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Schön aber giftig – Vorsicht vor diesen Pflanzen!

Giftige Pflanzen

Was gibt es schöneres als Kinder, die an der frischen Luft sind, spielen, toben und sich in der Natur bewegen? Gerade jetzt, wenn nach den langen Wintermonaten die Luft wieder milder wird, zieht es uns nach draußen.

Vor allem bei kleineren Kindern solltet ihr aber immer ein Auge darauf haben, wo sie spielen und was für Pflanzen um sie herum sind. Eine Reihe schöner Blumen und Sträucher sind nämlich giftig und deshalb eine Gefahr für Kinder.

Hier die wichtigsten giftigen Pflanzen im Überblick. Achtet vor allem auch darauf, sie möglichst nicht im eigenen Garten anzupflanzen.

Giftige Pflanzen im Überblick

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Alpenveilchen

Ursprünglich war die hübsche Pflanze mit den herzförmigen Blättern und den duftenden Blüten in weiß-rosa vor allem im Südosten Deutschlands anzufinden. Inzwischen ist sie aber auch eine beliebte Zimmerpflanze, bei der Vorsicht geboten ist.

Diese Blumen verspritzen bereits bei der kleinsten Berührung Giftstoffe, die Haut und Augen verletzen. Der Stoff kann zu Bindehautverätzung führen. Wenn dein Kind die Hand in den Mund steckt, lässt das Gift die Schleimhäute anschwellen und führt im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen und Lähmungen.

Goldregen

Vor allem die Samen von Goldregen sind sehr giftig. Meistens erbrechen sich Kinder sofort, wenn sie die Samen verschluckt haben. Außerdem äußert sich die Vergiftung durch Zittern und Übelkeit. Werden die Samen nicht erbrochen, können Kinder durch Atemlähmung oder Kreislaufversagen sterben.

Herbstzeitlose

Diese Blume ist dem Krokus sehr ähnlich, deshalb kommt es oft vor, dass Kinder sie pflücken möchten. Doch leider ist die Herbstzeitlose nicht ungefährlich. Alle Teile der Pflanze enthalten das Gift Colchicin, das für Mensch und Tier sogar tödlich sein kann. Besonders die Blüte enthält besonders große Mengen dieses Wirkstoffs.

Schon eine Berührung mit der Pflanze kann bei Kindern zu Vergiftungserscheinungen führen. Der Mund fängt an zu brennen, eine Stunde später treten meist Übelkeit, Erbrechen und heftige Koliken auf. Blutdruckabfall, Lähmungen und Atemstillstand können zum Tod führen.

Engelstrompete

Die Engelstrompete steht häufig in Gärten und Parkanlagen. Sie wird auch Trompetenbaum genannt und ist für Kinder besonders gefährlich, weil ihre Samen und Blüten süß schmecken. Schon wenige Samen können zu Bewusstlosigkeit und Atemlähmung führen.

Eibe

Die Eibe ist sehr beliebt und in vielen Gärten zu finden. Wo Kinder spielen, solltet ihr aber lieber auf sie verzichten. In den Nadeln des Zierstrauches ist das Gift Taxin enthalten, außerdem sind es vor allem die Samen, die die Eibe giftig machen: Hier ist Taxin besonders stark konzentriert.

Schon der Verzehr weniger Nadeln oder Samen kann zu schweren Vergiftungserscheinungen führen. Dazu gehören ein trockener Mund, Rotfärbung der Lippen, Pupillenerweiterung, Blässe, Übelkeit, Leibschmerzen, Schwindel, Diarrhoe und Herz- und Kreislaufstörungen, zählt die Informationszentrale gegen Vergiftungen des Universitätsklinikums Bonn auf. Vergiftungen durch Taxus baccata können Leber- und Nierenschäden nach sich ziehen und im äußersten Fall sogar zu Krampfanfällen bis hin zum Tod führen.

Die Form und die rote Farbe des Samenmantels erinnern an Beeren, weshalb Kinder leicht in Versuchung kommen können, die giftigen Samen in den Mund zu nehmen. Kinder sollten aus diesem Grund dringend von Eiben ferngehalten werden, denn es besteht akute Lebensgefahr.

Eisenhut

Eisenhut gilt als Europas giftigste Pflanze. Die ganze Pflanze, besonders Wurzeln und Samen sind sehr stark giftig. Die Inhaltsstoffe der Pflanze wirken auf die Muskulatur und das Nervensystem. Vor allem Kinder sind beim Spielen mit Pflanzenteilen gefährdet.

Zu den Symptomen gehören Übelkeit, Erbrechen, kolikartiger Durchfall, kalter Schweiß, blasse, marmorierte Haut und Frösteln.

Roter Fingerhut

Roter Fingerhut gilt in Europa als die am meisten verbreitete Fingerhut-Art und ist hochgiftig. In freier Wildbahn wächst die Pflanze vor allem an Waldrändern und auf Waldlichtungen. Man findet sie aber auch in vielen Gärten, weil sie eine beliebte Zierpflanze ist.

Die leuchtende Farbe der Blüten lockt oft Kinder an, doch Vorsicht! Bereits ein einziges Blatt ist für Kinder tödlich.

Zu den Symptomen der Vergiftung gehören Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Außerdem können schwere Herzrhythmusstörungen sowie zentralnervöse Sehstörungen, Delirium und Halluzinationen auftreten. Im äußersten Fall kann der Tod durch Herzstillstand eintreten.

Deshalb bitte Kinder auf jeden Fall von der Pflanze fernhalten und im eigenen Garten lieber darauf verzichten!

Was tun im Notfall?

Dein Kind zeigt Anzeichen einer Vergiftung? Wichtig ist zunächst, die Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. Du kannst z. B. die Informationszentrale gegen Vergiftungen in Bonn anrufen, unter Tel. 0228 – 19240.

Die Mitarbeiter dieses und anderer Giftinformationszentren helfen in solchen Situationen weiter. Am besten speicherst du die Nummer für deine Region im Telefon ab.

Beim Anruf werden dir folgende Fragen gestellt:

  • Um welche Pflanze handelt es sich? Beschreibe sie möglichst genau?
  • Welche Pflanzenteile verzehrt wurden in welcher Menge verzehrt?
  • Welche Symptome zeigt das Kind?
  • Was hast du bisher unternommen?

Welche Sofortmaßnahmen gibt es bei einer Vergiftung?

  • Gib deinem Kind ein Glas stilles Wasser oder Tee zu trinken. Damit lässt sich das Gift verdünnen und von den Schleimhäuten des Rachens spülen.
  • Medizinische Kohle: Sie bindet Gifte und verhindert deren Aufnahme ins Blut.
  • Sind die Augen betroffen, bitte sofort einen Augenarzt konsultieren, die Augen mit kaltem Wasser spülen.

Wann müssen wir zum Arzt?

Bei heftigen Vergiftungserscheinungen wie starker Übelkeit, Atemnot oder Bewusstlosigkeit solltest du umgehend zum Arzt fahren, in ein Krankenhaus oder aber den Rettungsdienst anrufen. Auch für den Arzt ist es eine Hilfe, die oben genannten Infos zu bekommen, evtl. ausgespuckte Pflanzenteile analysieren zu können.

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Kategorie: Gesundheit & Entwicklung

von

Nicole Stroschein

Ist freie Journalistin in Hamburg und arbeitet für verschiedene Zeitschriften großer Verlagshäuser wie z.B. HÖRZU. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. Auf ihrem Blog NicMag.de gibt sie diesen Geschichten virtuell Raum.

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