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So kommen Sie sicher durch die Trotzphase

Trotzphase

Ben liegt auf dem Boden und schreit, er ist hochrot und nimmt seine Umwelt kaum noch wahr. Der Grund dafür: Ein Lutscher, bzw. kein Lutscher. Ein „Nein“ von Bens Mutter hat ausgereicht, den Zweijährigen völlig in Rage zu versetzen. Ben ist in der Trotzphase. Das ist grundsätzlich nichts schlimmes, kann aber ziemlich an den Nerven aller Beteiligten zerren.

Neun von zehn Kindern zwischen anderthalb und drei Jahren werden wütend, weil irgendetwas nicht so läuft, wie sie es wollen. Ein Ausraster pro Tag ist in der Hochphase völlig normal.

Wer bin ich und wie viel Emotion ist dafür nötig?

Für Eltern ist die Trotzphase oft dramatisch. Die gute Nachricht: Sie ist nicht nur normal sondern sogar wichtig. In dieser Zeit wird bei Kindern der Grundstein dafür gelegt, ob sie sich als Erwachsene an Regeln halten können, ob sie ihre Emotionen im Griff haben, wie sie mit Stress und Frust umgehen und in der Gesellschaft klar kommen.

Kleinkinder in der Trotzphase werden von ihren Emotionen regelrecht überwältigt. Was ihnen überhaupt nicht hilft, ist ein lapidares „Stell dich nicht so an.“

Was also tun, wenn ein Kleinkind vor Wut tobt?

Es ist eine absolute Herausforderung, keine Frage. Dreht ihr Kind bei einem scheinbar lächerlichen Anlass durch,  zählen sie am besten innerlich bis zehn und sagen sich, „es hat wieder einen Rappel. Das geht vorbei.“ Es ist wichtig, einen Trotzanfall nicht persönlich zu nehmen und die Situation möglichst von außen zu betrachten.

Von allein geht die Trotzphase generell allerdings auch nicht vorüber. Kinder brauchen jetzt Vorbilder, die ihnen zeigen, wie sie ihre Wut anders äußern können, ihnen Grenzen aufzeigen, aber auch nicht zu viel verbieten.

Wichtig: Mit Worten erreichen sie einen kleinen Trotzkopf in der akuten Wut kaum, da hilft es schon eher, das Kind in den Arm zu nehmen.

Wütend sein ist erlaubt, treten nicht!




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So in etwa lautet die wichtigste Grundregel für trotzende Kinder. Zeigen Sie ihrem Kind, dass Sie es verstehen, lieben und ernstnehmen. Aber setzen Sie auch konsequent Grenzen. „Ich verstehe, dass du sauer bist, trotzdem akzeptiere ich nicht, dass du hier rumschreist und mich verletzen willst.“

Zuhause kann es hilfreich sein, eine Wut-Ecke einzurichten, in die das Kind sich zurückziehen kann, wenn es nicht weiter weiß. Mit dicken Kissen, an denen man die erste Hilflosigkeit auslassen kann, ohne andere zu verletzen.

Konsequent bleiben

So schwer es vielleicht fallen mag, wenn im Supermarkt alle Augen auf das eigene, brüllende Kind gerichtet sind: Wer einmal „Nein“ zu Schokolade, Eis oder Bonbons gesagt hat, sollte auch dabei bleiben. Nur Kinder, die begreifen, dass sie mit Geschrei und Wutanfällen nicht weiterkommen, werden diese auch wieder abstellen.

Klüger als nachzugeben ist in der schwierigsten Trotzphase, vorausschauend zu handeln. Also vielleicht für eine Weile einkaufen zu gehen, wenn jemand anders sich um den kleinen Quälgeist kümmern kann.

Ablenkung kann auch eine sinnvolle Maßnahme sein: Bitten Sie ihr Kind, Ihnen das Brot zu holen, das es so gern mag oder beim Abwiegen der Äpfel zu helfen.

Ein Ende ist in Sicht

Egal, wie dramatisch die Trotzphase erscheint – sie geht vorüber, das ist die wichtigste Grundregel, die Sie immer im Hinterkopf behalten sollten. Bis dahin hilft möglichst viel Geduld und Gelassenheit. Gönnen Sie sich einfach auch regelmäßig eine Auszeit, dann sieht die Welt gleich ganz anders aus.

Dies ist unser Beitrag zur Blogparade „Autonomiephase“ von Dani.

Foto: Dubova / shutterstock.com

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