

Keine Angst, diese Störung ist keine Krankheit. Diese Kleinen finden einfach ihren eigenen Rhythmus noch nicht so schnell. Meist nehmen sie weder den Schnuller an, noch nuckeln sie an den eigenen Händen. Stattdessen ist beim Schreien der ganze Körper in Aufruhr. Die geballten Fäustchen fahren in der Luft herum, die Beinchen sind krampfhaft in Bewegung, das Köpfchen ist hochrot.

Fakt ist: Diese besonders reizempfänglichen Babys brauchen einfach etwas länger, um sich mit ihrer Umwelt zu arrangieren und abschalten zu lernen. Ein Trost:

Das Ende ist abzusehen

In der Regel dauert die Schreiperiode nicht länger als bis Ende des dritten Monats. Sie wollen aber natürlich weder Ihr Baby drei Monate verzweifelt brüllen lassen, noch selbst nervlich endgültig an die Grenzen geraten.

Dem Schreibaby in den eigenen Rhythmus helfen

Schreibabys wie Emily stecken in einem Teufelskreis: Sie können den vielen Reizen nicht entkommen – sie möchten zur Ruhe kommen – und schreien, weil das nicht geht. Problem: Durch das eigene Geschrei halten Schreibabys sich erst recht wach.

Wichtig ist also, dem kleinen Schreihals zur nötigen Ruhe und regelmäßigen Schlafpausen zu verhelfen.

  • Schaukeln und Herumtragen kann zwar zeitweilig beruhigen, jedoch oft nicht auf Dauer. Hilfreicher kann ein Tragetuch sein, in dem auch die Arme des Babys an den Körper gelegt sind und es den ständigen Körperkontakt spürt. Es beeinträchtigt auch die Mutter weniger als das Tragen auf dem Arm und ist draußen eine gute Alternative zum Kinderwagen, in dem viele dieser Babys auch schreien.
  • Eine ähnliche Funktion hat das Pucktuch. Hier wird das Baby wie in einen Kokon eingeschlungen. Arme und Beine werden dabei ruhiggestellt. Besonders hilfreich ist es, wenn die Eltern das Pucken bis zum Einschlafen mit sanften, sehr gleichmäßigen Schaukelbewegungen kombinieren. Herkömmliche Babywiegen kann man mit dem Fuß zum Schaukeln bringen, das gleiche gilt für den Autositz. Es gibt Babybetten mit automatischer Schaukelfunktion, die Sie dem Einschlafen abschalten können. Ein Baby im Pucktuch muss auf dem Rücken oder in der gestützten Seitenlage (Rolle im Rücken und vor dem Bauch, um die Bauchlage zu verhindern) liegen.

  • Für die Ruhezeiten sollte die Umgebung so reizarm wie möglich Eventuell sollten die Jalousien oder Rollos teils geschlossen, der Himmel vom Bettchen weit nach vorne gezogen werden. Es sollte in der Umgebung keine plötzlichen lauten Geräusche geben, keine Unruhe durch umherlaufende Menschen. Beim Einschlafen kann dagegen ein leises vorgesungenes Liedchen helfen. So langweilig es für die Eltern sein mag, am besten ist monotoner Gesang in sich ständig wiederholenden Tonfolgen.
  • Schalten sie das Handy auf Vibration oder am besten ganz ab, den Fernseher aus, und nutzen Sie das Notebook ohne Ton.
  • Hautkontakt beruhigt das Baby. Daher kann es helfen, das Kind zum Beruhigungsstillen an die Brust zu legen, auch wenn es eigentlich satt ist. Das Liegen an der nackten Brust beruhigt auch Flaschenbabys.



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  • Ob beim Tragen, Schaukeln oder an der Haut – immer sollten die Arme des Babys ruhig am Körper liegen. Solange es mit den Ärmchen rudert hält es sich selbst wach und schreit folglich auch weiter.
  • Beobachten Sie ihr Baby genau. Dann können Sie die kommende Schreiphase meist schon erahnen, und das Baby mit einer liebevollen Beruhigungsmethode zur Ruhe bringen, bevor es in die Schreiphase eintritt.

Gelassenheit ist der erste Schritt zum Erfolg

So schwer es bei einem Schreibaby fallen mag: Bewahren Sie Ruhe und Gelassenheit. Manchmal können ein paar kleine Tricks dabei helfen.

Während Sie das Baby schaukeln, träumen Sie sich an ruhigen, schönen Ort. Kontrollieren Sie bewusst Ihre Atmung. Atmen Sie ruhig und regelmäßig über den Bauch. Wer einen guten Bezug zu Zahlen hat, kann zählen, ähnlich dem Schäfchenzählen zum Einschlafen. Lösen Sie sich innerlich von allen anstehenden Tätigkeiten, die unbedingt zu erledigen sind und an denen Sie jetzt durch das Baby gehindert werden. Nichts ist jetzt wichtiger, als dass das Baby Ruhe findet und Sie mit ihm.

Entspannend können ein paar Yogaübungen sein, wenn das Baby endlich eingeschlafen ist. Auf keinen Fall sollten Sie die Schlafpause des Babys sofort zu hektischem Tun nutzen. Lieber alles ruhig angehen und selbst zur Ruhe kommen, während der kleine Schreihals endlich schläft.

Ein absolut sicheres Erfolgskonzept für Schreibabys gibt es nicht. Sie lassen sich zwar mit den genannten Methoden liebevoll beruhigen, aber die Problematik selbst bleibt bestehen, bis das Kind endgültig seinen eigenen Schlaf- und Wachrhythmus gefunden hat.

Die ersten drei Monate sind ein Hürdenlauf, doch die Hürden können tiefer gesetzt werden. Ein regelmäßiger Tagesablauf hilft dem Baby und den Eltern, damit alle zwischendurch die nötige Ruhe finden.

Mehr nützliche Infos zum Thema sind auf www.hilfe-mein-baby-schreit.de zu finden.

Die Autorin

Jana KühnlerJana Kühnler aus Berlin wurde bereits mit 19 Jahren zum ersten Mal Mutter. Ihre kleine Tochter entpuppte sich schon bald als Schreibaby.

Nachdem Jana Kühnler sich alle erdenkliche Hilfe von Ärzten, Hebammen und erfahrenen Eltern suchte, teilt sie ihre Erfahrungen und ihr Wissen zu Schreibabys mit anderen Eltern auf ihrem Portal www.hilfe-mein-baby-schreit.de und mit ihrem eigenen E-Book.

Foto: dien / shutterstock.com




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